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FRAUENFELD: Strampeln für die Morgenpost

Lehrlinge bei der Post, die nicht im Besitz des Roller-Ausweises sind, stellen die Post per Velo zu. In Frauenfeld kommen deshalb zwei Lehrlinge in den Genuss zusätzlicher sportlicher Betätigung. Die beiden sind gleich schnell unterwegs wie die Roller-Fahrer.
Laura Willi
Die beiden Lehrlinge Albetrit Luma und Marcio Langhart bewältigen in ihrem Praktikum die Briefzustellung mit klassischen, gelben Postvelos. (Bild: Donato Caspari)

Die beiden Lehrlinge Albetrit Luma und Marcio Langhart bewältigen in ihrem Praktikum die Briefzustellung mit klassischen, gelben Postvelos. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Ein Anblick aus alten Tagen. Ein Pöstler, der mit seinem gelben Velo und Anhänger durch Frauenfeld kurvt und die Post zustellt. Handelt es sich dabei etwa um einen besonders ehrgeizigen Sportler? Weit gefehlt. Der ominöse Velo-Strampler ist ein Lehrling des Sortierzentrums der Post, der ein Praktikum in der Postverteilung absolviert und keinen Roller-Ausweis besitzt.

45 Kilogramm Post täglich

In Frauenfeld sind momentan gleich zwei solche Praktikanten im Einsatz. Sie machen ihre Lehre im Paketzentrum Frauenfeld. Marcio Langhart absolviert die dreijährige Lehre zum Logistiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis in der Distribution im Sortierzentrum. Albetrit Luma ist in der zweijährigen Lehre zum Logistiker mit eidgenössischem Berufsattest.

«Meine Route ist drei Kilometer lang, und ich stelle täglich durchschnittlich 45 Kilogramm Briefpost zu», sagt Luma. Es könne aber sein, dass die ganze Post nicht im Anhänger Platz habe. Er könne insgesamt fünf Kisten auf einmal mitnehmen – vorgestern seien es dreizehn gewesen, die er auslieferte. Dann könne er den Lehrmeister anrufen, und dieser bringe den Nachschub mit dem Roller vorbei. «Wenn der Lehrmeister aber keine Zeit hat, fahre ich wieder zurück und hole die Kisten selbst.» Der Arbeitstag beginnt um 6 Uhr morgens. «Dann beginnen wir mit dem Sortieren der Post nach Strassen», sagt Langhart. Für die Zustellung würden sie rund vier Stunden benötigen.

Zeitlimite für Rollerprüfung

Beide hätten gewusst, dass sie ohne Roller-Ausweis die Post mit dem Velo zustellen werden. «Weil ich nie Sport treibe, bin ich froh, dass ich so zu sportlicher Betätigung komme», sagt Langhart. Für Luma, der Fussball spielt, kommt das Velofahren der Kondition zugute.

«Wir haben meist fünf bis sechs solche Praktikanten pro Jahr», sagt Martin Hurst, Lehrlingsausbildner bei der Post. Diese müssten ihre Lehre nicht zwingend bei der Post absolvieren, sondern können auch von einer externen Firma stammen. Sie hätten aber auch viele Lehrlinge in der Zustellung, die ihre Lehre schon beginnen, bevor sie 16 Jahre alt sind. Dann würden diese die Post ebenfalls so lange mit dem Velo austragen, bis sie die Rollerprüfung bestanden hätten. In diesem Falle würden sie nach ihrem 16. Geburtstag ein Jahr Zeit haben, um den Ausweis zu erwerben. Wenn sie bei Lehrbeginn schon 16 Jahre alt sind, haben sie neun Monate Zeit. «Die Lehrlinge bekommen finanzielle Unterstützung, wenn sie die Prüfung in der vorgegebenen Zeit schaffen», sagt Hurst.

Da die Touren für neue Lehrlinge nur halb so lang sind, würden sie mit dem Velo etwa gleich viel Zeit brauchen wie jemand mit einer ganzen Tour mit dem Roller. «Die Lehrlings-Touren sind im Schnitt drei Kilometer lang und meist in unmittelbarer Nähe zum Logistikzentrum», sagt Hurst. Auch würde man darauf achten, dass die Zustellungs-Route eher flach sei. Ein Nachteil bei der Zustellung per Velo sei jedoch, dass nicht so viel Gewicht auf einmal mitgenommen werden könne.

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