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FRAUENFELD: Zwei junge Thurgauer wollen sich an die Weltspitze tanzen

Vivien Kressebuch und Josua Gall tanzen erfolgreich Rock'n'Roll. Jetzt wollen es die beiden an die Weltspitze schaffen.
Florian Beer
Biegsame und sportliche Rock'n'Roll-Tänzer: der Frauenfelder Josua Gall und seine Tanzpartnerin Vivien Kressebuch aus Hörhausen. (Bild: Andrea Stalder)

Biegsame und sportliche Rock'n'Roll-Tänzer: der Frauenfelder Josua Gall und seine Tanzpartnerin Vivien Kressebuch aus Hörhausen. (Bild: Andrea Stalder)

Florian Beer

redaktion@thurgauerzeitung.ch

«Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass wir unserem Ziel bald näherkommen werden.» Der 19-jährige Josua Gall gibt sich zuversichtlich und ehrgeizig. Zusammen mit seiner 16-jährigen Tanzpartnerin Vivien Kressebuch aus Hörhausen will es der Frauenfelder bis in die Weltspitze des Tanzens schaffen. Genauer gesagt: in die Weltspitze des Rock’n’Roll-Tanzes.

«Wir tanzen momentan in nationalen sowie in internationalen Wettbewerben», sagt Kressebuch. Sie wollen sich nun vermehrt auf den Weltcup konzentrieren, der im Grossraum Europa ausgetragen wird. «Auf der Weltcup-Liste haben wir es im vergangenen Jahr unter die besten Zwanzig geschafft, allerdings konnten wir leider verletzungsbedingt meinerseits nur wenige Turniere bestreiten», sagt die 16-jährige Thurgauerin.

Um dieses Jahr an mehr Weltcup-Turnieren teilnehmen zu können, brauchen Gall und Kressebuch vor allem eines: Geld. «Die internationalen Wettkämpfe kosten viel, vor allem wegen der Anreise und Übernachtung», sagt Gall. Dazu kommt noch das Startgeld, das gezahlt werden muss, um überhaupt antreten zu können. Im Weltcup habe man keine Sponsoren, sondern man zahle alles aus privater Kasse. Der Grund dafür sei, dass das Rock’n’Roll-Tanzen noch immer eine Randsportart sei. «Deshalb haben wir ein Crowdfunding durchgeführt.» Mit Erfolg. Zwischen dem 26. Januar und dem 1. März kam die stolze Summe von insgesamt 4260 Franken zusammen. Das Mindestziel von 2000 Franken wurde somit weit übertroffen. 25 Personen haben das Projekt von Kressebuch und Gall unterstützt.

Mit dem erreichten Mindestbetrag von 2000 Franken könne man je zwei Turniere im Ausland finanzieren und das Jahr gut abdecken. «Da wir das nötige Geld jetzt haben, können wir an mehr Wettkämpfen teilnehmen und mehr Punkte holen, die uns in der Rangliste weiter nach vorne bringen», erklären die beiden Talente. «Wir wollen jetzt angreifen.»
d

Seit zwei Jahren ein Tanzpaar

Momentan tanze man noch in der Kategorie B, das Ziel sei aber der Aufstieg in die Kategorie A. «In dieser höheren Kategorie steigt der Schwierigkeitsgrad, gleichzeitig hat man aber auch mehr Möglichkeiten bei der Akrobatik», sagt Gall. So sei zum Beispiel der Salto in der Kategorie B nicht erlaubt, in der höheren Kategorie allerdings schon. «Die choreografierte Akrobatik ist ein wichtiger Bestandteil des Rock’n’Roll-Tanzens, neben den Tanzschritten», erklärt Kressebuch. Die beiden Thurgauer trainieren viermal pro Woche und legen dabei grossen Wert auf die Akrobatik. Ihr Repertoire umfasst drei Choreografien, die sie in den Trainings jeweils perfektionieren. Ausserdem arbeiten sie jeweils an ihrer Technik. Beim Rock’n’Roll-Tanz müsse man körperlich fit sein und eine gute Körperspannung haben. «Unser Tanzstil ist am ehesten mit Sportakrobatik verwandt.»

Angefangen hat er in seiner Rock’n’Roll-Phase

Vivien und Josua tanzen seit zweieinhalb Jahren zusammen. Für andere Freizeitaktivitäten bleibt keine Zeit. Josua, der im Sommer seinen Abschluss an der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen machen wird, hat vor gut acht Jahren mit dem Tanzen angefangen. «Meine Schwester hat sich nicht getraut, alleine zu den Trainings zu gehen. Also ging ich mit und bin immer noch dabei.» Er sei auch damals in einer Rock’n’Roll-Phase gewesen und hörte viel Musik vom King dieses Genres, Elvis Presley.

Vivien hat erst vor drei Jahren angefangen, auf Empfehlung einer Freundin der Mutter. «Ich tanze allgemein sehr gerne und finde es toll, dass es ein Wettkampfsport ist», sagt sie. Man könne nach der Schule – Vivien ist im ersten Jahr an der Fachmittelschule – «super abschalten» und sei wie in einer zweiten Familie aufgehoben.

Nach der Schule will Josua an der ETH in Zürich Sport studieren und auch in Zukunft etwas Sportliches machen. Der nächste sportliche Wettkampf für die beiden findet im April in Frankreich statt. Vielleicht können Vivien Kressebuch und Josua Gall schon bald den ersten Schritt in Richtung Weltspitze im Rock’n’Roll-Tanzen machen.

Die Akademie in Frauenfeld

Die Frauenfelder Rock Academy wurde im Jahr 2015 von Dimitri Isenring gegründet. Sein Ziel war es, den Rock’n’Roll-Sport in der Ostschweiz populärer zu machen. Im Raum Frauenfeld ist Isenring bereits seit einigen Jahren als Trainer beim Rock’n’Roll-Club «Hot Jumpers Frauenfeld» tätig.

In dieser Funktion stellte er fest, dass der Rock’n’Roll-Tanzsport primär auf Frauenfeld beschränkt und in der übrigen Ostschweiz nicht sehr bekannt ist. Seit 2016 ist die Rock Academy auch bei Wettkämpfen erfolgreich und holte 19 nationale Podestplätze an sechs Wettkämpfen. Trainiert wird im Gewerbepark Morgenstein in Frauenfeld. (fbe)

www.rock-academy.ch

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