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FRAUENFELD: Surfen auf der digitalen Welle

Der Industrie- und Handelsverein Region Frauenfeld ist trotz teils mässiger Prognosen auf Erfolgskurs. Zukünftige Herausforderungen wie die Digitalisierung beäugt er skeptisch, hat aber auch Lösungen in petto.
Samuel Koch
Oliver Vietze führt als IHF-Präsident durch die Generalversammlung im Casino. (Bild: Samuel Koch)

Oliver Vietze führt als IHF-Präsident durch die Generalversammlung im Casino. (Bild: Samuel Koch)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

«Die Wellen kommen», zeichnet Oliver Vietze ein zuerst beängstigendes Bild. Der Präsident des Industrie- und Handelsvereins Region Frauenfeld (IHF) blendet eine Folie mit unzähligen Surfern in einem südlich gelegenen Wellenmeer ein. «Jetzt stellt sich die Frage, wer für die Zukunft am richtigen Ort paddelt», meinte Vietze. Einige dürften «perfekt positioniert sein», andere aufgrund anstehender Herausforderungen «überrollt werden».

Nebst den 61 Mitgliedern begrüsste Oliver Vietze am Montagabend zur jährlichen Generalversammlung des IHF im Casino Frauenfeld unter anderem auch Ständerat Roland Eberle und Nationalrätin Verena Herzog.

Lodernde Krisenherde verunsichern Unternehmer

In seiner Jahresreplik äusserte sich Oliver Vietze zu den wenig optimistischen Prognosen für die hiesige Industrie der vergangenen drei Jahre. «Doch es kam anders, weil wir auf einer Welle geritten sind», nahm er die symbolische Bildsprache wieder auf. Zwar seien nicht alle Wellen gleich gross gewesen, «in einzelnen Bereichen erzielten die Firmen aber Wachstum bis zu 40 Prozent». Wer keine passende Welle erwischte, erzielte Fortschritte mit Eigenleistung und Innovation. Als Herausforderungen machte Vietze dieselben dingfest wie in den Vorjahren. Überbewerteter Franken, schleichender Strukturwandel, Fachkräftemangel, Verhältnis Schweiz zur EU, um nur einige zu nennen. Analog zu aufstrebenden Nationen etwa in Asien benötige auch die Schweiz einen Masterplan, meinte Vietze. «Andere Länder sind uns Welten voraus», ergänzte er. Nebst den «lodernden Krisenherden und Unsicherheiten», die kaum gesicherte unternehmerische Planung zulasse, startete er einen Exkurs durch die bevorstehenden Hürden der Digitalisierung. «Künstliche Intelligenz kommt, die Frage ist nur wann», meinte Vietze. An einzelnen Beispielen von amerikanischen oder chinesischen Giganten rief er hiesigen Unternehmen und der Politik in Erinnerung, auf die digitale Welle aufzuspringen. «Bitcoins oder arbeitende Roboter sind erst der Anfang», mahnte Vietze. Die Schweiz müsse, «und das möglichst schnell», Rahmenbedingungen schaffen, um den digitalen Wandel zu ermöglichen. «Wir müssen mehr voneinander lernen», sagte Vietze. Auch deshalb arbeitet der IHF in Zukunft über die bisherigen Programme Dialog, Berufswahlparcours und Lift hinaus noch enger mit Ausbildungsbetrieben zusammen. «In Zusammenarbeit mit der Kanti wollen wir Jugendliche neu noch mehr für die Wirtschaft begeistern», sagte das zuständige Vorstandsmitglied Gerold Eger. Dazu benötige es aber auch die Mitwirkung der IHF-Mitglieder, «denn interessante Unternehmen gibt es nicht nur in Zürich».

Stadtthemen Verkehr und Sanierung Hallenbad

In seinem Grusswort schaute Stadtpräsident Anders Stokholm nicht Jahre, sondern Monate voraus. «Die zentrumsnahe Stadtentlastung beschäftigt, klar.» Es gehe jetzt in Diskussionen mit dem Parlament, etwa in der Spezialkommission 2030, und der Bevölkerung, etwa an der Frühjahrsmesse, darum, aus den sieben Varianten der Machbarkeitsstudie möglichst zwei Favoriten zu küren. «Mit der Sanierung Hallenbad steht uns eine weitere kostspielige Grossbaustelle bevor», sagte Stokholm. Diese Erneuerungen der Infrastrukturen würden sich auf die Stadtfinanzen auswirken. Auch deshalb rechne die Stadt 2019 mit einer Steuererhöhung, die aber von einem tieferen Steuerfuss der Schulen ausbalanciert werde. «Wir bleiben aber sicher am Ball», sagte Stokholm.

Für den musikalischen Rahmen sorgte eine Gruppe des Brückenangebots Frauenfeld unter der Leitung von Cenzo Keller und Cesar Baumgartner.

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