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FRAUENFELD: Widerstand gegen Widerstand

Der Veranstalter der Motocross-WM in Niederwil erhält Rückendeckung. Mithilfe von 16650 Unterschriften und drei Nationalräten will er die Rennen am Leben erhalten. Denn es droht Ungemach.
Samuel Koch
Willy Läderach überreicht Silvana Tschudi von der Regierungskanzlei die Unterschriften im Beisein der Motocross-Fahrer Andi Baumgartner und Yves Furlato sowie einem Pro-Komitee unter anderem mit den Nationalräten Hansjörg Brunner und Verena Herzog. (Bild: Andrea Stalder)

Willy Läderach überreicht Silvana Tschudi von der Regierungskanzlei die Unterschriften im Beisein der Motocross-Fahrer Andi Baumgartner und Yves Furlato sowie einem Pro-Komitee unter anderem mit den Nationalräten Hansjörg Brunner und Verena Herzog. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Der Entscheid liegt nicht mehr in ihren Händen, sondern in denjenigen der Richter. Wegen einer privaten Beschwerde gegen die Bewilligung des Regierungsrates für den Motocross-Grand-Prix (MXGP) of Switzerland muss das kantonale Verwaltungsgericht über Sein oder Nichtsein der Thurgauer Motocross-WM-Rennen entscheiden. Im kommenden August soll auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil zum dritten Mal en suite der grösste Schweizer Motorsportanlass mit den weltbesten Motocross-Fahrern über die Bühne gehen. In den beiden Vorjahren strömten rund 30000 Zuschauer zu den Rennen.

Trotz zweier bisher gut organisierter WM-Wochenenden – der Motorradweltverband (FIM) verlieh dem MXGP-Veranstalter dafür in beiden Jahren eine Auszeichnung – reichte der OK-Präsident Willy Läderach mit seinem Team gestern Vormittag eine Petition mit dem Titel «MXGP of Switzerland darf nicht verhindert werden» bei der Staatskanzlei beim Regierungsgebäude in Frauenfeld ein. «Wir wollen zeigen, dass es nicht nur Gegner, sondern auch viele Befürworter von Motocross gibt», sagte Läderach. Seit anfangs Februar sind 16650 Unterschriften zusammengekommen, obwohl die Regierung zwischenzeitlich die Bewilligung für die Rennen 2018 mit einer erneut einmaligen Veranstaltungsbewilligung erteilt hatte (unsere Zeitung berichtete).

Millionen-Wertschöpfung fürs lokale Gewerbe

Unterstützung erhält der MXGP auch aus Bundesbern. Der Petitionsübergabe wohnten unter anderem die Thurgauer Nationalräte Hansjörg Brunner (FDP) und Verena Herzog (SVP) bei. «Der MXGP bringt Wertschöpfung von drei bis vier Millionen Franken in unsere Region», sagte Brunner, ebenso Präsident des kantonalen Gewerbeverbands. Auch für Verena Herzog ist klar, dass der MXGP weiterhin möglich sein soll, dessen Wirkung weit über die Kantonsgrenzen hinausstrahlt. «Die Bevölkerung sollte wieder toleranter sein und eher die Vernunft walten lassen», sagte Herzog. Selbst Walter Wobmann aus Solothurn (SVP) liess sich die Übergabe nicht entgehen. Ihm gibt der Widerstand einzelner Anwohner zu denken. Jetzt sei es an der Zeit, Lösungen zu finden. «Hoffentlich gewinnt der gesunde Menschenverstand», sagte der Präsident der Föderation der Motorradfahrer der Schweiz (FMS).

Möglicher Konkurs als Todesstoss

Gegen den Entscheid der Regierung für den MXGP 2018 wehrten sich nebst Anwohnern des Parcours auch mehrere Umweltverbände. Auf deren Druck entschied der Regierungsrat, dass MXGP-Rennen auf dem Landwirtschaftsland in Niederwil ab 2019 nur noch mit ordentlichen Baubewilligungen möglich sind.

Fast gleichzeitig reichte eine Privatperson Beschwerde gegen die Veranstaltungsbewilligung für den MXGP 2018 ein. Pikant: Damit erhält der regierungsrätliche Entscheid aufschiebende Wirkung, bis das Verwaltungsgericht zu einem Urteil gelangt. Für den Veranstalter bleibt also weiterhin unsicher, ob der MXGP im August tatsächlich stattfinden kann. Selbst ein für den Veranstalter positiver Entscheid des Gerichts könnte von den Anwohnern angefochten werden, womit der Fall ans Bundesverwaltungsgericht weitergereicht würde. «Wenn wir die Rennen 2018 absagen müssen, ist ein Konkurs nicht mehr zu verhindern», meinte Willy Läderach. Mehrere Hunderttausend Franken habe seine privat geführte Firma der FIM und dem Promoter Youthstream bereits bezahlt. «Eine Absage käme für uns einem Todesstoss gleich», sagte Läderach.

Seine Hoffnung stirbt jedoch zuletzt. «Wir wollen jetzt Gespräche führen und weiterhin eine Lösung suchen», sagte Läderach, dem Motocross-WM-Rennen in Niederwil auch nach 2018 vorschweben. «Wir werden mit der Gemeinde Gachnang zusammensitzen und schauen, ob wir ein Baugesuch einreichen oder ob eine Umzonung möglich ist.»

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