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FRAUENFELD: Schuld an allem ist ein Geburtstag

Die Idee für das «generations» entstand zu einer Zeit, als im Rathaussaal nur Klassikkonzerte an der Tagesordnung waren. Und trotzdem fand im Herbst 1998 erstmals das internationale Jazzfestival statt. Heute Abend startet die zehnte Ausgabe.
Mathias Frei
Am Masters-Konzert 2002 im Eisenwerk: George Mraz am Bass. (Bild: Nana do Carmo (4. Oktober 2002))

Am Masters-Konzert 2002 im Eisenwerk: George Mraz am Bass. (Bild: Nana do Carmo (4. Oktober 2002))

FRAUENFELD. Frauenfeld ist Uzwil oder Delsberg oder Mendrisio. Mittel-Land. Mit Ausnahme von einer guten Woche alle zwei Jahre. Wenn das «generations» ist. Das schreibt der bekannte Schweizer Journalist und Kolumnist Peter Rüedi zur zehnten Ausgabe des Jazzfestivals. Zehnmal «generations», seit 1998 alle zwei Jahre.

Runde Geburtstage müssen gefeiert werden. Dieser Meinung war auch Jazzsaxophonist Roman Schwaller, als es auf seinen Vierzigsten zuging. Ein Konzert mit seinem Wegbegleiter, dem belgischen Trompeter Bert Joris, sollte es sein – und zwar in Schwallers Heimat Frauenfeld im Bürgersaal. Joris ist auf den Tag genau gleich alt wie Schwaller, der damals in München lebte. Im Rathaus war man Ende der Neunzigerjahre aber nur mit Klassik vertraut. Erst nach Fürsprache von Schwallers Freund Robert Fürer, Frauenfelder Rechtsanwalt und damals Präsident der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, fand der Jazz am 18. Januar 1997 in den Bürgersaal.

Ein Kulturevent, aber nicht auf der Grossen Allmend

Fürer war Mitglied einer Arbeitsgruppe unter dem damaligen Stadtrat Sven Frauenfelder, die sich mit Stadtentwicklung befasste. Dort war 1996 die Idee entstanden, in Frauenfeld eine kulturelle Veranstaltung mit überregionaler Ausstrahlung zu etablieren, im Gegensatz zum Open Air aber nicht auf der Allmend. Fürer zählte eins und eins zusammen. Ein Jazzfestival. Mitte Januar 1997 konfrontierte er Schwaller damit. Dieser meinte, im Gegensatz zur Klassik gebe es im Jazz bisher keine Meisterkurse. Das «generations» ward geboren, mit seinen noch heute aktuellen Standbeinen Clubs, Konzerte und Masterclass-Workshops. Der Name rührt übrigens von Schwallers CD «Three Generations Of Tenorsax» .

«Das Konzept mit den drei Standbeinen hat sich bewährt», sagt Fürer. Nur da und dort sei ein wenig geschraubt worden. Eine Änderung gründet in der bei Peter Rüedi in Auftrag gegebenen Evaluation nach der fünften Ausgabe. Nachdem in den ersten Jahren bis zu 40 «Students» ohne Altersbeschränkung an den Workshops teilnahmen, konnten fortan nur noch 26 Musiker unter 26 Jahren in der Masterclass mittun.

Damals, 1997, ging es für Fürer und Schwaller aber vorerst darum, gut vernetzte Frauenfelder Organisationstalente um sich zu scharen. Beni Pfister und Werner Schiess zum Beispiel waren schon 1998 dabei und sind heute noch im OK, das mit vielen lokalen Persönlichkeiten bestückt ist.

Ein grosser Wurf, der gleichwohl Mut brauchte

Von Anfang an konnte das «generations» auch auf die Unterstützung der Kulturstiftung des Kantons Thurgau zählen. Humbert Entress folgte 1999 als Stiftungsratspräsidentin auf Fürer. Das Konzept des Festivals habe von Anfang an überzeugt, die Begegnungen über Generationen hinweg und dass Junge von Erfahrenen lernen konnten. «Frauenfeld war vom <generations> hingerissen», sagt Entress. Die Idee sei ein grosser Wurf gewesen. Gleichwohl habe es auch Mut gebraucht, ein solches Festival aufzuziehen.

Vreni Schawalder, erste Thurgauer Regierungsrätin, war 1998 Vorsteherin des Departments für Erziehung und Kultur. Selber fühle sie sich zur Klassik hingezogen, sagt sie. Trotzdem habe sie das erste «generations» beeindruckt, vor allem ein Auftritt von Roman Schwaller. Das Festival sei eine Bereicherung für den zu Unrecht als kultureller Holzboden gerügten Thurgau.

Fast immer im Publikum sitzt der bekannte Bandleader und Musiker Pepe Lienhard. Er wohnt seit Ende 2011 in Frauenfeld. «Zuvor war das <generations> für mich der einzige Grund hierhin zu kommen.» Er habe hier einmalige Konzerte und «pure jazz» erlebt, etwa 2004 mit Dick Oatts und Kenny Werner.

Brad Leali und Dick Oatts im Eisenwerk. (Bild: Susan Basler (1. Oktober 2004))

Brad Leali und Dick Oatts im Eisenwerk. (Bild: Susan Basler (1. Oktober 2004))

Roman Schwaller Festivaldirektor «generations» (Bild: Reto Martin)

Roman Schwaller Festivaldirektor «generations» (Bild: Reto Martin)

Robert Fürer Komiteepräsident «generations» (Bild: Donato Caspari)

Robert Fürer Komiteepräsident «generations» (Bild: Donato Caspari)

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