FRAUENFELD: «Wir wollen jetzt etwas ändern»

Ein bürgerliches Komitee stärkt dem Stadtrat für die Wahl der Stadtentlastungsbestvariante den Rücken. Irritiert zeigen sich die Politiker von EVP bis SVP ob der Fundamentalopposition von CH.

Mathias Frei
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Das Komitee Ja zur Stadtentlastung (von vorne): Sandro Erné (FDP), Michael Hodel (EVP), Andreas Elliker (SVP), Romeo Küng (SVP), Philipp Geuggis (FDP) und Stefan Geiges (CVP). (Bild: Mathias Frei)

Das Komitee Ja zur Stadtentlastung (von vorne): Sandro Erné (FDP), Michael Hodel (EVP), Andreas Elliker (SVP), Romeo Küng (SVP), Philipp Geuggis (FDP) und Stefan Geiges (CVP). (Bild: Mathias Frei)

Mathias Frei

mathias.frei

@thurgauerzeitung.ch

Daumen hoch für den Stadtrat. Dieser Meinung sind sechs Gemeinderäte der Fraktion SVP/EDU, FDP und CVP/EVP. Vergangenen Freitag hat er seine Bestvariante für eine zentrumsnahe Stadtentlastung präsentiert. Nebst dem auserkorenen Vorstadttunnel sind zwar auch die anderen sechs Linienführungen aus einer Machbarkeitsstudie von Stadt und Kanton Teil der öffentlichen Vernehmlassung, die bis 18. Mai dauert. Gleichwohl ist natürlich ein Vorentscheid zu Gunsten der unterirdischen Linienführung zwischen Holdertor und Schweizerhofkreisel gefallen.

«Der Stadtrat nimmt in dieser wichtigen Frage seine Führungsverantwortung wahr», stellt CVP-Gemeinderat Stefan Geiges fest. Er ist Teil einer überparteilichen parlamentarischen Gruppe, die sich seit der Präsentation der sieben machbaren Linienführungen vergangenen November mit der Thematik befasst. Sie seien von Anfang an offen gewesen für alle politische Couleurs, die sich konstruktiv für eine dringend nötige Stadtentlastung einsetzen, sagt Geiges. Letztlich hat sich daraus nun ein überparteiliches, bürgerlich geprägtes Komitee Ja zur Stadtentlastung gebildet. Aktuelle Mitglieder sind nebst Geiges die SVP-Gemeinderäte Andreas Elliker und Romeo Küng, Michael Hodel von der EVP sowie die beiden FDP-Parlamentarier Philipp Geuggis und Sandro Erné. Für das Komitee wäre nebst dem vom Stadtrat präferierten Vorstadttunnel auch die F21-ähnliche Hybridvariante 13 in Frage gekommen. Man stehe aber voll und ganz hinter dem Entscheid des Stadtrats, die Innenstadt wirkungsvoll vom Verkehr zu entlasten. Dass der Stadtrat die rein oberirdischen Linienführungen als politisch kaum machbar beurteile, bestätige, dass man den Puls der Bevölkerung fühle.

Autoverkehr soll auch seinen Platz haben

«Wir haben stets die Förderung des ÖV und Langsamverkehrs unterstützt», sagt Geiges. Deshalb erwarte man nun, dass auch der motorisierte Individualverkehr seinen Platz in der Stadt bekomme. Geuggis spricht von einem Befreiungsschlag. «Jetzt ist der Moment gekommen, um die Verkehrssituation zu verbessern», sagt er. Nur so könne auch die Innenstadt aufgewertet werden. Geuggis gibt zudem zu bedenken, dass sich die Situation durch den 15-Minuten-Takt der Frauenfeld-Wil-Bahn verschärfen werde. Und Elliker fügt hinzu, dass sich die Situation für ÖV und Langsamverkehr gerade dank einer Stadtentlastung merklich verbessern werde.

Die nun laufende Vernehmlassung sei ein wichtiges Instrument für die Meinungsbildung, ist man sich im Komitee einig. Als nicht weniger wichtig für die öffentliche Diskussion sei das Engagement der Bürgergruppe Schmetterling für die gleichnamige Tunnelvariante (Holdertor –Rheinstrasse–unterirdische–Kreisel) zu bewerten.

«Variante 0 entlastet zu wenig»

Kein Verständnis hat das Komitee für die Fundamentalopposition von CH. Dass die sogenannte Variante 0 (nur flankierende Massnahmen) nicht in die Machbarkeitsstudie aufgenommen wurde sei richtig, sagt Geiges. Denn diese Variante erfülle die Vorgabe des Stadtrats von mindestens 30 Prozent Verkehrsentlastung nicht. Um jeden Preis auf den Richtplan Siedlung und Verkehr zu pochen und damit Abstand zu nehmen von einer Stadtentlastungsstrasse, sei nicht bürgernah.