FRAUENFELD: Weniger Parkplätze, mehr Möglichkeiten

Gemeinderat Andreas Elliker kritisiert, die Umgestaltung der Freie Strasse sei nicht breit abgestützt. Der Stadtrat verweist auf öffentliche Mitwirkungsmöglichkeiten.

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Der Stadtrat plant, die Begegnungszone in der Zürcherstrasse auf die Freie Strasse zu erweitern. «Es sind Wünsche von 113 Einwohnern eingegangen, ohne die Politik zu involvieren», kritisiert SVP-Gemeinderat Andreas Elliker. Die Pläne seien deshalb in der Bevölkerung zu wenig breit abgestützt, schreibt er in einer Einfachen Anfrage, die der Stadtrat nun beantwortet hat.

Betreffend Innenstadtentwicklung hat der Stadtrat bereits mehrere Befragungen mit verschiedenen Anspruchgruppen durchgeführt. Betreffend Freie-Strasse-Umgestaltung wird in der Beantwortung einerseits auf eine öffentliche Info- und Diskussionsveranstaltung hingewiesen, wozu die Parteien und die Gemeinderäte eingeladen wurden. Andererseits sei vergangenen Herbst während dreier Wochen eine öffentliche Mitwirkung mittels Fragenbogen durchgeführt worden. Eine Zusammenfassung der ausgewerteten 113 Rück­meldungen wurde publiziert. In einem nächsten Schritt werde ­geprüft, ob diese Vorschläge umsetzbar seien. Hier werde auch der Gemeinderat in Form der Spezialkommission «Frauenfeld 2030» einbezogen. Auch in Zukunft will der Stadtrat die Legislative über diese Kommission mitnehmen. «Daneben besteht für den Gemeinderat selbstverständlich immer auch die Möglichkeit, an einer Bevölkerungsmitwirkung teilzunehmen.»

Eine Möglichkeit, um Platz für flexible Nutzungen des Strassenraums der Freie Strasse zu ­gewinnen, sei die Reduktion von Parkplätzen. Denn: «Das Ziel der Umgestaltung ist es, eine ein­ladende und belebte Altstadt zu schaffen.» Die zukünftige Zahl der Parkplätze steht gemäss Stadtrat derzeit noch nicht fest. Machbarkeitsstudien sollen den Gestaltungsspielraum aufzeigen, wie viele Parkplätze optimal sind und wie sie angeordnet werden sollen. «Eine Reduktion zu Gunsten einer attraktiven Nutzung ist wünschenswert (zum Beispiel Halbierung der Parkplatzzahl und -dauer zu Gunsten attraktiver Nutzungsmöglichkeiten, analog zur Begegnungszone in der Zürcherstrasse)», schreibt der Stadtrat. Für das Gewerbe seien nahegelegene Parkplätze wichtig. «Allerdings wird durch die IG FIT ein gewisser Abbau von Parkplätzen in der Altstadt nicht ausgeschlossen.» Dieser Wegfall von Parkraum müsse durch einen anderen Mehrwert – «vorzugsweise eine Kundenattraktion in der Altstadt» – kompensiert werden.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch