FRAUENFELD: Hündeler kämpfen weiter

Die Gruppe «Offene Allmend» setzt sich nach wie vor gegen die neue Benutzerordnung in der Grossen Allmend zur Wehr. Nach einer ersten Antwort des Bundes pocht sie weiter auf ihre Forderung.

Samuel Koch
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Auf dem gelben Streifen des Thurvorlandes sollen Regeln wie die Leinenpflicht für Hunde möglichst rückgängig gemacht werden. (Bild: PD)

Auf dem gelben Streifen des Thurvorlandes sollen Regeln wie die Leinenpflicht für Hunde möglichst rückgängig gemacht werden. (Bild: PD)

Neue Post für das VBS. Das eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport hat von der Gruppe «Offene Allmend Frauenfeld» eine Antwort auf ihre eigene Antwort erhalten. Dass der Bund die Petition zur Kenntnis genommen hat und nicht auf ihre Anliegen eingegangen ist, stellt die Hündeler nicht zufrieden. Zusammen mit über 1400 Mitunterzeichnenden auf Facebook wehren sie und Initiant Tom Brechet sich gegen die neue Benutzerordnung in der Grossen Allmend, die das VBS als Eigentümerin des Waffenplatzes vor knapp einem Jahr eingeführt hat (siehe unten).

«Anliegen sind umsetzbar»
«Im Schreiben hat das VBS nur auf bestehende Gesetze verwiesen und ist nicht auf unser Bedürfnis eingangen», sagt Brechet. Er könne verstehen, dass es schwierig ist, auf einem Waffenplatz Ansprüchen von verschiedenen Gruppen gerecht zu werden, «dennoch sind unsere Anliegen umsetzbar», ergänzt Brechet. Deshalb bittet er das VBS in einem weiteren Schreiben, das Anliegen nochmals zu prüfen, wonach die Regeln auf dem Streifen des Thurvorlandes überdacht werden sollen.

Auf dem gelben Streifen des Thurvorlandes sollen Regeln wie die Leinenpflicht für Hunde möglichst rückgängig gemacht werden. (Bild: PD)

Auf dem gelben Streifen des Thurvorlandes sollen Regeln wie die Leinenpflicht für Hunde möglichst rückgängig gemacht werden. (Bild: PD)

«Warum soll etwas nicht möglich sein, das Jahrzehnte geduldet wurde?», fragt sich Brechet. Gelockerte Regeln würde nicht bedeuten, dass sich die Hündeler nicht an die Vorschriften halten würden. «Wir schlagen vor, genau zu beschildern, wo welche Freiheiten möglich sind und wo nicht», meint Brechet. Im Gegensatz zu Vereinen wie den Kynologen oder den Rösselern vertrete er und seine Hündeler das Interessen der breiten Bevölkerung. «Ich hoffe, das VBS hat ein genügend offenes Ohr, um sich mit den verschiedenen Interessensgruppen noch einmal an einen Tisch zu setzen», sagt Brechet. Er hat ein «gutes Bauchgefühl» und werde nicht aufgeben. «Wir haben einen langen Atem», sagt er.

Armee lässt alle Möglichkeiten offen
Vom Wiedererwägungsgesuch der Hündeler hat das VBS Kenntnis, wie Bruno Locher auf Anfrage bestätigt. Für den Chef Raum und Umwelt beim VBS ändert sich bei der Einschätzung des VBS aber nichts. Zu den Chancen der Forderung betreffend Streifen des Thurvorlandes will er sich aber nicht äussern. «Ich werde nochmals mit dem Waffenplatz und der Stadt Frauenfeld Rücksprache nehmen müssen», sagt Locher.

Für die Benutzer der Grossen Allmend gelten zwei unterschiedliche Regelwerke. Die seit vergangenem März eingeführte neue Benutzerordnung des VBS als Eigentümerin des Waffenplatzes verfolgt dabei das Ziel, die diversen Nutzungsansprüche zu regeln. Die städtische Verordnung über das Naturschutzgebiet, die ein Jahr zuvor in Kraft getreten ist, beschränkt sich auf das Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung innerhalb des Waffenplatzes, wobei dessen Grenze etwas angepasst und die Schonzeit für Flora und Fauna verlängert wurden. Darin gilt etwa die Hunde-Leinenpflicht oder ein Verbot für das Begehen abseits von Wegen.

Ein Hund und seine Besitzerin unterwegs in der Grossen Allmend in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Ein Hund und seine Besitzerin unterwegs in der Grossen Allmend in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)