Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FRAUENFELD: Lieber Hanf als Ritalin

Seit gut zwei Wochen gibt es in der Vorstadt einen Laden, der Hanfprodukte vertreibt. Inhaber Marco Cobos züchtet seine Pflanzen selber und arbeitet in Spanien mit einer Klinik zusammen.
Rahel Haag
Marco Cobos bereitet Hanfstecklinge vor. (Bild: Donato Caspari)

Marco Cobos bereitet Hanfstecklinge vor. (Bild: Donato Caspari)

Rahel Haag

rahel.haag@thurgauerzeitung.ch

Die Tür steht offen. Draussen rauscht der Verkehr durch die Vorstadt. Marco Cobos steht in seinem Laden hinter der Theke und bereitet Hanfstecklinge vor. Rasch und routiniert schneidet er die einzelnen Triebe zurecht und drückt sie sanft in die Erde. Seine Arme sind tätowiert. Den linken ziert das Gesicht einer Nonne mit Dornenkrone. Eine Rauchschwade strömt aus ihrem Mund.

Vor gut zwei Wochen hat er seinen Laden Mmedics eröffnet. Zuvor arbeitete der 26-Jährige als Personal Trainer, ursprünglich habe er eine Ausbildung zum Koch gemacht. Er lächelt. Jetzt wolle er den Leuten den Nutzen von Hanf näherbringen. Auch ihm hätten CBD-Produkte (siehe Kasten) geholfen. «Seit meiner Kindheit leide ich unter Schlafstörungen», sagt er. Hyperaktiv sei er gewesen und habe dagegen Ritalin bekommen. Genützt habe es nicht. Er schüttelt den Kopf. «Hanföl dagegen schon.»

Verträge für Hanfstecklinge

Die Pflanze als Alternativ-Medizin, darum geht es Cobos. Im hinteren Bereich des Ladens hängt eine Grafik, die das Wirkungsspektrum von CBD aufzeigt: hilft unter anderem gegen Epilepsie, bei Depressionen und psychotischen Schüben, wirkt schmerz- und entzündungshemmend sowie angstlösend. An der Pinnwand sind weitere Zeitungsartikel zum Thema zu finden. «Unsere Info-Ecke», sagt Cobos. Denn rechtlich gesehen darf er seinen Kunden nur bedingt Auskunft geben. «Weil ich keine Ausbildung zum Apotheker absolviert habe.» Es gibt weitere Auflagen. Verkaufe er beispielsweise einen Hanfsteckling, müsse der Käufer einen Vertrag unterschreiben. «Darin ist festgelegt, dass die Pflanze nur Indoor und unter Kunstlicht gezüchtet werden darf.»

Cobos verkauft auch CBD-Hanf als Tabakersatz. «Das ist vor allem bei jüngeren Kunden gefragt.» Die geernteten und getrockneten Blüten sind auf einem Regal in Glasbehältern aufgereiht. Angebaut werden die Pflanzen in einer Halle in Münchwilen. Diese wurde vor rund drei Monaten in Betrieb genommen. Aktuell sei Erntezeit und das bedeute Stress. Er krault seinen dichten Vollbart. Der sei normalerweise kürzer, doch zum Rasieren blieb keine Zeit.

Auch Hasch gibt es bei Cobos. «Den stellen wir aber nicht selber her.» Sie hätten es versucht, doch bei dem Prozess sei der THC-Gehalt über den erlaubten Grenzwert von einem Prozent gestiegen. «Deshalb mussten wir das Endprodukt zerstören.»

Zusammenarbeit mit einer Klinik in Spanien

Die Öle und Extrakte, die Cobos vertreibt, werden in Spanien hergestellt. Dort betreibt er in Zusammenarbeit mit einer Klinik auch Forschung. «Ich habe spanische Wurzeln – so kam der Kontakt zustande.» Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Leute gegenüber Hanf offener werden und Cannabis in der Schweiz­legalisiert wird. «Auf diese Weise könnte man das gesamte Potenzial der Pflanze ausschöpfen.»

www.mmedics.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.