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FRAUENFELD: Vorstadttunnel in der Pole-Position

Zentrumsnahe Stadtentlastung: Der Stadtrat hat eine Bestvariante auserkoren, den Tunnel zwischen Holdertor und Schweizerhofkreisel. In die Vernehmlassung kommen aber auch die anderen sechs Linienführungen.
Mathias Frei

Mathias Frei

mathias.frei

@thurgauerzeitung.ch

Formel-1-Rennen dürfte es dereinst keine geben, auf einer möglichen Frauenfelder Stadtentlastung. Aber jetzt ist klar, wer auf der Pole-Position ist im Rennen der Linienführungsvarianten. Es ist der Vorstadttunnel: eine Variante, die auf der St. Gallerstrasse auf Höhe Marktplatz beginnt, dann in den Boden geht und unter der Promenade in grossem Bogen auf der Zeughausstrasse aus dem Berg kommt, um in den Schweizerhofkreisel zu münden. Stadt und Kanton haben dies am Freitag bekannt gegeben.

Das Rennen ist sogleich eröffnet worden – in Form einer öffentlichen Vernehmlassung. Dieses Wochenende ist die Stadt mit einem Stand an der Thurgauer Frühjahrsmesse präsent. Die Bestvariante kann in diesem Rahmen einen guten Start hinlegen. Stadtpräsident Anders Stokholm spricht denn auch von einer «gewichtigen Fokussierung».

Ohne Motorenschaden ist Start-Ziel-Sieg möglich

Der Vorteil der Pole-Position ist, dass man am Anfang kaum in Unfälle verwickelt wird. Wenn danach kein Motorenschaden auftritt, ist der Variante 20 – Vorstadttunnel – der Sieg kaum noch zu nehmen. Die anderen sechs Varianten – der Schmetterling-Tunnel, die zwei Hybrid-Varianten und die drei oberirdischen Linienführungen bleiben jedoch im Rennen. Überraschungen sind möglich. Die Vernehmlassung endet am 18. Mai. Die Rangverkündigung findet aber erst nach den Sommerferien statt. «Wir sind ergebnisoffen, sonst müssten wir keine Vernehmlassung durchführen», sagt der zuständige Stadtrat Urs Müller.

Die Bestvariante ist 900 Meter lang und kostet gemäss Machbarkeitsstudie 107 Millionen – unter den sieben Varianten also am zweitmeisten. 205 Meter wären oberirdisch, bei 155 Tunnelmetern wäre Tagbau nötig, die anderen 540 Tunnelmeter könnten bergmännisch gebaut werden. Der Rathausplatz kann prognostiziert um 25 Prozent, die Rheinstrasse um 40 Prozent und die Promenadenstrasse um 55 Prozent entlastet werden. Stadtpräsident Stokholm spricht von einer Ziel-Quellverkehr-Lösung.

Wie Stadtingenieur Thomas Müller erklärt, erfolgte die erste Reduktion von 23 Varianten auf die sieben in der Machbarkeitsstudie geprüften Linienführungen durch Planer. Die Wahl der Bestvariante hat nun der Stadtrat vorgenommen. Man sei aber weiterhin auf Stufe Machbarkeitsstudie und noch nicht im Vorprojekt, stellt Stadtrat Urs Müller klar. So sei auch die Lage der Tunnelportale und Anschlusspunkte derzeit noch offen. «Die oberirdischen Varianten sind politisch nicht mehrheitsfähig, obwohl sie bei einem Blick aufs Preisschild verlockend wären», sagt Stadtrat Müller. Demgegenüber entlaste der Vorstadttunnel Promenade und Vorstadt am besten. Auch werde der Verkehr am besten verflüssigt, und in Sachen ÖV-Fahrplanstabilität ist die Variante am zweitbesten. Zudem ist die Lärmbelastung am tiefsten respektive das Ortsbild kaum beeinträchtigt. Wiederum ist der Schmetterlingstunnel 20 Millionen teurer als die nun auserkorene Bestvariante. Und die Bauzeit beim «Schmetterling» würde im Tagbau zweieinhalb Jahre betragen. So lange gäbe es Beeinträchtigungen oder Sperrungen auf Rathausplatz und Rheinstrasse. Dass es eine Bestvariante gibt, nicht zwei, ist laut Stokholm ein strategischer Entscheid und auch eine finanzielle Frage.

Wie Kantonsingenieur Andy Heller sagt, ist das Departement für Bau und Umwelt des Kantons «lösungsoffen», hat also noch keine Bestvariante gekürt. Man wolle die Vernehmlassung abwarten. Letztlich ist für den Kanton die Wirtschaftlichkeit ein Thema, zahlt er doch auch daran. Und wichtig sei, dass die Frauenfelder Bevölkerung hinter einer Stadtentlastung stehe. «Der Kanton unterstützt also den Lösungsfindungsprozess der Stadt», sagt Heller. Im Vordergrund stehe, dass man sich grossmehrheitlich auf eine Variante einigen könne.

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