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FRAUENFELD: Thorner macht's zum ersten Mal

Julian Thorner moderiert heute erstmals den Samstagvormittag auf Radio SRF 3. Der Sohn der Frauenfelder Vizestadtpräsidentin ist neu beim Radio – und bereits zur besten Sendezeit zu hören. Als Moderator will der Thurgauer positive Botschaften vermitteln.
Katharina Brenner
Der Frauenfelder Julian Thorner tritt ab heute die Nachfolge von Andi Rohrer beim Radio SRF 3 an. (Bild: Andrea Stalder)

Der Frauenfelder Julian Thorner tritt ab heute die Nachfolge von Andi Rohrer beim Radio SRF 3 an. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. Im Radio zählt nur die Stimme. Mehr hat der Moderator nicht. Keine Mimik, keine Gestik. Sie fehlen Julian Thorner, wenn er ab heute neu den Samstagvormittag auf Radio SRF 3 moderiert. Denn davor war der 28-Jährige Moderator der Sendung «Noiz» beim Jugendfernsehsender Joiz. «Man muss beim Radio grauenhaft aufpassen, wie man Sarkasmus und Ironie einsetzt», sagt er. Wie das geht, hat ihm in den vergangenen Wochen ein Moderationscoach beigebracht. «Das ist nicht mehr Jugendfernsehen», sagt Thorner. «Jetzt spiele ich bei den grossen Buben mit.»

Eitelkeit ist der falsche Anreiz

Als kleiner Bub hat er am Samstagmorgen mit seinem Vater Radio SRF 3 gehört, wenn er ihm in der Werkstatt in Frauenfeld geholfen hat. Thorners Eltern sind Sozialpädagogen. Seine Mutter Christa Thorner ist als SP-Politikerin ausserdem Vorsteherin des Departements für Gesellschaft und Soziales und Vizepräsidentin der Stadt Frauenfeld. In der Familie hätten sie viel über Politik geredet, sagt er. Wen er wähle, habe die Mutter immer offen gelassen. Es sei ihr nur wichtig gewesen, dass ihr Sohn sich eine Meinung bilde. Von ihr habe er auch gelernt, sich zu präsentieren. Und vom Vater das Urvertrauen in sich selbst. Sich präsentieren, vor der Kamera stehen – sind Moderatoren eitel? «Wer Moderator wird, weil er eitel ist, macht den Job aus dem falschen Grund», sagt Thorner. Sich mit sich selbst beschäftigen sei ein grosser Teil des Jobs. Doch die Zuschauer merkten, wer selbstgefällig ist. «Ich mache den Job», sagt Thorner, «weil ich dafür brenne, weil ich Menschen unterhalten und Geschichten erzählen will.»

Per Zufall bei «Joiz» gelandet

Zum Moderieren kam er über Umwege. Zunächst besuchte Thorner die Handelsmittelschule und arbeitete bei einer Rückversicherungsgesellschaft. Es folgte die Rekrutenschule, die er grösstenteils in der Westschweiz verbrachte. Er zog nach Zürich und studierte ein Jahr lang Ökonomie – bis er durch eine Prüfung fiel. «Das war ein Wink des Schicksals. Es war einfach nicht meine Welt.» Anders als das Fernsehen. Dort landete Thorner 2011 «durch einen glücklichen Zufall», wie er sagt. Der Jugendsender Joiz suchte einen Praktikanten in der Online-Redaktion. Nach einem Monat bot der Sender Thorner eine eigene Sendung an. «Sie suchten einen Nachfolger für einen Moderator und meinten, ich wirke gut vor der Kamera.» Thorner ist schlank, kämmt sein Haar nach hinten, hat feine Gesichtszüge und ein charmantes Lächeln – ein smarter Typ. Den Herbst und Winter 2015 hat er in San Diego verbracht. Das Auslandsemester an der University of California war der Grund, weshalb er im August 2015 nach viereinhalb Jahren die Stelle bei «Joiz» kündigte. Thorner studiert seit 2013 Kommunikation an der Fachhochschule Zürich. San Diego sei eine Chance gewesen, die er packen wollte. Doch er habe auch ziemlich Heimweh gehabt. Seine Freunde und seine Familie seien ihm sehr wichtig. In Zürich lebt auch seine Freundin, die Modedesignerin ist.

Er will Leute glücklich machen

«Wie bei <Joiz> hat es beim SRF Leute gegeben, die an mich glaubten», sagt Thorner. Er habe das Glück, an Scheidewegen auf solche Menschen zu treffen. Vor ein paar Monaten ist SRF auf ihn zugekommen und fragte ihn, ob er die Nachfolge von Andi Rohrer antreten wolle – zur besten Sendezeit. 2015 erreichte Radio SRF 3 am Samstag zwischen 9 und 13 Uhr durchschnittlich 626 700 Hörer. Thorner wird sie fragen: «Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?» Als Beispiele nennt er, dass sich jemand selbst die Haare geschnitten oder seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hat. «Es sollen positive Botschaften sein. Ich möchte die Leute glücklich machen.»

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