FRAUENFELD: Im Sommerloch: Amis, Iren, Italos

Intime Musikmomente unter Kastanien: Das bietet die Eisenbeiz im Eisenwerk mit ihrer Sommerloch-Konzertreihe schon zum 15. Mal. Das Frauenfelder Akustikpop-Trio Pure macht morgen den Anfang der neun Abende.

Mathias Frei
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Die Mojo Monkeys (Billy Watts und David Raven) aus Los Angeles.

Die Mojo Monkeys (Billy Watts und David Raven) aus Los Angeles.

FRAUENFELD. Seine Bühnen sind sonst auch mal grösser. Es müssen ja dann doch Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards und Soul-Sängerin Norah Jones darauf Platz haben. David Raven sass schon für beide Musikgrössen am Schlagzeug. Kommenden Samstag im Eisenbeiz-Garten fällt die Bühne etwas kleiner aus. Raven spielt mit seiner Band Mojo Monkeys in Frauenfeld. Er ist Drummer und Sänger, Billy Watts spielt Gitarre, für die Konzerte in der Schweiz hilft zudem Claude Meier am Bass aus. Sumpf-Blues mit Boogie-Anleihen, das ist das Ding der Mojo Monkeys (auf Deutsch: Glücksaffen). In Los Angeles, wo sie herkommen, sind sie Blues-Koryphäen.

Das vierköpfige Programmteam der Sommerloch-Konzertreihe in der Eisenbeiz behilft sich bei den diesjährigen Programmtexten mit kulinarischen Begriffen. Bei den Monkeys heisst das dann: ein zwei Finger dickes Steak, aussen kross, innen schön blutig.

Konzerte enden um 22 Uhr

Ein Krug Guinness-Bier: Das passt zu den Rackhouse Pilfer. «Diese verrückten Iren sind schon zum drittenmal bei uns», sagt Stefan Rutishauser, der zur Programmgruppe gehört. Mit lüpfigem Irish-Folk sorgten sie jeweils für Stimmung – wenn sie dann endlich im Thurgau angekommen waren. Denn bei ihrem ersten Sommerloch-Auftritt vor drei Jahren kamen sie vor dem Gotthard in einen Stau. Das Programmteam um Wirtin Karin Gubler und Stefan Rutishauser fand kurzfristig Ersatz für das Gartenkonzert. Und spätabends kam das Publikum dann auch noch in den Genuss des irischen Sextetts – dann aber in der Beiz. Denn die Sommerloch-Konzerte beginnen jeweils pünktlich um 20 Uhr und enden, der Nachbarschaft zuliebe, genau zwei Stunden später.

Dass eine Band zweimal im Eisenbeiz-Sommerloch spiele, sei gar nicht mal so selten, sagt Rutishauser. «Wenn wir den Sound megalässig finden.» Was sich auch nicht geändert hat, ist die programmatische Ausrichtung: akustische Musikperlen in kleinem, aber feinem Ambiente. «Die Grösse passt für uns», sagt Rutishauser. Je nach Band sind in den Vorjahren zwischen 80 und 200 Besucher gekommen. Vergangenes Jahr waren es insgesamt gut 1000 Besucher. Die Bands erspielen sich ihre Gage über die Abendkollekten.

Ein Mann aus Neuseeland

Für Bands aus dem Ausland muss ein Sommerloch-Auftritt nicht zuletzt auch in den Tourplan passen. Bei den Rackhouse Pilfer und den Mojo Monkeys ist das der Fall. Ebenfalls nicht grad aus der Region kommt die Einmannband Sonic Delusion. Aus Neuseeland reist Andre Manella an, im Gepäck eine Loopstation und eine Gitarre für seinen Folk-Funk. Die kürzeste Anreise dagegen hat das bekannte Frauenfelder Trio Pure. Monika Rietmann, Alex Good und Diego Alessi bringen morgen zur Sommerloch-Eröffnung Musik der vergangenen 40 Jahre in Singer/Songwriter-Manier zum besten. Auch nicht weit hat es das Ostschweizer Quartett Private Blend. Locker und flockig nennen sie ihren Pop-Rock.

Von Winterthur reist eine A-cappella-Gruppe namens Jazz Vokal Winterthur an. Und aus St. Gallen stammt Amélie Junes. Die junge Sängerin gilt als die neue Schweizer Stimme des Neo-Soul. Laut Sommerloch-Programm ist sie wie «Zitronensorbet mit einem Hauch von Pfefferminz». So beschliesst sie die Konzertreihe am 20. August.

Amélie Junes aus St. Gallen. (Bilder: pd)

Amélie Junes aus St. Gallen. (Bilder: pd)

Caporicci aus Bern.

Caporicci aus Bern.

Die Rackhouse Pilfer aus dem irischen Sligo.

Die Rackhouse Pilfer aus dem irischen Sligo.

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