FRAUENFELD: Mafia: Angst vor der Auslieferung

Die Akten sind dick. Die Beweislage gegen einige der mutmasslichen Thurgauer Mafiamitglieder scheint eher dünn zu sein. Einem wird vorgeworfen, er habe an zwei Treffen im Bocciaclub in Wängi teilgenommen und sei bei zwei kalabrischen Hochzeiten als Gast gewesen. Dafür droht ihm jetzt jahrelange Haft.

Ida Sandl
Drucken
Teilen
Treffen im Bocciaclub in Wängi: Szene aus dem Polizeivideo (Bild: pd)

Treffen im Bocciaclub in Wängi: Szene aus dem Polizeivideo (Bild: pd)

FRAUENFELD. Bei den mutmasslichen Mitgliedern der Frauenfelder 'Ndrangheta-Zelle geht die Angst um. Die italienischen Strafbehörden haben ihre Auslieferung beantragt. «Ich werde in Italien keinen fairen Prozess bekommen», befürchtet Luca Busco (Name geändert). «Ich bin kein Mafioso», beteuert er. Er sei nur ein paarmal im Bocciaclub in Wängi gewesen, um Boccia und Karten zu spielen. Das sei aber bereits mehrere Jahre her.

Am 8. März frühmorgens hat ihn die Polizei verhaftet, ebenso wie Mario Tinto (Name geändert) und elf andere Männer. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie zur Frauenfelder Zelle gehören. Tinto hat mittlerweile seine Arbeitsstelle verloren. Es geht ihm psychisch schlecht. Er bestreitet, an den Treffen im Bocciaclub in Wängi beteiligt gewesen zu sein.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 9. April.