FRAUENFELD: Neue Treppe nimmt Formen an

Beim Wohnblock mit der eingestürzten Treppe an der Oberwiesenstrasse kehrt im März wieder Normalität ein. Nun ist die Schadensumme bekannt, womit sich für die Bewohner die Mieten halbieren.

Samuel Koch
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Das neue Treppenhaus steht, ist aber noch unzugänglich. Die Bewohner benutzen weiter das provisorische.

Das neue Treppenhaus steht, ist aber noch unzugänglich. Die Bewohner benutzen weiter das provisorische.

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Noch ist sie abgedeckt, mit Sperrgittern, schwarzen Blachen und verschraubtem Holz. Noch haben die Bewohner der Oberwiesenstrasse 55 in Frauenfeld nur über das improvisierte Treppenhaus Zugang zu ihren Wohnungen. An einem Nachmittag Anfang Ja­nuar krachte das fünfstöckige Treppenhaus des 1972 erbauten Wohnblocks Knall auf Fall in sich zusammen. Wie durch ein Wunder verletzte sich dabei niemand (unsere Zeitung berichtete).

Nun ist das neue Treppenhaus, das sich hinter den Absperrungen versteckt, schon bald fertig, wie Jutta Mauderli von der Eigentümerin Logis Suisse AG sagt. «Wir hoffen, dass bis Ende Februar alles montiert ist, damit die Bewohner wieder gewohnt zu ihren Wohnungen können», sagt sie. Nach der Beinahe-Katastrophe ist das Treppenhaus ausgemessen, und der Bauschutt beseitigt, dann die Produktion des neuen Treppenhauses aus Stahl gestartet worden.

Die exakte Ursache für den Einsturz kann weiterhin nicht endgültig getroffen werden, wie der zuständige Statiker Edi Schmid sagt. «Es sind verschiedene Einflüsse möglich», meint er. Rostende Bewehrungseisen oder Wasser in Rissen, das durch Gefrieren den Beton «wegsprengt». Schmid betont aber auch, dass die Fläche, worauf die Treppe auf jeder Etage aufgelegen sei, minimalste Abmessungen aufweist. Damals seien solche Abmessungen üblich gewesen, heute würden bei solchen Konstruktionen aber massivere gewählt.

Glas zum Schutz an den offenen Laubgängen

Das neue Treppenhaus sichern in Zukunft zusätzlich montierte Stahlträger ab. Sobald die Arbeiten Ende Februar vollendet sind, wird Statiker Schmid nochmals einen Augenschein nehmen, ehe die Aufgänge wieder freigegeben werden. Im März werden zum weiteren Schutz vor dem Wetter auf allen Etagen Glasscheiben im Bereich der Treppe installiert. «So tropft es bei Regen nicht mehr direkt ins Treppenhaus», meint Jutta Mauderli. Dieselben Massnahmen trifft die Logis Suisse AG im Wohnblock nebenan an der Oberwiesenstrasse 57, denn ein weiteres Unglück will die Eigentümerin um jeden Preis verhindern.

Mittlerweile ist auch die Schadensumme bekannt, welche die Eigentümerin selber berappen muss. «Der Schaden beläuft sich auf rund eine Viertelmillion, was keine Versicherung bezahlt», sagt Mauderli. Sobald alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird den Bewohnern die Hälfte der Mieten für die Umstände zurückerstattet. Warum das erst dann geschieht, hat laut Mauderli einen einfachen Grund: «Um die Mietzinsreduktion berechnen zu können, müssen wir wissen, wie lange die Beeinträchtigung dauerte.» Mauderli freut sich, dass an der Oberwiesenstrasse bald wieder alles seinen gewohnten Gang nimmt.

Ebenso die Bewohner. «Der Zugang zur Wohnung ist mühsam und beschwerlich», sagt eine Mieterin, die gerade über die provisorische Treppe und eine Garage unterwegs zum Waschraum ist. Der Schock und die Angst seien glücklicherweise verflogen.