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FRAUENFELD: Geteilte Leidenschaft

Samba, Cha-Cha-Cha oder Jive: Das ist die Welt von Lisa Bachmann und ihrem Partner Stefan Spirig. Ende Oktober tanzt das Paar an den Schweizer Meisterschaften in der Rüegerholzhalle.
Christine Luley
Geschmeidige Bewegungen eines fokussierten Tanzpaars: Lisa Bachmann und Stefan Spirig in ihrem Trainingslokal. (Bild: Donato Caspari)

Geschmeidige Bewegungen eines fokussierten Tanzpaars: Lisa Bachmann und Stefan Spirig in ihrem Trainingslokal. (Bild: Donato Caspari)

Training. Statt eines Sonntagsspaziergangs in der Herbstsonne steht Training an im Tanzsaal. Im Umkleideraum stülpt Lisa Bachmann transparente Kunststoffschoner über die Absätze ihrer goldbraunen Sandalen. «Zum Schutz meiner Tanzschuhe und des Parkettbodens. Zudem erhöhen sie die Standfestigkeit bei Fersenschritten», erklärt die 21jährige Frauenfelderin. Lisa Bachmann und Stefan Spirig nehmen jährlich an rund 15 Wettkampfveranstaltungen teil. Grossereignis in diesem Jahr war bisher die Teilnahme an den German Open Championships in Stuttgart. Und am 29. und 30. Oktober stehen die Schweizer Meisterschaften in Frauenfeld an.

Seit viereinhalb Jahren ein Paar

«Vo nüt chunnt nüt»: Dieses Motto hat Lisa Bachmann verinnerlicht. Unter diesem Gruppennamen startete sie als Zwölfjährige 2007 mit ihrer Familie am Frauenfelder Stadtlauf. Sportlich war sie schon immer. Bevor sie mit Stefan Spirig zu tanzen begonnen hat, spielte sie intensiv Tennis. Eines Tages lud sie ihr Kanti-Klassenkollege an ein Turnier ein. «Ich fand den Sport interessant», sagt sie und lächelt. Seit viereinhalb Jahren tanzt das Paar nun zusammen – und hat auch privat den richtigen Rhythmus gefunden.

An Turnieren lief es auch schon mal nicht optimal. Lisa Bachmann erzählt, wie sie einmal bei der Anfahrt in einen Riesenstau gerieten, die Zeit immer enger wurde und der Stress grösser. «Wir mussten uns im Auto umziehen, über die Strasse rennen und auftreten.» Seither fahren sie lieber eine Stunde zu früh los. Eine unbefriedigende Wertung ziehe sie nicht herunter, sagt die Tänzerin. «Wir versuchen zu analysieren, was nicht gut war, und arbeiten daran.»

An den Schweizer Meisterschaften in der Festhalle Rüegerholz in Frauenfeld starten Bachmann und Spirig in der Latein-Hauptklasse. Ihr Ziel: Halbfinal, sich unter die besten zwölf Paare der Schweiz zu tanzen. Um in der obersten Liga dabei zu sein, braucht es eine gute Kondition. Dafür trainieren sie viermal pro Woche. Tanzen allein genügt nicht, es braucht auch Krafttraining, denn ein Tanz dauert rund 90 Sekunden und ist mit der Intensität eines 400-Meter-Laufs zu vergleichen.

Jetzt haben sie zusätzliche Lektionen bei einem russischen Trainer gebucht. Das Paar legt einen Jive aufs Parkett, voller Lebensfreude und Gefühl. Ja, Tanzen ist mehr als nur eine Abfolge von Schritten. Die unterschiedlichen Bewegungsabläufe mit vielen Drehungen und Richtungswechseln sind auch eine mentale Sache. Das sieht man dem Paar an.

Trainer Vlad Silde macht auf Schwachstellen in ihrer Körperhaltung aufmerksam. «A one, a two, a three.» Und er unterbricht. «Achtet auf das Durchschwingen der Hüften», und er zählt weiter bis acht. Das Taktgefühl ist ganz wichtig und auch das Zusammenspiel mit dem Partner.

Das Private vom Tanzen trennen

Natürlich gebe es beim Training unterschiedliche Ansichten, und man laufe Gefahr, den Fehler beim anderen zu suchen, verrät Lisa Bachmann. «Es ist wichtig, das Private vom Tanzen zu trennen und beim Verlassen des Trainingslokals die Probleme hinter sich zurückzulassen.» Bachmann bezeichnet ihren Tanzpartner als «rücksichtsvoll, verständnisvoll, ehrgeizig im Tanzen und im Beruf». Während sie selber Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Organisation als ihre Stärken betrachtet.

Ob es ein Vorteil beim Tanzen ist, auch privat ein Paar zu sein, kann sie nicht beurteilen. «Ich habe immer nur mit Stefan getanzt, denke aber, dass man sich gut kennen und aufeinander einstellen muss.» Das Studium hat für beide Priorität. Lisa Bachmann gibt am 1. November ihre Bachelorarbeit ab. Sie will Anwältin werden. Ihr Partner studiert Biologie. Natürlich hat der Tanz einen hohen Stellenwert. «So viel als möglich, wie man Platz hat, um auf höchster Ebene zusammen zu tanzen.»

Schweizer Meisterschaften 2016 in Standard & Latein: Samstag, 29., und Sonntag, 30. Oktober, Festhalle Rüegerholz, Frauenfeld Online: www.sm16.ch

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