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Frauenfelds junge Alte

Zum sechstenmal lud Frauenfeld Frischpensionierte zu einer Feier. «Für uns gehören sie nicht zum alten Eisen», begrüsste Stadtammann Carlo Parolari die Anwesenden. «Sie sind unsere Liga Ü-60.»
Brenda Zuckschwerdt
Glücklich pensioniert: Heini Bertschi und Renato Wullschleger (r.) nehmen Glückwünsche von Carlo Parolari und Elsbeth Aepli Stettler entgegen. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Glücklich pensioniert: Heini Bertschi und Renato Wullschleger (r.) nehmen Glückwünsche von Carlo Parolari und Elsbeth Aepli Stettler entgegen. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

FRAUENFELD. Carlo Parolari und Elsbeth Aepli Stettler öffnen die prunkvolle Flügeltür zum grossen Bürgersaal, treten zur Seite und warten auf die Gäste. Die treffen nach und nach ein, 180 Frauen und Männer insgesamt; alle werden mit Händedruck begrüsst. Sie haben eines gemeinsam: Sie stehen kurz vor ihrer Pensionierung oder haben diesen Schritt bereits hinter sich. «Mit dieser Feier wollen wir den Leuten unsere Wertschätzung ausdrücken», sagt Stadträtin Elsbeth Aepli Stettler. Seit 2003 hat die Stadt Frauenfeld ein Alterskonzept, das zahlreiche Empfehlungen enthält. Die Pensioniertenfeier war eine davon. «Und die Resonanz war von Anfang an sehr gut», sagt Aepli Stettler. Mit der Feier wolle man den Frischpensionierten Mut machen und sie motivieren, sich in der Freiwilligenarbeit zu engagieren. Eine Tätigkeit zu finden, die einem Spass macht, sei wichtig. Dabei gehe es nicht nur um die nächsten drei bis fünf Jahre – «auch mit achtzig soll jeder Tag, jede Woche interessant bleiben».

Ein Hobby ist wichtig

Im Leben von Heini Bertschi, 65, ist momentan jeder Tag interessant. Seit einem Jahr ist er pensioniert, und er fühlt sich gut dabei. In Frauenfeld ist er geboren, hier hat er seine Kindheit verbracht, bei den städtischen Gas- und Wasserwerken ein halbes Leben lang gearbeitet. Jetzt hat er viel Zeit – und die nutzt er für seine Hobbies Musik und Modellfliegen. «Mir geht es so gut, weil ich Hobbies habe», ist er überzeugt. Einem Kollegen von ihm gehe es weniger gut. «Er muss weiter arbeiten», sagt Bertschi. «Aber nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil er keine Hobbies hat.»

Fitter und wohlhabender

Auch Renato Wullschleger, ebenfalls 65, nennt sich «glücklich pensioniert». Und das schon seit zwei Jahren. Früher war er Exportkaufmann bei Sia Abrasives in Frauenfeld, heute hat er endlich Zeit für sein grösstes Hobby, die Musik und die Band The Circles. Sicher mache man sich auch Gedanken über die Gesundheit und das Älterwerden. Aber man nehme nicht mehr alles so wichtig wie früher. «Wenn man mitten im Erwerbsleben steht, ist das manchmal nicht so einfach.»

Ob sie sich jetzt alt fühlen? Beide lachen. Überhaupt nicht. Die heutigen 65-Jährigen seien fitter, motivierter und wohlhabender als die frühere Generation, sagt auch Ricco Motta, Präsident des Seniorenrats der Stadt Frauenfeld. Und sie seien erstaunlich engagiert in der Freiwilligenarbeit. «Engagieren auch Sie sich», riet Motta den Anwesenden. Als Vormund, als Bahnhofpate oder in der Nachbarschaftshilfe. «Studien haben gezeigt, dass Freiwilligenarbeit glücklicher macht als Lohnarbeit.»

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