FRAUENFELD: Rat ernennt Dreyer zur höchsten Frauenfelderin

Seit gestern Abend präsidiert die CVP-Politikerin Susanna Dreyer den Gemeinderat. Neugewählte Vizepräsidentin ist Barbara Dätwyler von der SP, sie wäre die vierte Frau im Präsidium en suite.

Samuel Koch
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Die Frischgewählten gratulieren sich: Gemeinderatsvizepräsidentin Barbara Dätwyler und Präsidentin Susanna Dreyer. (Bild: Reto Martin)

Die Frischgewählten gratulieren sich: Gemeinderatsvizepräsidentin Barbara Dätwyler und Präsidentin Susanna Dreyer. (Bild: Reto Martin)

Es dauerte. Erst nach längeren Diskussionen um das Stadtkasernen-Geschäft folgte in der gestrigen Gemeinderatssitzung das «wichtigste Traktandum», wie es Christoph Regli als CVP/EVP-Fraktionspräsident bezeichnete. Zum Glück – durften sich einige gedacht haben. Sonst hätte es einerseits ein Teil der Familie von Susanna Dreyer, angereist aus Italien, aufgrund eines Staus am Gotthard wohl nicht rechtzeitig zur Wahl zur neuen Gemeinderatspräsidentin geschafft. Andererseits wäre Barbara Dätwyler selbst wegen einer SBB-Stellwerkstörung in Schlieren wohl zu spät zur Wahl zur neuen Vizepräsidentin erschienen.

Vorerst aber liess Noch-Präsidentin Ursula Duewell (FDP) ein «belebtes Präsidialjahr» Revue passieren. «Mein Wahljahr hat mir viel Freude bereitet», sagte die 55-jährige Betriebsökonomin und Familienfrau, ehe sie auf viele Rücktritte und wichtige Amtsgeschäfte wie die Wärme Frauenfeld AG zurückblickte. Duewell bedankte sich für die vielen Einblicke an Anlässen. «Ich habe gesehen, wie sich die Bevölkerung einsetzt, und danke allen für ihren Einsatz für eine lebenswerte Stadt», schloss Duewell. Der Rat bedankte sich mit Applaus.

In Duewells letzter Amtshandlung als Präsidentin wählte der Gemeinderat Susanna Dreyer von der CVP mit grosser Mehrheit. Mit Applaus der Ratskollegen verabschiedete sich Duewell auf ihren angestammten Platz. «Ich danke allen für die Wahl», sagte Dreyer, die aufgrund des gesundheitlichen Forfaits von Christian Wälchli im Sprint innert zweieinhalb Monaten Präsidentin wurde. «Mein Dank geht auch an meinen Mann und meinen Sohn», welche Dreyer in ihrem Entscheid bestärkten. Die 64-Jährige erfüllt es mit Stolz, dass sie als «Seemeitli» aus Steckborn zur höchsten Frauenfelderin gewählt worden sei und sie erhofft sich eine gute Gesprächskultur im Rat, Fairness, Disziplin, Vertrauen und Aufrichtigkeit, «die einzige Basis in der Gesellschaft». Dreyer blickte mit Vorfreude auf eine gute Zusammenarbeit und beendete ihre Rede vom Präsidentensitz: «Ich freue mich auch auf viele Begegnungen und Gespräche mit der Frauenfelder Bevölkerung.»

Der Präsidentensitz in Frauenfeld könnte bald in Präsidentinnensitz umbenannt werden, denn Frauen haben darauf Hochkonjunktur. Nach Dreyer wählte der Rat Barbara Dätwyler (SP) zur Vizepräsidentin – sie wäre die vierte Präsidentin in Folge.

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch