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FRAUENFELD: Sicher auf dem Velo in der Stadt

Damit es sich gut anfühlt, wenn man in die Pedale tritt. Eine überparteiliche Gruppe von mehr als 60 Einwohnern hat einen Massnahmenkatalog zusammengestellt: kleine Anpassungen, die wenig kosten.
Mathias Frei
Die Gruppe «Velofahren in Frauenfeld»: An der Zürcherstrasse vor dem Schlosspark wechselt man besser aufs Trottoir. (Bild: Reto Martin)

Die Gruppe «Velofahren in Frauenfeld»: An der Zürcherstrasse vor dem Schlosspark wechselt man besser aufs Trottoir. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Benjamin Stricker sagt es frei raus: «Ich fühle mich unwohl, wenn ich mit meinen Kindern in Frauenfeld Velo fahre.» Die Situation an der Zürcherstrasse vor dem Schlosspark an einem Dienstag um 17.30 Uhr versinnbildlicht dieses Unbehagen. Stadteinwärts rollen die Autos im Schritttempo, nebenan die Fussgänger auf dem Trottoir. Aber an die Velofahrer sei nicht gedacht, sagt CH-Gemeinderat Stricker. Waghalsige schlängeln sich auf der Strasse an den Autos vorbei, wer als Velofahrer auf Nummer sicher geht, wechselt aufs Trottoir – und riskiert eine Busse.

Und Fraktionskollegin Anita Bernhard doppelt nach: «Als Velofahrerin muss man sich in Frauenfeld über Verkehrsregeln hinwegsetzen, um sicher unterwegs zu sein.»

Bisher gehörten die Strassen den Autofahrern

Damit sich das ändert, gibt es nun einen Massnahmenkatalog. Eine Gruppe von über 60 Frauenfelderinnen und Frauenfelder steht dahinter. Den Kopf der Gruppe bildet nebst den beiden CH-Politikern Architekt Bruno Stäheli, der mit der IG Schmetterling einen Entlastungstunnel unter der Rheinstrasse propagiert, sowie FDP-Frau Andrea Ferraro, die auch Teil von Stähelis IG ist. Die Gruppe sei bewusst überparteilich angelegt und wolle sich vorerst nur ausserparlamentarisch für ihre Anliegen stark machen. So sind etwa die Kantonsräte Marianne Sax (SP), Gina Rüetschi (Grüne), Wolfgang Ackerknecht (EVP) und Stefan Leuthold (GLP) dabei sowie etliche Gemeinderäte aus den Reihen der Grünen, von FDP, SP, GLP, CH und EVP.

Das verfügbare Strassentrassee sei mehr oder weniger vom Autoverkehr besetzt, sagt Architekt Stäheli. Deshalb gehe es vielerorts letzten Endes um die Geschwindigkeit der Autos – respektive eine Temporeduktion. Die Gruppe hat zwei Dutzend heikle Velofahr-Stellen sowie Aspekte wie Einlenker, Winterdienst oder velofahrende Kinder angeschaut. Dazu sind konkrete Verbesserungsvorschläge formuliert. Es seien viele kleine Massnahmen, die schnell und vor allem günstig umgesetzt werden könnten, sagt Anita Bernhard. Es geht um sicheres und hindernisfreies Velofahren. Oft müssten die Wege der Velofahrer erkennbar gemacht werden, findet die Gruppe. Eigentlich müsste es einen städtischen Veloverantwortlichen geben, der die Arbeit weiterführe, welche die Gruppe angerissen habe, fordert Bruno Stäheli.

Der Stadtrat plant bis 2022 ein Langsamverkehrskonzept. Der Kanton stellt just heute ein entsprechendes Papier vor, auf das sich das städtische Konzept beziehen wird. Die Gruppe windet den zuständigen Stellen zwar ein Kränzchen. Konzepte seien schön und gut, aber sie müssten auch umgesetzt werden – besser heute als morgen. Dass dies geschieht, dafür wollen die Frauenfelder Velofahrer sorgen. «Aber wir sind keine Verkehrsplaner», sagt Benjamin Stricker. Deshalb ist auch bereits ein Gesprächstermin mit dem städtischen Tiefbauamt fixiert. Möglichst bald sollen Gespräche mit dem kantonalen Tiefbauamt folgen. Letzten Endes seien aber die Stadt- und die Regionalplanung gefordert, meint Stricker.

Mittelfristig sollen Stadt und Kanton einen Zeitplan für die Umsetzung der Massnahmen erstellen. Und jeden Monat sollen zwei bis drei Verbesserungsvorschläge realisiert werden. Das wollen die Velofahrer.

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