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FRAUENFELD: Mehr Velo und ein kurzer Tunnel

Die Meinungen zum städtischen Mobilitätskonzept gehen stark auseinander. Das hat die Vernehmlassung ergeben. Eine wichtige Neuerung, die aus den Rückmeldungen resultiert, ist ein Konzept für den Frauenfelder Langsamverkehr.
Mathias Frei
Ein Velofahrer im Postkreisel im Frauenfelder Zentrum. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Velofahrer im Postkreisel im Frauenfelder Zentrum. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. Mit einem sehr guten Feldstecher sieht man ihn jetzt wieder, den Tunneleingang. Nach der Absage des Bundes, eine Frauenfelder Stadtentlastung aus dem Agglomerationsprogramm zu finanzieren, nehmen nun der Kanton und die Stadt neuen Anlauf. Kommendes Jahr soll eine entsprechende Machbarkeitsstudie vorliegen. Die Federführung liegt beim kantonalen Tiefbauamt, «unter enger Begleitung durch den Stadtrat», wie es im Vernehmlassungsbericht zum städtischen Mobilitätskonzept heisst. Aus finanziellen Gründen liegt der Fokus auf einer zentrumsnahen Stadtentlastung, also einem kürzeren Tunnelbau.

Urs Müller Stadtrat Frauenfeld (Bild: Nana do Carmo)

Urs Müller Stadtrat Frauenfeld (Bild: Nana do Carmo)

Es seien ja schon einige Varianten vorhanden, die man sich unter den neuen Voraussetzungen detailliert anschaue, sagt Stadtrat Urs Müller, der dem Departement für Bau und Verkehr vorsteht. Auch die Tunnelvariante des Frauenfelder Architekten Bruno Stäheli respektive der IG Schmetterling soll Aufnahme finden in den aktualisierten Machbarkeitsabklärungen.

Heute planen, Spatenstich 2025

In verschiedenen Vernehmlassungs-Rückmeldungen wurde die Forderung laut, das Ziel einer Stadtentlastung weiter zu verfolgen und ihre Realisierung zu forcieren. Dieser Meinung sind CVP, EDU sowie Gewerbeverein und Industrie- und Handelsverein. Die SVP hätte die Stadtentlastung gerne schon vor der Rheinstrasse-Sanierung. Die FDP fordert, die Planung der IG-Schmetterling-Variante müsse heute beginnen, «damit ein Spatenstich 2025 erfolgen kann». Derweil kommt für den VCS Thurgau «nur eine Verbindung zwischen der A1 und A7 in Frage». Dies verwirft der Stadtrat aber: zu geringe Wirkung auf den Verkehr bei «sehr hohen Kosten». Einzig CH spricht sich dafür aus, «auf weitere Studien zu Entlastungsstrassen zu verzichten».

Links-Grün macht Druck

Die Stadtentlastung ist das eine grosse Thema in der Vernehmlassung, der Langsamverkehr und öV das andere. Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen – in der Hauptsache von CH, den Grünen, der SP. der GLP, des VCS und von Pro Velo – sieht der Stadtrat beim Langsamverkehr zusätzlichen Handlungsbedarf. Als wichtige Anpassung will der Stadtrat im Massnahmenpaket 1 (2016–2022) ein städtisches Langsamverkehrskonzept erarbeiten. Das städtische Konzept soll auf dem derzeit entstehenden kantonalen Langsamverkehrskonzept fussen, sagt Stadtrat Müller. In einem ersten Schritte werde es darum gehen, bestehende Erkenntnisse zusammenzuführen. Müller nennt den Fuss- und Veloweg-Check der Stadt als Beispiel. Das neue Langsamverkehrskonzept soll dazu beitragen, den für die Zukunft prognostizierten Mehrverkehr auf Fuss- und Velowege zu verlagern. CH fordert für den Verkehrs-Modalsplit, also die Verteilung auf die verschiedenen Verkehrsträger, im Jahr 2030 ein verbindliches Ziel. Die EVP fordert den Stadtrat auf, «sich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, dass der Motorisierte Individualverkehr (MIV) stärker wächst als gewünscht». Während die SP die zu wenig wirksamen Massnahmen für die Verkehrsverlagerung moniert, hält die FDP den vom Stadtrat angestrebten Modalsplit für unrealistisch.

ÖV kommt bei allen an

Für den öV machen sich Parteien und Organisation jeglicher Couleur stark. So wünscht sich der VCS eine SBB-Haltestelle bei Häberlinstrasse-Brücke. Die SVP fragt nach dem Stand der S-Bahn-Haltestelle in Frauenfeld-Ost. Die SP hofft auf eine frühere Umsetzung der Stadtbus-Bevorzugung auf dem Fahrstreifen. Die FDP und GLP fordern höhere Takte von Stadtbus und SBB, die EDU wiederum wünscht eine gute Fahrplanstabilität.

CH will das Mobilitätskonzept um eine Tempo-30-Zone auf der Promenade und in der Vorstadt ergänzt sehen. Stadtrat Müller würde in dieser Thematik gerne vorwärts machen und möglichst bald eine Verkehrsberuhigung einführen. Der Kanton jedoch sei noch zurückhaltend.

Grüne: Halb so viele Parkplätze

Bei den Parkplätzen gehen die Meinungen auseinander. Die Grünen fordern die Halbierung der Anzahl öffentlicher Parkplätze. Als Vorbild soll der Zürcher Parkplatz-Kompromiss von 1996 dienen. Laut Bericht plädiert die GLP für eine «bessere Lösung für Pendler von ausserhalb Frauenfeld, welche zum Bahnhof fahren». Konkreter wird die Postauto AG, die Parkplätze bei ÖV-Haltestellen als wichtig erachtet. Und die FDP braucht «genügend Abstellplätze beim Bahnhof».

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