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FRAUENFELD: Von Tunnels bis zum Übungsabbruch

Stadt und Kanton haben im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung der zentrumsnahen Stadtentlastung zur ersten von zwei Fokusveranstaltungen eingeladen. Rund 120 Einwohner informierten sich, äusserten ihre Meinung und stellten kritische Fragen.
Samuel Koch
Stadtpräsident Anders Stokholm referiert vor den rund 120 Interessierten auf der Bühne in der Konvikthalle. (Bild: Andrea Stalder)

Stadtpräsident Anders Stokholm referiert vor den rund 120 Interessierten auf der Bühne in der Konvikthalle. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Ein kühlendes Glacé fürs Gmüet oder einen erfrischenden Tropfen Bürgerwein gab es erst am Schluss, als der Anlass fliessend von der Einwegkommunikation zum gegenseitigen Austausch beim Apéro wechselte. Denn am Mittwochabend hatten Stadt und Kanton zur ersten von zwei Fokusveranstaltungen in die Konvikthalle gerufen. Rund 120 Gäste – darunter auch einige junge Gesichter – waren gekommen, um sich während des rund andert­halbstündigen Austauschs aus erster Hand über die Strategie der Behörden zur zentrumsnahen Stadtentlastung zu informieren. «Wir befinden uns nun in der öffentlichen Vernehmlassung, und dabei geht es nicht nur um die vom Stadtrat auserkorenen Bestvariante, sondern um alle sieben in der Machbarkeitsstudie», schickte Urs Müller, Stadtrat Bau und Verkehr, voraus. Es sei wegen des Zeitplans jedoch noch nicht möglich, über alle Varianten detailliert zu informieren.

Als hätte es Stadtrat Müller geahnt, verkamen die Frage- und die darauffolgende Diskussionsrunde nach einleitenden Informationen von Stadtpräsident Anders Stokholm, Stadtingenieur Thomas Müller, Stadtrat Thomas Müller und Benedikt Eberle vom kantonalen Tiefbauamt zu einer teils hitzigen Angelegenheit.

Ein parlamentarischer Aufruf für die Mutigen

Auf die von Stadtpräsident Stokholm als solche taxierten Klärungs- und Verständnisfragen reagierten nicht wenige Gemeinderäte von politisch links bis rechts. Sie nutzten die Gunst der Stunde, um für ihre Haltung zu weibeln. Als das Verhältnis von Kundgebungen der Parlamentarier gegenüber solchen der Privaten überhandnahm, reagierte SP-Gemeinderätin Barbara Dätwyler: «Ich möchte Ihnen Mut machen, Ihre Meinung zu äussern.» Denn der Sinn dieses Anlasses sei es, der Bevölkerung Gehör zu verschaffen, und nicht den Gemeinderäten, «die schon genug zu Wort kommen». Vereinzelt hauten die Frauenfelder sprichwörtlich auf den Tisch: «Es handelt sich hier nicht um eine Verkehrsentlastung, sondern um eine Verkehrsverlagerung.» Es gab Fragen zu Verkehrszahlen während der Stosszeiten, zu Kriterien bei der Auswahl der sieben Varianten, zur Abstimmung zum Mobilitätskonzept 2030 oder zu den Auswirkungen des geplanten Viertelstundentakts der Frauenfeld-Wil-Bahn. Je nach Zuständigkeit reichten die Behördenvertreter das Mikrofon weiter, antworteten und argumentierten. Unabhängig ob im Gemeinderat oder nicht – die Anwesenden hatten sich offensichtlich mit dem Thema auseinandergesetzt.

Forderung nach flankierenden Massnahmen

Von den Parlamentariern waren kaum rhetorische Worthülsen zu hören. Gemeinderat Michael Pöll (Grüne) fragte, ob ein Übungsabbruch möglich sei, und erntete vereinzelt Applaus. «Ja, das ist möglich, falls das die Erkenntnis aus der öffentlichen Vernehmlassung ist», sagte Stadtpräsident Stokholm. Andreas Elliker von der SVP zog Parallelen zum Bahnhof 2000, «der Frauenfeld geprägt und vorwärts gebracht hat». Peter Hausammann (CH) monierte, dass die Variante FrauenfeldPlus mit flankierenden Massnahmen in der Machbarkeitsstudie nicht aufgenommen worden war. «Ich fordere, dass der Stadtrat das nachholt und eine saubere Grundlage für einen Entscheid schafft.» Dazu Anders Stokholm: «In der Wirkung erreicht diese Variante das Ziel von 30 Prozent Verkehrsreduktion nicht.» Benedikt Eberle meinte, dass eine Temporeduktion als eine der Massnahmen in dieser Kürze nicht möglich sei. Hausammann hielt dagegen: «Der Kanton klemmt mit Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen.»

Zurzeit laufe die öffentliche Vernehmlassung, meinte Stadtrat Müller, ohne Details zu konkreten Projekten zu nennen. Stadtpräsident Stokholm dankte für die rege Teilnahme, ehe Gespräche mit kühlenden Glacés und erfrischendem Bürgerwein bilateral weitergeführt wurden.

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