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FRAUENFELD: Tanzen als Lebensgefühl

Wallende Röcke, knappe Kleidchen, Musik und eine perfekte Symbiose: Am Wochenende konkurrierten die besten Tanzpaare der Schweiz um den Meistertitel. Das Publikum war begeistert.
Evi Biedermann
Mehrere Paare tanzen beim Wiener Walzer gleichzeitig übers Parkett. (Bild: Andrea Stalder)

Mehrere Paare tanzen beim Wiener Walzer gleichzeitig übers Parkett. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. Es sieht nicht so aus, aber es ist so: Wenn die besten Tanzpaare der Schweiz gegeneinander antreten, ist das ein Kampf. Gekämpft wird nicht nur um Rang und Medaille, sondern auch mit den eigenen Kräften. Schritte, Takt, Haltung, das Zusammenspiel mit dem Partner und dazu stets ein Lächeln im Gesicht: Das ist harte Körperarbeit, höchste Konzentration. Dabei sieht alles so leicht und locker aus. Den Schweiss, der den Tänzerinnen und Tänzern über Stirne und Wangen rinnt, sieht nur, wer nach einem getanzten Vortrag nah bei ihnen steht. Dort, wo sie schnaufend auf den nächsten Tanz warten. Der beginnt bereits in zwei Minuten. Kein Wunder, ruft der Speaker das Publikum gelegentlich dazu auf, ein bisschen länger zu applaudieren. «Die Paare können so etwas länger verschnaufen.»

109 Paare haben sich für die Schweizer Meisterschaften im Standard-, Latein- und Zehntanz angemeldet, die der Teen Dance Club Frauenfeld (TDC) im Jubiläumsjahr seines zehnjährigen Bestehens am Wochenende in der Frauenfelder Rüegerholzhalle durchführte. Darunter auch die zwei Spitzenpaare des TCD, die Geschwister Pitt-Alexander und Tiara-Sophia Wibawa sowie Jale Zinser und Tilo Wiese.

Vom Samba bis zum Wiener Walzer

Beide Paare hoffen auf eine Medaille. «Bereits in der ersten Runde voll ran», hat Martin Zinser seiner Tochter Jale und Tilo eingeimpft, die heuer erstmals bei den Junioren (12 bis 15 Jahre) starten. «Da geht es ums Weiterkommen, und in Runde 1 zählt nur das», sagt OK-Mitglied Zinser. Der Final steht abends bevor.

Die Vor- und Hoffnungsrunden sind voll im Gang, die Paare wirbeln und gleiten übers Parkett und kommen sich manchmal gefährlich nahe, als würde sie ein Magnet anziehen und dann in letzter Sekunde wieder wegstossen. Einige kokettieren mit dem Publikum oder den Juroren, andere schweben hingebungsvoll im Walzertakt dahin. Gerne würde man das alles ein bisschen genauer beobachten, doch eine Runde dauert nur 90 Sekunden. Jede der Frauen trägt ein phantastisches Kleid, beim Standard ist es lang, beim Latein kurz. Vom Haar bis zu den Sohlen, alles ist aufeinander abgestimmt, es glänzt, glitzert und leuchtet. Tanzen als Lebensgefühl, dafür hat Natalie Cremar viele Stunden investiert. Allein für die Garderobe vor einem Wettkampf benötigt sie jeweils drei Stunden. Zeit, die wertvoll sei. «In diesen Stunden bereite ich mich mental auf den Wettkampf vor», sagt die 15-Jährige, die zusammen mit Philipp Hofstetter das stärkste Schweizer Juniorenpaar bildet.

Ein Lächeln für die Jury

Die Tänzerinnen und Tänzer reissen das Publikum mit. Die Tessiner und Berner Fans machen sich zudem mit Kantonsfähnchen bemerkbar. Publikumsliebling am Samstagnachmittag jedoch ist der Nachwuchs. Die Jüngsten sind Kinder zwischen acht und elf Jahren.

Bewunderung erhalten auch die Juroren. «Wie die das nur aushalten», bemerkt ein Zuschauer. Tatsächlich, die drei Frauen und fünf Männer stehen regungslos am Rande der Tanzfläche, wann immer man hinschaut. Den Blick permanent auf die Paare gerichtet, die manchmal zu acht übers Parkett wirbeln. Kein Zucken, wenn eine Tänzerin ein hinreissendes Lächeln verschenkt. Bei 90 Sekunden pro Runde bleiben gerade mal zehn Sekunden für jedes Paar übrig. Auch dies eine Höchstleistung in jeder Hinsicht.

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