FRAUENFELD: Stadt will, jetzt muss Kanton wollen

Ein Neubau auf dem Oberen Mätteli: Das wäre die bevorzugte Standortlösung des Stadtrats für das Historische Museum. Nun liege der Ball beim Regierungsrat, heisst es in der Beantwortung einer Interpellation.

Mathias Frei
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Schloss Frauenfeld: Heimat des Historischen Museums Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Schloss Frauenfeld: Heimat des Historischen Museums Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Das Historische Museum Thurgau muss bleiben. Das ist die unmissverständliche Meinung des Stadtrats betreffend Standortfrage. Der Sitz des Historischen Museums, das im Schloss Frauenfeld angesiedelt ist und für Sonderausstellungen bisweilen das alte Zeughaus beim Staatsarchiv nutzt, werde «gerade hinsichtlich der engen Verbindung zwischen der Geschichte des Kantons und der Kantonshauptstadt belegt und gewürdigt». Das schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf die Interpellation «Das Historische Museum bleibt in Frauenfeld». SP-Gemeinderätin und Historikerin Monika Landert hatte den Vorstoss Mitte Dezember eingereicht, mitunterzeichnet von 30 Ratskollegen.

Gemeinderäte stärken Museum mit Vorstössen

Landerts Interpellation ist nach der Einfachen Anfrage von Kurt Sieber (SVP) der zweite Vorstoss aus dem Frauenfelder Gemeinderat, der sich für den Erhalt des Museumsstandorts stark macht.

Vergangenen November präsentierte der Stadtrat das Resultat eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs für das Areal von Stadtkaserne und Oberem Mätteli. Dabei schwang des Projekt «all day long» obenaus. Das Wettbewerbsergebnis zeige «insbesondere einen äusserst attraktiven Standort für die Ansprüche eines Historischen Museums (oder mehrerer Museen) auf, der grossen Spielraum für sich allenfalls auch noch ändernde Bedürfnisse zulässt», schreibt nun der Stadtrat. Für die Anliegen des Museums habe so eine optimale Ausgangslage geschaffen werden können. Laut Stadtrat wurden die Wettbewerbsergebnisse direkt nach Jurierung dem kantonalen Departement für Erziehung und Kultur vorgestellt und «die entsprechenden Unterlagen mit Bekräftigung für den Standort Frauenfeld offiziell deponiert». Die öffentliche Wettbewerbsausstellung sei sehr gut besucht worden, die Rückmeldungen zum vorgeschlagenen Museumsstandort seien äusserst positiv gewesen. «Dies lässt auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung schliessen, wie es in Frauenfeld zum Beispiel auch beim Neubau des Staatsarchivs der Fall war», stellt der Stadtrat fest. Darüber hinaus würde der Standort beim Bahnhof und neben dem Staatsarchiv viele infrastrukturelle Probleme lösen, ist der Stadtrat überzeugt. Auch die steigenden Besucherzahlen würden für den Standort Frauenfeld sprechen.

«Finanziell attraktive Lösung möglich»

Der Stadtrat habe dem Kanton wiederholt «das grosse Interesse» am Erhalt der kantonalen Museen in Frauenfeld bekräftigt. Zudem habe man für das Obere Mätteli die Planungsinitiative ergriffen und man sei bereit, diese Rolle weiterhin wahrzunehmen. Entsprechend stehe man mit der Bürgergemeinde als Eigentümerin des Oberen Mätteli in Kontakt. Überdies wolle man die gesamte Arealentwicklung Stadtkaserne/Oberes Mätteli zügig weiterführen. «Der Stadtrat ist überzeugt, dass sich aufgrund dieser Eigentumsverhältnisse für den Kanton eine finanziell attraktive Lösung für ein neues Historisches Museum in Frauenfeld entwickeln kann», ist zu lesen. Weitere Schritte würden vom Entscheid des Regierungsrats zur Ausrichtung der Thurgauer Museumslandschaft abhängen.

Die Umnutzung des Kasernenhauptbaus ist «nicht unmöglich, aber weniger vielversprechend». Für eine direkte oder ­indirekte Museumsnutzung könnten alternativ auch Flächen nördlich der Stadtkaserne zwischen Bahnlinie und Autobahn zur Verfügung stehen. Zudem ist für den Stadtrat eine Kombination zwischen dem Schloss und einem Neubau denkbar.