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FRAUENFELD: Quereinsteiger sind selten

Oberst Reto Brunschweiler ist seit Juni 2017 Schulkommandant in der Kaserne Auenfeld. Bis jetzt hatten er und seine Mitarbeiter unter anderem mit der Weiterentwicklung der Armee alle Hände voll zu tun.
Christian Ruh
Oberst Reto Brunschweiler auf dem Gelände der Kaserne Auenfeld. (Bild: Reto Martin)

Oberst Reto Brunschweiler auf dem Gelände der Kaserne Auenfeld. (Bild: Reto Martin)

Christian Ruh

christian.ruh@thurgauerzeitung.ch

«Die Arbeitswelt von Berufsmilitärs ist anders als die von Zivilisten», sagt Oberst im Generalstab Reto Brunschweiler. Seit einem halben Jahr ist der Frauenfelder Kommandant der Rekrutenschule (RS) in der Kaserne Auenfeld. Es existiere kein offener Arbeitsmarkt, damit seien auch Quereinsteiger eine Seltenheit. Daher gebe es ein sehr spezielles Jobsystem: «Wir werden regelmässig an andere Standorte und in neue Funktionen kommandiert, damit wir unser Wissen erweitern und dieses Know-how auch weiter vermitteln können.»

Der Frauenfelder ist in seiner Freizeit Quartiervereinspräsident von Erzenholz-Horgenbach-Osterhalden, wo er mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern wohnt. «Wir arbeiten in der Regel über 50 Stunden in der Woche, zwischendurch auch einmal übers Wochenende. Da kommt die Familie oft etwas zu kurz.» Dank seines Wohnortes hat Brunsch­weiler aber einen kurzen Arbeitsweg. So kann er trotz langer Arbeitstage eher einmal Zeit mit der Familie verbringen. Momentan ist er bis 2021 als Schulkommandant in Frauenfeld geplant, in welche Richtung es dann geht, weiss er noch nicht. «Das kommt ganz darauf an, welche Bedürfnisse mein Arbeitgeber hat, in welche Richtung ich gerne gehen würde und wie ich mich hier als Schulkommandant mache», fügt Brunschweiler scherzend hinzu.

Veränderungen innerhalb der Armee

38 Mitarbeiter, zwei Rekrutenschulen, zwei Unteroffiziersschulen und diverse Spezialkurse. Für alle diese Bereiche ist Oberst Reto Brunschweiler zuständig. «Kompaniekommandanten und Zugführer werden auch direkt von mir ausgebildet, den Grossteil bestreiten aber meine Mitarbeiter», sagt der Schulkommandant.

In Frauenfeld sind die Informatikschulen 61 (Ik S 61) stationiert, welche den Auftrag haben, Informatikspezialisten für die ganze Armee auszubilden. Diese RS entstand Anfang Jahr aus der Übermittlungs- und Führungsunterstützungs-RS 61. «Im Rahmen der Weiterentwicklung der Armee wurde der Name auf Anfang dieses Jahres geändert, inhaltlich bilden wir aber ähnliche Funktionen aus», sagt der Sohn des Frauenfelder alt Präsidialamt-Chefs Hans Brunschweiler. «Im Bereich der Ausbildung gibt es aber Änderungen. Alle Rekruten absolvieren diese vollständig, also 18 Wochen.» Erst dann beginne die Kaderausbildung, in welcher Führungs- und Ausbildungskompetenzen weiter verbessert werden. «Ausserdem wird es nur noch zwei Rekrutenschulen pro Jahr geben, nicht mehr drei. Am 15. Januar starten wir das erste Mal in dieser neuen Aufstellung mit fast 500 Rekruten.»

Diese Umstellung war nicht ohne: «Wir führten laufend Rekrutenschulen und Kurse durch, mussten aber die Planung für die Umstellung ab 1. Januar 2018 zur selben Zeit machen. Das war eine Herausforderung für meine Mitarbeiter und mich», sagt Brunsch­weiler. Das Team freut sich jetzt auf die neuen Rekruten – die ersten, die nach dem neuen System ausgebildet werden. «Das wird nicht nur für sie eine Herausforderung, sondern auch für uns. 500 Rekruten heisst 500 verschiedene Persönlichkeiten, Charaktere, Ansichten, Ziele und persönliche Schicksale.»

Erwachsenenbildung mit gefährlichen Aspekten

«Neben der Führung des Berufspersonals gehören zu meinen Aufgaben auch die Festlegung der Inhalte, die Planung der Finanzen, die eigene Tätigkeit als Ausbilder und vieles mehr. Ich habe den abwechslungsreichsten und spannendsten Job, den ich mir vorstellen kann.»

In den Rekruten- und den Unteroffiziersschulen wird Erwachsenenbildung betrieben, jedoch mit einem grossen Unterschied: «Wir können die Leute nicht immer individuell lernen lassen. Manche der Lernvorgänge sind gefährlich, da sie mit Waffen oder Fahrzeugen zu tun haben.»

Am kommenden Freitag darf der 48-Jährige über 80 Absolventen der Unteroffiziersschule in den Rang des Wachtmeisters befördern. Damit haben sie ihre erste Führungsausbildung abgeschlossen. «Unteroffizier ist ein Sammelbegriff einer Gradgruppe, dazu gehören nebst dem Wachtmeister auch andere wie der Feldweibel und Fourier», sagt Brunschweiler. Vier Wochen lang besuchten die Anwärter die Unteroffizierschule. Der Wachtmeister ist auf die Führung einer Gruppe von fünf bis zehn Leuten ausgerichtet. «Es gibt einen grossen Unterschied zwischen der militärischen Führungsausbildung und einem zivilen Pendant. Im Militär kann das theoretisch Gelernte praktisch angewendet werden. Dabei bekommt man sofort ein Feedback und weiss, ob es funktioniert hat oder nicht», sagt Reto Brunschweiler. Aus den Fehlern könne man ohne negative Folgen lernen. «In zivilen Berufen können Fehler viel Geld oder gar den Job kosten.»

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