Frauenfeld ist jetzt Goldstadt

Besser geht's nicht: Seit Mittwoch ist Frauenfeld erste und einzige Energiestadt im Thurgau mit Goldlabel. In der Ostschweiz stehen nur Buchs und St. Gallen auf gleicher Stufe. Die Stadt konnte dank des Radwegs, des Energie-Förderfonds und des Fernwärme-Rings punkten.

Mathias Frei
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Daniel Moos Energieberater Stadt Frauenfeld (Bild: pd)

Daniel Moos Energieberater Stadt Frauenfeld (Bild: pd)

FRAUENFELD. Als Stadtrat Urs Müller am Mittwochabend von der Energiestadt-Labelübergabe in Biel heimgekehrt war, schrieb er auf Facebook: «Wir sind Goldstadt.» Und am Tag nach dem Gold sagt Müller denn auch: «Wir sind schon ein wenig stolz.»

Gold noch in dieser Legislatur

Von «komfortablen 77,2 Prozent», welche Frauenfeld nun erreicht hat, spricht der städtische Energieberater Daniel Moos. Wenn 75 Prozent aller Energiestadt-Vorgaben erfüllt sind, gibt es Gold (siehe Kasten). 2011 schlitterte Frauenfeld knapp an der höchsten Auszeichnung vorbei. Mit den erreichten 73 Prozent hatte damals zwar niemand gerechnet. Aber im nachhinein fuchsten Müller die fehlenden zwei Prozentpunkte. «Das Goldlabel ist ein Legislatur-Schwerpunkt des Stadtrats», sagt Urs Müller. Die aktuelle Legislatur endet nächsten Frühling. Deshalb wurde das Energiestadt-Label eben schon nach drei statt nach den üblichen vier Jahren bestätigt.

Und nun ist Frauenfeld die erste und einzige Goldstadt im Kanton. In der Ostschweiz haben nur Buchs und St. Gallen ebenfalls Gold. Schweizweit gibt es 31 Goldstädte. Seit 2003 ist Frauenfeld Energiestadt. Damals holte die Stadt 53 Prozent. Vier Jahre später waren es 67 Prozent. Dieses Resultat bezeichnete Müller damals «lediglich als Zwischenhalt auf dem Weg zu Gold». Weil dann aber vor der Rezertifizierung 2011 die Stelle des Energieberaters längere Zeit nicht besetzt war, schraubte Müller die Erwartungen zurück, wurde aber eben positiv überrascht von gutem Resultat.

Wie Energieberater Moos erklärt, gab es bei er Label-Bestätigung 2011 bei den städtischen Liegenschaften und im Bereich Kommunikation/Kooperation noch Verbesserungspotenzial. Nicht nur in diesen Bereichen konnte sich Frauenfeld nun steigern.

Mehrere Verbesserungen

Ein Liegenschaftenverwalter, der Ende Jahr eingestellt wird, soll in Zukunft die städtischen Liegenschaften energetisch genau unter die Lupe nehmen. Im Bereich Kommunikation/Kooperation konnte Frauenfeld dank des regionalen Energie-Richtplans, des städtischen Energie-Förderfonds und der Stromspar-Kampagne «Leuli» Punkte holen. Auch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Winterthur – bei der Biogasanlage Winterthur-Riet und zusammen mit dem regionalen Abwasserverband beim Fernwärme-Ring in Frauenfeld – war ein gewichtiger Grund für das Goldlabel. Ebenfalls ausschlaggebend im Bereich Mobilität war der neue regionale Radweg.

Kein blinder Aktionismus

Das Geld für die Rezertifizierung des Energiestadt-Labels im Budget 2014 war im Gemeinderat auf der Kippe, kam aber schliesslich durch. Müller sagt: «Ich bin überzeugt, dass uns dieses Label weitergebracht hat, weil ein systematisches Vorgehen dahintersteckt.» Für Moos ist das Zertifikat ein Tool, das durch seine Strukturen nicht zu blindem Aktionismus führe.

Ausruhen wolle man sich nun mitnichten. «Als Goldstadt stehen wir in der Pflicht, weiter dranzubleiben», sagt Müller. 2018 sollen es unbedingt mehr als 77,2 Prozent sein.

Urs Müller Stadtrat Abteilungen Hoch- und Tiefbau (Bild: Nana do Carmo)

Urs Müller Stadtrat Abteilungen Hoch- und Tiefbau (Bild: Nana do Carmo)

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