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FRAUENFELD: Springbrunnen macht den Rüpplin’schen Garten perfekt

Urwald ade! Dank der katholischen Kirchgemeinde und Anwohner Jürg Thomas Dünner gibt es in der Altstadt wieder einen gepflegten Barockgarten. Mit dem Einbau eines Wasserspiels ist die Wiederinstandstellung vorläufig abgeschlossen.
Leicht chaotisch: So sah der Rüpplin’sche Kaplaneigarten vor der Instandstellung im Frühling 2011 aus. (Bild: PD)

Leicht chaotisch: So sah der Rüpplin’sche Kaplaneigarten vor der Instandstellung im Frühling 2011 aus. (Bild: PD)

Schon in Matthäus Merians Stadtansicht von 1642 sind sie angedeutet, die Gärten an der westlichen Front der Altstadt. Heute würden die Grünanlagen oberhalb der Grabenstrasse liegen – wenn es sie noch gäbe. Geblieben ist einzig noch der Garten der Rüpplin’schen Kaplanei. Er ist in der Stadtansicht von 1672 von Josef Bieg von Engen klar zu erkennen. Auch die zwei kleinen Ecktürme, die den Garten noch heute begrenzen, sind bereits ersichtlich.

Dieser letzte Altstadtgarten fristete ein tristes Dasein – bis er nun wieder im formal-symmetrischen Barockstil und altem Glanz erscheint. Seit Ende Oktober letzten Jahres ist auch wieder ein Springbrunnen im Betrieb. «Auch auf alten Stadtsichten steht im Garten der Rüpplin’schen Kaplanei ein Wasserspiel», sagt Gabriel Müller. Der auf historische Bausubstanz spezialisierte Frauenfelder Architekt hat die Wiederaufwertung des Gartens seitens der katholischen Kirchgemeinde FrauenfeldPLUS begleitet, die Eigentümerin des «Hirschen» und der Kaplanei nebenan ist. Die Kaplanei wurde 1771 nach dem ersten Stadtbrand wieder aufgebaut.

Initiant des neuen alten Gartens ist Jürg Thomas Dünner. Er ist eine von fünf Mietparteien in den zwei Liegenschaften, die den Garten nutzen dürfen. Als er im Frühjahr 2010 in den «Hirschen» gezogen sei, habe sich der Garten als Urwald präsentiert. Dünner arbeitet beim Amt für Raumentwicklung und steht dadurch im Austausch mit der Denkmalpflege. Der verwilderte Garten liess ihn nicht mehr los. Bei der Denkmalpflege stiess er auf Pläne und Fotos von 1910, die den alten Garten zeigten. So machte er sich ab Herbst 2011 an die Wiederinstandstellung, mit dem Segen und im Auftrag der Kirchgemeinde. Über mehrere Jahre investierte er in seiner Freizeit rund 550 Arbeitsstunden in den Garten – inklusive Brunneneinbau. 280 Buchsbäumchen wurden gepflanzt, um die vier Beete einzufrieden. Im September 2016 am Internationalen Tag des Denkmals gab es Führungen durch die halböffentliche Anlage.

Dem Garten fehle aber noch der krönende Abschluss, fanden die Verantwortlichen. Ein Brunnen nach historischem Vorbild sollte es werden, in der Mitte der Anlage. Der für seine Natursteinarbeiten bekannte Christof Schenkel von Schloss Wellenberg kam für die Planung ins Spiel. Eine Firma aus dem St. Galler Rheintal fertigte den Sandsteinbrunnen an, der 650 Liter fasst. Die Kosten übernahm die Kirchgemeinde. Im schmucken Garten mit mehreren lauschigen Sitzplätzen und stilechter Möblierung gedeihen derweil Kräuter und Gemüse, auf den zwei Stufen zur Kaplanei hoch wachsen Reben und Beeren.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

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