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FRAUENFELD: Stark genug für Solarstrom

Das Elektrizitätsnetz muss mit der Zeit gehen. Denn die Menge an dezentral eingespeistem Strom steigt. Im Gegensatz zu ländlichen Netzen kann die Kantonshauptstadt Fotovoltaikanlagen bislang gut verkraften.
Mathias Frei
Hier geht’s zu den städtischen Werkbetrieben. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Hier geht’s zu den städtischen Werkbetrieben. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

In der Stadt ist Solarstrom kein Problem. Obwohl alle Fotovoltaikanlagen zusammen zu Bestzeiten bis zu sieben Megawatt ­kumulierte Leistung ins Frauenfelder Stromnetz einspeisen könnten. Dies im Vergleich zu den bis zu 27 Megawatt, die auf Stadtgebiet fliessen. Denn die grundsätzliche Herausforderung stellen die grossen Unterschiede bei der Solar-Einspeiseleistung dar. Das Netz verkrafte diese dezentralen Einspeisungen bislang problemlos, sagt Andreas Ziegler, Leiter Betrieb Elektrizität bei den Werkbetrieben. Das liegt an der Dichte und Stärke des Netzes auf grossen Teilen des Stadtgebiets – oder konkret an den relativ geringen Distanzen zwischen den Trafostationen untereinander und an den verbauten grossen Kabelquerschnitten. In ländlichen Aussenweilern wie Oberherten zum Beispiel sieht die Situation wieder anders aus.

Stromnetze sind gemäss Ziegler historisch so gewachsen, dass sie auf zentrale Einspeisung und dezentralen Verbrauch ausgerichtet sind. Wenig ausgebauten Elektrizitätsnetzen, etwa in ländlichen Gemeinden, wird zudem die Topografie zum Nachteil. Die Distanzen sind lang. So muss das Netz verstärkt werden, wenn eine grössere Fotovoltaikanlage gebaut wird. Die Kosten für Netzverstärkungen muss die Gemeinde tragen. Eine (Teil-)Rückvergütung durch Swissgrid, die nationale Netzgesellschaft, ist wahrscheinlich, aber nicht sicher. Zudem können die Kosten nur in Ausnahmefällen auf den Einspeiser abgewälzt werden. Es gilt der Grundversorgerauftrag.

«Unser Netz ist grosso modo zu Ende gebaut»

Im Frauenfelder Boden liegen rund 646 Kilometer Stromleitungen. Zudem sind über hundert Transformator- und Schaltstationen in Betrieb. «Unser Netz ist grosso modo zu Ende gebaut», sagt Ernst Haas, Direktor der Frauenfelder Werkbetriebe. Neuerschliessungen und damit mehr Leitungsmeter seien durchaus noch möglich, für das EW stünden aber in Zukunft eher punk­tuelle Netzverstärkungen im Fokus. Ein gutes Beispiel, wo Verstärkungen nötig werden, ist die Schweizerhof-Überbauung. Dort steigt durch das verdichtete ­Bauen der Leistungsbedarf pro Fläche stark an. «Bedarfsgerecht investieren wir laufend in un­ser Stromnetz», sagt denn auch Stadtrat Ruedi Huber als Vorsteher des Departements für Werke, Freizeitanlagen und Sport. So wurden im vergangenen Jahr an mehreren Orten Leitungen saniert und mehrere Trafostationen erneuert. Zudem wurde in Frauenfeld-West eine neue Trafostation erstellt, dies aufgrund einer grossen neuen Fotovoltaikanlage. Denn dieser Solarstrom fliesst direkt ins Mittelspannungsnetz.

Solarstrom kann nicht Tag und Nacht produziert werden. Batteriespeicher, wie sie durch den städtischen Energiefonds ­gefördert werden, könnten den Umstand der Spannungsschwan­kungen entschärfen. «Derzeit füh­ren wir eine Studie durch betreffend Quartier-Batteriespeicher», sagt Werke-Direktor Haas. Man wolle herausfinden, bei welcher Anzahl Personen ein solcher Stromspeicher sinnvoll sei. Jedoch seien Batteriespeicher für eine Speicherdauer von mehr als einigen Tagen die «falsche» Technologie, sagt Andreas Ziegler.

Schon heute setzen die Frauenfelder Werkbetriebe aber auf ­sogenannte Smart Meters, intelligente Stromzähler. Sie ermög­lichen einen effizienten Netz­betrieb und sollen so dazu beitragen, den Netzausbaubedarf zu verringern. Smart Meters als Bestandteil von intelligenten Netzen (Smart Grid) sind auch Bestandteil der Energiestrategie 2050 des Bundes. Innert sieben Jahren ab Inkrafttreten des Energiegesetzes und der entsprechenden Verordnungen – also vor­aussichtlich bis 2025 – müssen flächendeckend Smart Meters installiert sein. Frauenfeld hat in dieser Hinsicht die Zukunft kommen sehen und proaktiv gehandelt. Bereits heute sind deutlich über 60 Prozent der konventionellen Stromzähler durch Smart Meters ersetzt.

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