FRAUENFELD: Wanderung durch klingende Gärten

Das dreitägige «Out In The Green Garden»-Festival fällt heuer aus. Aber ganz konnten es die Veranstalter doch nicht lassen. Morgen Samstag laden sie zu kleinen, aber feinen Akustikkonzerten in Privatgärten ein. Lokalmatadoren sind Obacht Obacht und Jamco.

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Obacht Obacht: Das sind Luca Harder, Louis Wälti, Frontmann Tobias Rüetschi und Rémy Sax. (Bild: PD)

Obacht Obacht: Das sind Luca Harder, Louis Wälti, Frontmann Tobias Rüetschi und Rémy Sax. (Bild: PD)

Für Gartenarbeit ist ein grüner Daumen zwar von Vorteil. Aber notfalls geht es auch ohne. Tobias Rüetschi ist ein gutes Beispiel dafür. Seine Eltern besässen zwar einen grossen Garten, erzählt er. Doch mit mehr als einem Kaktus fühlt er sich überfordert. Der Frauenfelder Musiker Rüetschi ist Frontmann von Obacht Obacht. Um in einem Garten Musik zu machen, braucht es kein gärtnerisches Geschick. Rüetschi macht mit seiner Formation morgen um 20 Uhr den Abschluss einer Konzertwanderung durch private Gärten in Frauenfeld.

Hinter dieser Idee stecken die Veranstalter des «Out In The Green Garden»-Festivals. Das Open Air im Murg-Auen-Park lassen sie dieses Jahr ausfallen. Dafür findet «Out In The Green Gardens» statt. Ein «s» mehr oder weniger macht es aus. Also in mehreren kleinen Gärten statt im grossen Park. Freunde des Festivals stellen ihre Gärten zur Verfügung. Man lauscht einem Akustikkonzert. Dann wandert man weiter zum nächsten Musikort unter freiem Himmel. Vom Start beim Staatsarchiv geht es Richtung Spital hoch und wieder runter ins Kurzdorf. Überall gibt es einen Barbetrieb. Während des Konzerts von Obacht Obacht steht zudem eine Grillstelle, wo man Mitgebrachtes – ob Fleisch oder Vegetarisches – zubereiten kann. Eintritt kostet es nicht, für die Musiker wird eine Kollekte gesammelt.

Am Anfang ein Lo-Fi-Ein-Mann-Projekt

Obacht Obacht sind die einen ­Lokalmatadoren. Aus Rüetschis Low-Fidelity-Ein-Mann-Projekt ist eine vierköpfige Liveband entstanden, die sich dem teils psychedelisch-melodiösen und immer kantigen Garagen-Rock hingibt. Rüetschi ist Mitbegründer des Frauenfelder Do-it-yourself-Musiklabels Augeil Records, wo auch der Vinylerstling von Obacht Obacht herausgekommen ist.

Die zweite Frauenfelder Band heisst Jamco. Das sind acht Musiker vom Anfang-Dreissiger bis zum Pensionär, die sich ungern in eine Schublade stecken lassen. Mal ist es Funk, mal Blues, mal Hip-Hop, aber auf jeden Fall mit Moritz Bolli als Sänger.

Aus Winterthur gastiert King Contradiction in Frauenfeld, die Ein-Mann-Band von Nik Petronijevic (Gesang, Gitarre, Percussion). Zu hören gibt es Singer/Songwriter-Sound mit Grunge-Einflüssen. Das Quartett voll macht Valentin Baumgartner & Despina Corazza. Er ist Sänger und Gitarrist, spielt Swing und Gypsy-Jazz in Bands wie Extrafish oder Vendredi Soir Swing. Sie ist Jazzsängerin und Singer/Songwriterin.

 

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

«Out In The Green Gardens»: Samstag, 29.Juli, Frauenfeld. 14 Uhr: Valentin Baumgartner & Despina Corazza, Rosenbergstrasse 30; 16 Uhr: King Contradiction, Speicherstrasse 23; 18 Uhr: Jamco, Kurzfeldstrasse 11a; 20 Uhr: Obacht Obacht, Rheinstrasse 28; ab 22 Uhr: Afterparty, Rheinstrasse 14. www.outinthegreengarden.ch