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FRAUENFELD: Verkehrte Welt

Die Ausweitung der Begegnungszone auf die Freie Strasse weckt Emotionen. Bürgerliche Politiker haben eine Petition lanciert. Sie sind gegen einen Parkplatzabbau und fordern, zuerst eine Umfahrung zu planen.
Mathias Frei
Die Freie Strasse in der Altstadt bewegt die Gemüter. (Bild: Reto Martin)

Die Freie Strasse in der Altstadt bewegt die Gemüter. (Bild: Reto Martin)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Die Petition ist der Fuss. Den Fuss hält man in die Tür, wenn man befürchtet, dass diese sonst zufallen könnte. Das Bild der Türe, die zufällt, entspricht der geplanten Ausweitung der Begegnungszone in der Altstadt auf die Freie Strasse. Es herrscht derzeit viel Aktionismus, obwohl die baulichen Anpassungen für die vergrösserte Begegnungszone erst 2018 realisiert werden. Trotzdem halten die vier bürgerlichen Gemeinderäte Stefan Geiges (CVP) sowie Andreas Elliker, Kurt Sieber und Romeo Küng (alle SVP) vorsichtshalber den Fuss rein – und lancieren eine Petition zur Freie Strasse. Elliker hatte bereits in der vergangenen Budgetsitzung versucht, den entsprechenden Planungskredit über 60000 Franken abzuschiessen, damals erfolglos.

Und dann gibt es noch ein zweites Sprichwort. «Verkehrspolitisch zäumt der Stadtrat den Gaul beim Schwanz auf», sind die vier Gemeinderäte der Meinung. Der Stadtrat beginnt also am falschen Ort. Oder anders ausgedrückt: Zuerst sollen die Planungen für eine Entlastungsstrasse stehen, dann soll man die Flughöhe verringern und etwaige Massnahmen auf diese Umfahrung abstimmen. Mit der Petition wollen die vier Gemeinderäte dem Stadtrat einen Fingerzeig geben. Oder wie CVP-Politiker Geiges sagt: «Ein Mittel zum Zweck, um dem Stadtrat einen anderen Weg aufzuzeigen.»

300 Unterschriften sind das erklärte Ziel

«Bevor der Stadtrat den Verkehr in der Altstadt zum Erliegen bringt, soll er ein brauchbares Parkplatzkonzept erarbeiten.» Diese Forderung steht der Petition vor. Gute drei Wochen geben sich die vier bürgerlichen Gemeinderäte. Erklärtes Ziel sind 300 Unterschriften, «am besten vornehmlich von Frauenfelder Stimmbürgern». Das wären etwa fünfmal mehr als die 60 Personen, die sich einmal in einer Umfrage, vom Stadtrat in Auftrag gegeben, für die Ausweitung der Begegnungszone ausgesprochen hätten, rechnet SVP-Gemeinderat Elliker vor. Noch bis 30. April kann man Unterschriftenbögen bei ihm abgeben. Danach muss der Stadtrat die Petition prüfen sowie innert sechs Monaten dazu Stellung nehmen, so sieht es die Gemeindeordnung vor.

Die Petition fordert weiter, dass die Zahl der Freie-Strasse-Parkplätze – derzeit 29 und ein Behinderten-Parkfeld – sowie die Zufahrtszeiten nicht eingeschränkt werden. Installationen dürfen nur mobil sein, und die Strasse darf nicht ganze Tage durchgehend gesperrt werden. «Wir sind nicht gegen die Ausweitung der Begegnungszone und die Belebung der Innenstadt», sagt SVP-Gemeinderat Sieber. Jedoch dürfe dies nicht zu Ungunsten der Gewerbetreibenden passieren. Und vor allem brauche es nebst einem Gesamtverkehrskonzept auch ein Parkplatzkonzept für die Stadt.

Aus dem Parkhaus mit dem Lift in die Altstadt

«Wir können den Leuten nicht vorschreiben, wie sie sich fortbewegen», sagt Geiges. Und wenn die Parkplätze in der Innenstadt immer rarer würden, laufe man zudem Gefahr, dass Leute von Weiningen oder Felben-Wellhausen zukünftig in Winterthur oder Weinfelden einkaufen. «Weinfelden macht es uns vor mit dem Parkhaus unter dem Marktplatz.» So etwas schwebt Geiges und seinen Komiteekollegen auch vor. Zum Beispiel eine Erweiterung des Passage-Parkhauses bis unter die Altstadt. Und dann mit einem Lift direkt in die Begegnungszone. Oder Parkplätze, gut beleuchtet und signalisiert, unter der Promenade – als Gegenentwurf zu den öffentlichen Parkplätzen im zweiten Untergeschoss des Altstadt-Parkhauses, wie SVP-Gemeinderat Küng findet. Über Pflastersteine in der Freie Strasse zu diskutieren, sei dagegen Pflästerlipolitik.

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