FRAUENFELD: «Müssen ums Museum kämpfen»

Der Stadtrat soll aufzeigen, wie er sich für den Erhalt des Historischen Museums einsetzen will. Das fordert SP-Gemeinderätin Monika Landert. 30 Parlamentarier haben die Interpellation mitunterzeichnet.

Mathias Frei
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Das Schloss Frauenfeld: Hier ist das Historische Museum Thurgau daheim. (Bild: Andrea Stalder)

Das Schloss Frauenfeld: Hier ist das Historische Museum Thurgau daheim. (Bild: Andrea Stalder)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Das kommt im Gemeinderat selten vor: Vorstösse von links und rechts, die sich für dasselbe einsetzen. Das Historische Museum Thurgau scheint ein Politikum zu sein, das über Parteigrenzen hinaus eint. Jetzt fordert SP-Gemeinderätin Monika Landert in einer Interpellation Einsatz des Stadtrats für den Erhalt des Museums in Frauenfeld. Anfang Jahr hatte bereits SVP-Gemeinderat Kurt Sieber eine Einfache Anfrage eingereicht und sich für den Museumsstandort stark gemacht. Siebers Vorstoss war im Mai vom Stadtrat grundsätzlich im Sinne eines Erhalts des Museumsstandorts beantwortet worden. Die Interpellation von Historikerin Landert haben vergangenen Mittwoch 30 Gemeinderäte mitunterzeichnet.

«Es ist im Sinne der Stadt Frauenfeld, dem Kanton klare Signale zu geben, dass sowohl auf der exekutiven wie auf der legislativen Ebene die Bereitschaft und der Wille da ist, sich für den Erhalt des Historischen Museums in der Stadt einzusetzen», ist Landert der Meinung. Deshalb fordert sie vom Stadtrat, «seine Bereitschaft, das Historische Museum in Frauenfeld zu behal­- ten, nachdrücklich zu bestätigen und aufzuzeigen, welche Mass­nahmen er dafür bereit ist um­zusetzen».

Oberthurgau bringt Frauenfeld in Zugzwang

Seit längerem ist bekannt, dass das Historische Museum Thurgau auf lange Sicht keine Zukunft hat im Schloss Frauenfeld. Die bestehenden Räumlichkeiten erschweren einen zeitgemässen Museumsbetrieb. Im Rahmen einer ersten Evaluation favorisierte der Kanton das Romanshorner Kornhaus. Der Standort zerschlug sich aber nach einem Besitzerwechsel. Dann brachte sich Arbon mit dem Schloss ins Spiel. Oberthurgauer Politiker wurden mit Vorstössen im Arboner Gemeindeparlament und im Grossen Rat aktiv. Der Kanton jedoch taxierte das Arboner Schloss als ungeeignet für ein kantonales Museum. Die Oberthurgauer Vorstösse würden Frauenfeld in Zugzwang bringen. Es müsse «aktiv dafür gekämpft werden», das Museum in der Stadt zu halten. In einem Interview mit der TZ diesen Oktober stellte Stadtpräsident Anders Stokholm fest, es sei «sicher nötig, dass wir unsere Argumente sinnvoll plazieren». Im Vordergrund stehe, «dass gute Argumente für Frauenfeld sprechen».

SP-Gemeinderätin Landert fordert aber konkretere Zugeständnisse, als sie bislang getätigt wurden. «Frauenfeld ist nicht nur Hauptstadt des Kantons Thurgau, sondern soll sich auch als Kulturstadt weiter profilieren, und dazu gehört auch, dass das Historische Museum in Frauenfeld bleibt.» So will sie wissen, ob der Stadtrat gewillt ist, «in Zusammenhang mit der Neuplanung des Kasernenareals sich aktiv dafür einzusetzen, dass das Historische Museum auf dem neugestalteten Areal Platz findet». Sie spricht darauf an, dass sich das Siegerprojekt des Stadtkaserne-Ideenwettbewerbs einen Museumsneubau auf dem Oberen Mätteli vorstellen kann. Ein solcher Neubau, findet Landert, wäre «auch städtebaulich ein grosser Gewinn für die Stadt Frauenfeld und für das Museum. Es würde ein neues kulturelles Zentrum entstehen, gerade in Verbindung mit dem Staatsarchiv». Das Obere Mätteli befindet sich aber in Besitz der Bürgergemeinde. Landert erkundigt sich deshalb, ob zwecks Zusammenarbeit schon Kontakt mit der Bürgergemeinde aufgenommen worden sei. Und sie interessiert sich auch, wie sich der Stadtrat eine allfällige Unterstützung des Museums vorstellen kann.

Das Historische Museum als Ort, wo die Geschichte des Thurgaus sichtbar wird, gehöre in die Kantonshauptstadt – nebst verschiedenen kantonalen Einrichtungen und Behörden, stellt Landert fest. «Die enge Verbindung zwischen der Geschichte des Kantons und der Stadt soll durch den Sitz des Museums in Frauenfeld belegt und gewürdigt werden.»