FRAUENFELD: «Machen die Freie Strasse nicht zu»

Mit 50 in der Tempo-20-Zone, eine verkehrsfreie Freie Strasse und der ungenügende Ladenmix in der Altstadt: Das waren am Donnerstagabend Diskussionsthemen an der Infoveranstaltung zur baulichen Aufwertung der Freie Strasse.

Mathias Frei
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Angestrengte Gesichter: Der städtische Standortförderer Daniel Bauer (stehend) leitet die Diskussion im «Goldenen Becher». (Bild: Mathias Frei)

Angestrengte Gesichter: Der städtische Standortförderer Daniel Bauer (stehend) leitet die Diskussion im «Goldenen Becher». (Bild: Mathias Frei)

FRAUENFELD. Interessenkonflikte werde es geben, sagt der städtische Standortförderer Daniel Bauer. «Wir sind hier nicht auf der grünen Wiese, wir können nicht alles machen», meint Stadtrat Urs Müller. Thema sind mögliche bauliche Aufwertungsmassnahmen in der Freie Strasse. Die Stadt und die IG Frauenfelder Innenstadt (IG Fit) haben am Donnerstagabend zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in den «Goldenen Becher» geladen. Gekommen sind 20 Interessierte – Lokalpolitiker, Altstadt-Gewerbler und Anwohner.

Mitwirkung ist erwünscht

Offenbar stehen Befürchtungen im Raum, die Freie Strasse werde im Rahmen der möglichen Aufwertungsmassnahmen verkehrsfrei. «Wir machen die Freie Strasse nicht zu. Das ist kein Thema», entkräftet Stadtpräsident Anders Stokholm. Aber man müsse einen nächsten Schritt machen, sonst komme man nicht vorwärts. Stokholm meint dabei den nächsten Schritt nach der definitiven Einführung der Begegnungszone Anfang August. Und dabei «soll es möglich sein, dass Sie mitwirken können», richtet sich Stadtrat Müller an die Anwesenden. Das Bedürfnis nach Massnahmen in der Freie Strasse resultiere im übrigen aus Umfragen mit Detaillisten, Gastronomen, Anwohnern und Passanten. Wichtig sei dabei, sagt Standortförderer Bauer, dass sich die Bevölkerung mit diesen Entwicklungen identifiziere und sich auch engagiere.

Das sind auch politische Fragen

Bauer wirft eine Fragen in die Runde. Ob die Freie Strasse eine neue Platzgestaltung brauche oder einen Eventplatz etwa für Konzerte, Theater oder Open-Air-Kino, ob mehr Aussengastronomie erwünscht sei, ein neuer Strassenbelag oder wie man es mit Parkplätzen halten wolle? «Was braucht es Ihrer Meinung nach? Ein öffentliches WC, eine Entsorgungsstation, Verankerungen für Zeltdächer oder Strom- und Wasseranschluss für Veranstaltungen?», fragt Bauer. Fragen der Gestaltung und Nutzung seien mitunter auch politische Fragen, sagt Bauer. «Es ist gut, dass die Politik spürt, was die Bevölkerung will.» In der Diskussion kommen aber andere Themen zur Sprache. Etwa, dass Tempo 20 besser signalisiert werden müsste, weil viele Autofahrer in der Altstadt zu schnell unterwegs seien. Ein Problem sei der ungenügende Ladenmix. Es fehle ein Geschäft für Artikel des täglichen Bedarfs in der Altstadt. Eine Frau bemängelt die schlechte Beratung beim Gemüsestand in der Kirchgasse.

Mieten und Parkgebühren hoch

Ein Probleme seien auch die hohen Erdgeschossmieten, heisst es. Laut Innenstadtentwicklern gelte es heutzutage, mit attraktiven Obergeschosswohnungen die Erdgeschossnutzungen zu quersubventionieren, erläutert Bauer. Auch mit den ihrer Meinung nach zu hohen Gebühren für das Promenade-Parkhaus haben Anwesende ihre Mühe. Und das Parkhaus müsse besser «verkauft» werden, etwa mit einer besseren Signalisierung. Es wird vorgeschlagen, Detaillisten sollten Kunden ab einem gewissen Kaufbetrag mit einem Gratisticket für das Parkhaus belohnen.

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