FRAUENFELD: Noch mehr Zimmer

Knapp zwei Jahre nach der Eröffnung soll das Hotel Frauenfeld um 15 Ein-Zimmer-Studios für Dauergäste erweitert werden. Noch fehlt die definitive Baubewilligung, doch Geschäfsleiterin Simona Maier ist zuversichtlich.

Rahel Haag
Drucken
Teilen
Die Erweiterung des Hotels Frauenfeld soll auf dem vorgelagerten Gewerbetrakt entstehen. (Bild: Reto Martin (2. April 2015))

Die Erweiterung des Hotels Frauenfeld soll auf dem vorgelagerten Gewerbetrakt entstehen. (Bild: Reto Martin (2. April 2015))

Rahel Haag

rahel.haag@thurgauerzeitung.ch

Das Hotel Frauenfeld soll um 15 Zimmer erweitert werden. Sie sind für Dauergäste bestimmt. «Die Nachfrage ist da», sagt ­Geschäftsleiterin Simona Maier. Bereits heute würden sie Dauergäste beherbergen – allerdings in gewöhnlichen Hotelzimmern. «Zum Glück sind sie grosszügig.» Gleichzeitig sei es aber eben doch nur ein Zimmer. Zwar gebe es eine Gemeinschaftsküche und auch Waschtürme, «aber das sei nicht jedermanns Sache», sagt Maier. Ein Arzt, der während rund vier Monaten am Kantonsspital praktiziert hat, entschied sich wegen dieser Umstände gegen einen Aufenthalt im Hotel.

Deshalb sollen nun auf dem vorgelagerten Gewerbetrakt, dem Tankstellenshop, Ein-Zimmer-Studios mit einer eigenen Küchenzeile und Aussensitzplatz entstehen. «Das wird eine schöne Geschichte.» Durch die Studios könnten Dauergäste autarker werden. Sie sollen auch von mehr Stauraum profitieren. «Einer unserer Dauergäste hat bereits gesagt, dass er als erster eines dieser Studios beziehen will», sagt Maier.

Ohne Kündigungsfrist oder Mietvertrag

Bei den Dauergästen gebe es ganz unterschiedliche Wünsche. Teilweise werden sie von regionalen Firmen angefragt, die auf der Suche nach einer Unterkunft für Mitarbeiter sind. Andere melden sich, wenn sie eine Stelle in der Region antreten, mit ihrer Familie aber in einem anderen Teil der Schweiz wohnen. «In dieser Situation muss man sich erst einmal überlegen, wo man in Zukunft leben möchte», sagt Maier. Für die Betreffenden sei ein Zimmer im Hotel praktisch: «Wir haben keine Kündigungsfristen oder Mietverträge.» Zudem profitieren die Gäste vom Service des Hotels. Einmal in der Woche werde das Zimmer geputzt und die Bettwäsche gewechselt. «Daran denke ich jeweils, wenn ich am Wochenende zu Hause putze», sagt Maier und schmunzelt. Doch die Studios sollen nicht nur von Dauergästen genutzt werden. Vielmehr seien sie multifunktional einsetzbar. «Im Sommer könnten sie von Feriengästen genutzt werden.» Gleichzeitig könnten Ortsansässige ihre Bekannten oder Verwandten, die zu Besuch seien, dort unterbringen.

Das Baugesuch lag bereits im Dezember auf, und auch die Baueingabe sei gemacht. Jetzt heisst es abwarten, die definitive Bau- bewilligung steht noch aus. «Ich bin zuversichtlich, dass es klappt», sagt Maier. Sollte dem so sein, rechnet sie damit, zwischen Juli und September Eröffnung feiern zu können. «Wenn wir beginnen können, sollte es rassig gehen.» Sie wollten die Holzelementebau-Technik anwenden. Dabei würden die Studios als ­Einheiten in Form von Kuben ­erstellt. «Im Anschluss könnten diese wie beim Lego-Prinzip ­zusammengesetzt werden.» Das Projekt werde rund zwei Millionen Franken kosten. Die Mietpreise für die neuen Studios sind noch nicht festgelegt. «Aktuell bezahlen unsere Dauergäste zwischen 1000 und 1200 Franken pro Monat.»

«Wir profitieren von den grossen Veranstaltungen»

Tendenziell sei das Hotel Frauenfeld gut ausgelastet, und die Buchungen würden steigen. «Wir profitieren von grossen Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Open Air, in der Region», sagt Maier. Zudem gebe es viele «Wiederholungstäter». Das Hotel überzeuge mit seiner unkomplizierten Art. Der Frühstücksraum ist rund um die Uhr geöffnet. Hier können sich die Gäste jederzeit treffen. Auch Getränke würden zur Verfügung gestellt, teilweise kostenlos. Das Angebot werde rege genutzt. Mittlerweile würden sich die Gäste zum Teil kennen. Sie schätzten diesen Ort des Zusammenkommens. «Auch das Apassionata-Team kommt jeweils ins Hotel, wenn die Show in Zürich gastiert», sagt Maier. Nur die Pferde werden nicht im Hotel untergebracht.