FRAUENFELD: So viele Preise wie nie

Sechs Kantonsschüler feierten gestern einen besonderen Tag. Sie wurden für ihre Abschlussarbeiten von der Stiftung für Jugendförderung des Kantons ausgezeichnet. Die Maturanden überzeugten mit Einfallsreichtum.

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«Es ist Rekord, dass fünf Werke und damit die Hälfte der eingereichten Arbeiten eine Auszeichnung verdienen», sagte Otmar Dossenbach von der Stiftung für Jugendförderung an der gestrigen Ehrung der Maturaarbeiten in der Kantonsschule Frauenfeld.

Muriel Kruijver hat sich mit der Frage beschäftigt, ob die Leistung beim Laufsport durch Musik verbessert werden kann. «Immer mehr Leute joggen mit einem Stöpsel im Ohr durch die Gegend – das hat mich auf die Idee gebracht.» In einem 12-Minuten-Lauf hat sie 32 Probanden mit verschiedener Musik getestet. Das Ergebnis: Musik hat keinen direkten Einfluss auf die Leistung, aber sie motiviert. Mehr als die Hälfte der am Test beteiligten Läufer meinten, dass Laufen mit Musik im Ohr weniger anstrengend sei.

Ein Thema, das noch keines ist

Mit einem Thema, das ebenfalls kein exaktes Ergebnis zulässt, hat sich Loïc Montandon befasst: mit Dunkler Energie. «Die meisten Leute wissen nicht, was Dunkle Energie ist», sagte er zu Recht. Diese sei zwar noch nicht bewiesen, aber viele Vorgänge im Universum, wie etwa die Gravitation der Galaxien, liessen sich nur ­erklären, wenn man mit einer (noch) unsichtbaren Energie rechne. Dies müsse schon beim Entstehen des Universums vorhanden gewesen sein und mache über 90 Prozent der gesamten Materie im Universum aus, führte Montandon aus.

Ein ganz anderes Thema hat Jonas Vetsch gewählt. Beim Skifahren traf er Jan, einen 14-jährigen Buben ohne Hände und Beine. Diese wurden ihm als Kind in­folge einer Krankheit amputiert. Aus der Begegnung ist ein eindrücklicher Film entstanden, der zeigt, wie Jan seinen Alltag meistert. Jonas Vetsch hat filmisch alle technischen Sachen alleine gemeistert, und inhaltlich ist es ihm gelungen, ein subtiles Porträt von Jan zu zeichnen.

Viel Kreativität hat auch Timon Steiner mit seinem Roman «Silberpfad» bewiesen. In einem kurzen Text, den er las, wurde deutlich, mit welch reicher Symbolik er seine Geschichte ausstattete. Die Arbeit von Aina Tramaux und Philomène Vuffray war insbesondere für die Musikfreunde ein Leckerbissen. Sie analysierten drei Disney-Lieder und komponierten daraus noch drei neue Stücke.

Jurymitglied Otmar Dossenbach rief die jungen Leute dazu auf, den Elan, den sie in ihrer Arbeit zeigten, mit ins Berufsleben zu nehmen. «Fragen Sie sich nicht, wie viel Sie verdienen können, sondern machen Sie das, was Sie wirklich interessiert.»

Hugo Berger

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch