FRAUENFELD: Im Sprint zum höchsten Amt

Gemeinderat Christian Wälchli wird definitiv nicht Gemeinderatspräsident. Der jetzige Vize muss aus gesundheitlichen Gründen Forfait geben. Nun schlägt seine Fraktion Susanna Dreyer als Nachfolgerin vor.

Samuel Koch
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Nebst Ratspräsidentin Ursula Duewell wählte der Gemeinderat im vergangenen Mai Christian Wälchli zum Vizepräsidenten, der heuer zum höchsten Frauenfelder hätte aufsteigen sollen. (Bild: Andrea Stalder)

Nebst Ratspräsidentin Ursula Duewell wählte der Gemeinderat im vergangenen Mai Christian Wälchli zum Vizepräsidenten, der heuer zum höchsten Frauenfelder hätte aufsteigen sollen. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Von null auf hundert. Dieser Schnellstart steht CVP-Gemeinderätin Susanna Dreyer bevor, sollte sie an der kommenden Gemeinderatssitzung vom 15. Februar gewählt werden. Sie steht als Nachfolgerin des abtretenden Vizepräsidenten des Gemeinderats Christian Wälchli so gut wie fest. Im Falle einer Wahl wäre Dreyer rund drei Monate später höchste Frauenfelderin, wenn die jetzige Präsidentin Ursula Duewell ihr Amt weitergibt.

Der frühzeitige Wechsel im Ratspräsidium erfolgt unfreiwillig. Denn Christian Wälchli muss aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten, obwohl er sich auf dem Weg zur Besserung befindet und auch deshalb weiter für die EVP im Gemeinderat Platz nehmen wird. «Ich hätte das Amt des Präsidenten sehr gerne gemacht», sagt Wälchli, der seinen Beschluss an der CVP/EVP-Fraktionsversammlung Mitte Januar kommuniziert habe. Wälchli hat sich aber aufgrund seiner Erkrankung entschieden, seine Mandate zu reduzieren. Das Präsidium des Quartiervereins Vorstadt hat er bereits niedergelegt, von demjenigen der IG Fit wird er Ende 2017 zurücktreten.

Ungeschriebenes Gesetz innerhalb der Fraktion

Die Fraktion CVP/EVP geniesst nach parteialternierendem Prinzip das Vorschlagsrecht für die Wahl der Nachfolge Christian Wälchlis. «Wir haben fraktionsintern auch ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir abwechseln», sagt Fraktionspräsident Christoph Regli. Weil aber von der EVP nebst Christian Wälchli weder Gemeinderat Samuel Kienast noch Michael Hodel zur Verfügung gestanden sei, stellt die CVP nun mit Susanna Dreyer die Nachfolgerin, obwohl die Christdemokraten mit Christoph Regli erst 2013/14 zuletzt das Amt des höchsten Frauenfelders bekleideten. Nach dem Schritt zurück auf Feld eins steht mit Susanna Dreyer nun eine Nachfolgerin für Christian Wälchli in den Start­löchern.

Kurzzeitig wieder zwei Frauen an der Macht

Die 64-jährige Personalfachfrau freut sich über die Nominierung, obwohl sie zuerst noch von ihren Ratskollegen gewählt werden müsse. «Es ist eine Ehre und speziell zugleich, denn ich habe mich eigentlich auch sehr für Christian Wälchli gefreut», sagt Dreyer. Sie hätte nicht gedacht, dass sie in ihrer politischen Karriere noch für das Amt des Gemeinderatspräsidium in Frage komme.

Jetzt startet sie politisch durch und übernimmt im Falle einer Wahl bereits im kommenden Mai das Amt der höchsten Frauenfelderin. «Manchmal geht es schnell, und jetzt bin ich gespannt, was bevorsteht», sagt Dreyer, die trotz kürzlicher Pensionierung weiterhin Teilzeit arbeitet.

Und für rund drei Monate sind zumindest im Gemeinderat zwei Frauen zurück an der Macht, nachdem im Vorjahr Eveline Buff dem Parlament vorsass, und Ursula Duewell als Vizepräsidentin amtete. Susanna Dreyer freut sich auf das Amt und auf «eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat».