FRAUENFELD: Weisse Sonne für das Solarkino

Ein junges Team der Helvetas Swiss Intercooperation tourt mit einem Open-Air-Kino durch die Schweiz. Gestern lief «White Sun» aus Nepal im Botanischen Garten, heute folgt nun«Lamb» aus Äthiopien.

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Janick Küffer und Nicolas Hofer bauen auf. (Bild: PD)

Janick Küffer und Nicolas Hofer bauen auf. (Bild: PD)

Originell und ökologisch, das ist der Grundsatz des Cinema-Sud. Janick Küffer und Nicolas Hofer sind mit zwei Fahrrädern unterwegs. Küffer organisiert das Wanderkino im Rahmen seines Zivildienstes, während Hofer ein Mitarbeiter von Helvetas ist. In ihren Anhängern befindet sich das gesamte Material. «Wir haben einen Beamer, einen DVD-Player, zwei Boxen mit Verstärkern, eine Leinwand, einige Seile, Solarpanels und zwei Campingstühle dabei», sagt Küffer. Das reicht, um eine Kinonacht herbeizuzaubern.

Die beiden jungen Männer fahren von Stadt zu Stadt, insgesamt gastieren sie an zwölf Standorten. «Wir haben bis jetzt in diesen sieben Tagen, in denen wir unterwegs sind, ungefähr 150 Kilometer zurückgeglegt», sagt Hofer. Über den Tag hinweg generieren die Solarpanels genügend Energie für zwei Vorstellungen, selbst wenn es nicht sonnig ist. «Bis jetzt haben die Panels vier Kilowattstunden Energie produziert», sagt Küffer. Die Leinwand wird im Botanischen Garten Frauenfeld aufgestellt, bei schlechter Witterung weicht das Solarkino auf die Konvikt-Turnhalle aus, was heute wohl der Fall sein dürfte.

Sobald es eindunkelt, kann es losgehen. Nach «White Sun» des nepalesischen Filmemachers Deepak Rauniyar gestern, ist heute nun «Lamb» des äthiopischen Regisseurs Yared Zeleke zu sehen. In anderen Deutschschweizer Städten wird nebst diesen beiden Filmen auch noch der saudi-arabischen Film «Bakarah meets Bakarah» gespielt.

Die Filme für das «Cinema Sud» sind bewusst ausgewählt worden. Sie sollen einen Eindruck in das filmische Schaffen und den Alltag südlicher Länder gewähren, besonders in deren Kultur und Politik. Küffer musste im Vorfeld Bewilligungen einholen und Termine koordinieren, jetzt klappt aber alles. Die Kollekte, die eingenommen wird, wird zur Deckung der Kosten eingesetzt. «Alles was übrig bleibt, kommt Helvetas zugute. Darum finde ich das Cinema-Sud ein super Projekt. Die Leute haben Freude, wir bekommen nur positive Reaktionen», sagt Hofer.

Désirée Wenger

desiree.wenger@thurgauerzeitung.ch

Hinweis

Heute, 10. August: «Lamb», 21.30 wohl in der Konvikt-Turnhalle.