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FRAUENFELD: Vom Mehl zur Trinkflasche

Vor hundert Jahren liess sich die Sigg in der Walzmühle nieder. Zum Jubiläum hat sich Angelus Hux der Geschichte der einstigen Aluminiumwarenfabrik angenommen.

Nostalgiker aufgepasst: Lokal­historiker Angelus Hux hat ein weiteres geschichtliches Zeugnis über Frauenfeld publiziert. In seinem neusten Buch widmet sich Hux mit einem «biografischen Abriss» dem Areal der ehemaligen Aluminiumwarenfabrik Sigg, einem Stück Frauenfelder Industriegeschichte.

Inspiriert zu dieser Arbeit wurde er von aktuellen Bildern des Fotografen Walter Morgenthaler, welche das alte Walzmühle-Areal zeigen. Morgenthaler wollte seinen Bildern mit einem historischen Hintergrund einen Rahmen schaffen, damit sie eine eigene Geschichte bekommen, wie Hux erzählt. «Die Walzmühle und die Sigg AG in Frauenfeld», so der Titel des Buches, führt den Leser zurück zu den Anfängen der Industrialisierung und der Aufbruchstimmung der 1830er-Jahre in der Schweiz. Detailliert berichtet Hux über die Veranlassung zum Bau der Walzmühle und der Begründung einer der ersten Aktiengesellschaften des Kantons Thurgau im November 1831, der «Walzmühle-Aktiengesellschaft».

Von den frühen Erfolgsjahren über die ersten Misserfolge bis zur Liquidierung der Mühle leitet das Buch mit viel Bildmaterial durch die Geschichte der Walzmühle. Diese scheiterte finanziell, technisch gesehen nahm sie jedoch eine Pionierrolle für Mahlstühle in der ganzen Welt ein. Statt Stein- wurden Metallwalzen verwendet, was das Anfeuchten der Getreidekörner überflüssig machte und somit die Mehlqualität verbesserte. Für Hux ist der einstige Direktor und Erfinder des Walzsystems, Johann Jakob Sulzberger, ein Genie, weil er ­bereits vor über 180 Jahren eine Technologie verwendete, die sich bis heute bewährte. Nach dem Konkurs der Walzmühle standen die Gebäude lange leer, doch eine junge, im Jahre 1908 gegründete Firma aus Biel verlegte ihren Standort 1916 nach Frauenfeld und kaufte das Walzmühle-Areal. Was als kleine Aluminiumwarenfabrik begann, wurde zu einem Namen, der heute weltbekannt ist: die Sigg. Allmählich wandelte sich die Firma von der Küchen- und Haushaltsartikelproduzentin zur Spezialistin für Trinkflaschen, was der Firma zu internationaler Bekanntheit verhalf.

Seit dem Umzug der «alten Sigg» 1994 auf ein grösseres Areal in Frauenfeld stehen die Fabrikgebäude leer. Für Hux bedeutet dieser Umzug eine Schnittstelle, wenn nicht gar einen Bruch zur ursprünglichen Firma. Was bleibt, sind die leeren Hallen. Sie sind stumme Zeugen der Arbeit von Tausenden von Menschen, welche Angelus Hux in seiner Biografie des alten Sigg-Areals und Walter Morgenthaler mit seinen eindringlichen Bildern nun zum Sprechen bringen.

Désirée Wenger

desiree.wenger@thurgauerzeitung.ch

«Die Walzmühle und die Sigg AG in Frauenfeld», Genius Media AG, 2017.

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