Freibier, 31 Punkte und laute Buh-Rufe

Literweise Bier geht über den Ladentisch. Angestellte verteilen Snacks, es duftet nach frischen Weisswürsten, die mit Brezeln und süssem Senf serviert werden. Zu Dutzenden erscheinen die Besucher im Bierlager des Brauhaus Sternen. Der Lärmpegel steigt, Smalltalk hier, Prost da.

Samuel Koch
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Dutzende Besucher blicken gespannt auf die Grossleinwand beim Public Viewing von «Mini Beiz, dini Beiz» im Bierlager des Brauhauses Sternen – Freibier und Snacks inklusive. (Bild: Samuel Koch)

Dutzende Besucher blicken gespannt auf die Grossleinwand beim Public Viewing von «Mini Beiz, dini Beiz» im Bierlager des Brauhauses Sternen – Freibier und Snacks inklusive. (Bild: Samuel Koch)

Literweise Bier geht über den Ladentisch. Angestellte verteilen Snacks, es duftet nach frischen Weisswürsten, die mit Brezeln und süssem Senf serviert werden. Zu Dutzenden erscheinen die Besucher im Bierlager des Brauhaus Sternen. Der Lärmpegel steigt, Smalltalk hier, Prost da. Freibier stillt die durstigen Kehlen. Auf der Grossleinwand moderiert SRF-Mann Mario Grossniklaus noch die montäglichen 18-Uhr-Nachrichten. Seine Worte gehen im Lärmpegel unter. Alle warten auf «Mini Beiz, dini Beiz». Diese Woche strahlt SRF fünf Sendungen aus dem Thurgau aus, den Start macht das Brauhaus Sternen in Frauenfeld.

18.13 Uhr: Erst durch das klingende Zusammenstossen zweier Biergläser erhält Brauhaus-Geschäftsleiter Stefan Mühlemann die nötige Aufmerksamkeit der rund 100 Besucherinnen und Besucher. «Willkommen, wir freuen uns sehr, dass so viele erschienen sind», sagt er. Zwei von vier Stammgästen sitzen im Publikum, weshalb das noch unbekannte Resultat nicht so schlecht sein könne. Insgesamt versuchen die fünf Stammgäste, die Gäste der Kontrahenten von ihrem Restaurant zu überzeugen.

Applaus, gefolgt von Pssst-Aufforderungen im Saal. Der Lärmpegel sinkt, gespannte Blicke ziehen die Aufmerksamkeit auf die Leinwand. Die Sendung läuft, kurz nach dem Intro ein erster Aufschrei. Die Anmoderation «Mitten im hügeligen Thurgauer Hinterland liegt Frauenfeld» löst grosses Gelächter im Publikum aus. Mühlemann und Brauhaus-Stammgast «Schösu» Huber erscheinen auf der Leinwand, stellen ihren «Sternen», die hundertjährige Geschichte sowie die Biersorten vor. «Bier verbindet, je länger man sitzt», sagt «Schösu» – wieder Lacher im Saal.

Ernster wird die Stimmung, als die anderen Stammgäste über das kulinarische Angebot urteilen. Zum Apéro gibt es Helles oder Honig-Bier, dann «Suure Mocke» mit Kartoffelstock. Gerade die kritischen Aussagen von Laura stossen bei den Besuchern nicht auf Gegenliebe. Nachdem das Menu die Nicht-Biertrinkerin auch nicht angesprochen hat, überraschten auch ihre 7 von 10 Punkten nicht, was beim Publikum kurzerhand laute Buh-Rufe auslöste. Die drei Noten 8 der anderen Stammgäste liessen dann die Stimmung wieder erhellen.

Fazit: «Mit 31 Punkten sind wir zufrieden», sagt Stefan Mühlemann. Zudem sei es Superwerbung für den «Sternen». Ob es zum Sieg reicht, weiss er indes nicht. Dafür einer seiner Gäste: «Das wird kaum reichen.»

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