Frauenfeld hat einen Treffpunkt

FRAUENFELD. Seit Samstag gelten in der Altstadt andere Regeln: Die neue Begegnungszone ist fussgängerfreundlich, bleibt an Wochenenden verkehrsfrei und bietet Sitzgelegenheiten zum Verweilen. Die Konsumenten freut es.

Evi Biedermann
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Beim Meitlibrunnen in Frauenfeld wurde am Samstag die Begegnungszone eingeweiht. Vertreter der Stadt verteilten Getränkegutscheine an die Anwesenden. (Bild: Reto Martin)

Beim Meitlibrunnen in Frauenfeld wurde am Samstag die Begegnungszone eingeweiht. Vertreter der Stadt verteilten Getränkegutscheine an die Anwesenden. (Bild: Reto Martin)

Ein ungewohntes Bild für einen Samstagmorgen: Rote und weisse Sitzsäcke versperren Automobilisten bei der katholischen Kirche die Zufahrt zur Zürcherstrasse. «Frauenfeld liegt uns am Herzen», steht darauf geschrieben. Auf der Strasse stehen Menschen und plaudern miteinander, andere sitzen in einer Gartenwirtschaft oder sind gerade bei ihrem Detaillisten. So soll es sein, denkt die Fussgängerin. So kann es bleiben.

Versuch für ein Jahr

Geht es nach Carlo Parolari, wird es so bleiben. «Ab sofort sieht es jeden Samstag so aus», sagt der Stadtammann, als er die erste Begegnungszone der Stadt eröffnet. Es ist eine seiner letzten Amtshandlungen, und sie macht ihn, wie er sagt, «absolut happy». Die Stadt biete vorläufig für ein Jahr die Rahmenbedingungen für eine belebtere Altstadt. Auch Urs Müller freut es, dass nach langer Vorlaufzeit und wechselvoller Geschichte letztlich eine Lösung vorliegt. «Die Begegnungszone ist keine Erfindung von uns», erklärt der Stadtrat vor zahlreichen Zuhörern. Es sei eine offizielle Signalisation mit Vortrittsrecht für Fussgänger und Tempolimit 20 für den Verkehr. Als Zusatz hat die Stadt für Samstag und Sonntag auf der Zürcher- und der Freiestrasse ein Fahrverbot angeordnet und die Parkplätze von 20 auf 10 reduziert. Zudem erhielt die Katholische Kirchgemeinde die Bewilligung, das Bistro «Zur alten Kaplanei» zu eröffnen, und der «Goldene Becher» darf seine Gäste ebenfalls auf der Freiestrasse bewirten.

Rhythmus in den Beinen

Während die Projektverantwortlichen reden, nehmen daneben Kinder die Sitzsessel in Beschlag. Die kleinen Stadtbewohner haben schnell begriffen, was das mit der Begegnungszone auf sich hat. Nutzen muss man, was dafür geschaffen wurde. Den Klängen des Einmannorchesters indes lauschen sie fast regungslos. Ganz im Gegenteil zu Stadträtin Elsbeth Aeppli und ihrem zukünftigen Chef Anders Stockholm: Ihnen zuckt der Rhythmus in Beinen und Armen. Sie schütteln Hände und verteilen Gutscheine für ein Getränk in einem der Altstadtlokale. Über allem baumelt dazu beim Meitlibrunnen ein roter Würfel mit der Aufschrift «Treffpunkt Innenstadt Frauenfeld».