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FRAUENFELD: Modelleisenbahner und ihre Leidenschaft

Das Interesse an der Modellauto- und -eisenbahnbörse, die im Casino über die Bühne ging, hielt sich in Grenzen. Heutzutage würden viele den Tausch und Handel übers Internet abwickeln, beklagt ein Sammler.
Hugo Berger
Peter Fischer mit seinem Sohn Michael.

Peter Fischer mit seinem Sohn Michael.

Hugo Berger

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Im Casino reiht sich am Samstag Tisch an Tisch mit originalverpackten und gebrauchten Modelleisenbahnen und Modellautos. Dazwischen flaniert das Publikum, schaut hier eine Lok an, dort ein detailgetreues Modell eines Autos, stellt Fragen; da und dort sind Kunde und Verkäufer in ein Fachgespräch vertieft.

«Die Loks, die in den Schachteln stecken, sind neu, die unverpackten gebraucht», klärt Paul Rüegg einen potenziellen Kunden auf. Das Kaufinteresse halte sich in Grenzen, und die Preise seien im Keller, meint er. «Für eine Krokodil-Lok zahlte man früher 800 bis 2000 Franken, heute bekommt man noch knapp die Hälfte dafür.» Der Verkauf laufe heute zum grössten Teil übers Internet. «Dort sieht man schöne Bilder, aber man weiss dann nicht, ob die Lok auch läuft», sagt er.

Der Rentner aus Pfäffikon ZH hat schon als Kind seine Leidenschaft für Modelleisenbahnen entdeckt. «Es begann damit, dass mir mein Vater eine elektrische Eisenbahn schenkte.» Heute beansprucht Rüeggs Anlage den ganzen Dachboden, und ihr Wert beträgt rund 100000 Franken. Da aber niemand in seiner Verwandtschaft Interesse für die Anlage zeigt, will er diese nach und nach verkaufen – bis auf sein Lieblingsstück, eine Krokodil-Lok. Diese steht zu Hause in einer Vitrine, und er versichert: «Da müsste es mir schon furchtbar schlecht gehen, dass ich diese verkaufte.»

Peter Fischer hat dagegen bereits einen Nachfolger. Sein Sohn Michael ist schon längst mit dem Eisenbahnvirus infiziert. «Das liegt bei uns in der Familie», sagt Fischer. Und lächelnd erinnert er sich: «Mein Vater schenkte mir zu Weihnachten eine Märklin-Eisenbahn. Doch an der Bescherung musste ich zusehen, wie er und Grossvater auf dem Boden damit spielten.» Er sei froh, dass sein Sohn ein sinnvolles Hobby habe, das sei auf jeden Fall besser, als den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen.

Eine Uhrwerk-Lok zum Aufziehen

Alois Schneider ist nicht nur ein leidenschaftlicher Modelleisenbahner, er hatte auch in seinem Berufsleben mit der Eisenbahn zu tun: Er war jahrelang Bahnhofvorstand bei der Frauenfeld-Wil-Bahn in Matzingen. Seine erste Lok war eine sogenannte Uhrwerk-Lok, die man aufziehen musste. Heute umfasst seine Sammlung 150 Loks und 200 Wagen. «Jetzt bin ich in ein Alter gekommen, in dem man den Bestand langsam abbaut», sagt er.

Die Familie Gilg aus Kaltenbach hat sich dem Modellauto verschrieben. «Wir haben über 400 Modellautos zu Hause, manche im Doppel, nur diese verkaufen wir», erklärt Janina Sigg-Gilg. Das Lieblingsauto ihres Vater ist der Porsche 9/12. «Dieses Modell ist sehr detailgetreu. Sogar die Sitze lassen sich verstellen», schwärmt Hans Peter Gilg.

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