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FRAUENFELD: Gemeinsam bunt

«Kick + Kunst + Kultur» trägt der kürzlich gegründete Verein Kaja im Untertitel. Vier Initianten wollen Asylsuchende und Schweizer mit Sport und Kunstaktionen aktivieren. «Denn letztlich sind wir einfach Menschen.»
Mathias Frei
Der Luftballon und das Strassenmalen machen dem Mädchen sichtlich Spass. (Bilder: Andrea Stalder)

Der Luftballon und das Strassenmalen machen dem Mädchen sichtlich Spass. (Bilder: Andrea Stalder)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

«Küssen statt hassen» ist mit Kreide auf den Boden geschrieben. Daneben malt eine Mutter mit ihren beiden Mädchen. «Wir sind aber keine Künstler», meint sie lachend. Mit allen möglichen Farbkreiden arbeiten sie an einer Blume mit fröhlichem Gesicht. Wenn die Pflastersteine zwischen katholischer Stadtkirche und Redinghaus zu heiss wären, hat es Karton. Die Sitzunterlagen braucht es aber nicht, obwohl an diesem Samstagnachmittag die Sonne scheint. Immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen dem kreativen Treiben zu, fragen nach dem Grund. Dann stellen sich die Frauenfelder Firmlinge auf. Ihr Gottesdienst beginnt in Kürze. «Happy Firmig» wünscht ein Strassenmaler den Jugendlichen.

Weiter vorne hat sich jemand mit einem kunstvollen Ornament auf der Zürcherstrasse verewigt. Und dann steht da «Mal mit». Das ist die Devise der Kick-off-Veranstaltung des vor einigen Wochen gegründeten Vereins «Kaja – Kick + Kunst + Kultur». Mitgestalten statt nur konsumieren. Angesprochen sind Asylsuchende, Schweizer und alle anderen auch.

Afghanin, Serbin, Schwäbin und Schweizer

«Kaja: Das ist Multikulti, nämlich eine Serbin, eine Afghanin, eine Schwäbin und ein Schweizer», sagt Annette Roemer. Sie ist die Schwäbin unter den Vereinsgründern. Nebst ihr sind Nassrin Alem Yar, Valerija Tomic und Roemers Ehemann Peter Indergand dabei. Alle vier haben schon Erfahrung in der Arbeit mit Asylsuchenden. Roemer war im Solidaritätsnetz aktiv, hat schon Projekte mit Privatschülern und unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden gemacht und leitet die Flüchtlings- und Asyl-Sportgruppe, die sich jeden Freitagabend im Spanner trifft. «Wenn man kreativ ist und sich bewegt, heilt das Wunden», sagt sie, selbstständige Grafikerin, seit knapp zehn Jahren in Frauenfeld wohnhaft. «Ich habe Zeit, mit Menschen zu arbeiten.» Abends vor dem Fernseher zu liegen, das langweile sie einfach, sagt Annette Roemer und lacht.

Kaja will keine regelmässigen Treffs anbieten, sondern mit einzelnen Aktionen im Bereich Kultur und Sport aufwarten. In der Vergangenheit waren die vier Vereinsgründer mit Asylsuchenden bereits am Zwei-Stunden-Lauf und an einem Fussball-Grümpeli in Winterthur. Als Nächstes steht die Teilnahme am «Kick für Toleranz» in Winterthur-Töss an. Und Roemer hat noch viele Ideen, zum Beispiel für einen Maskenbildner-Kurs, bei dem es auch um das Spiel mit Identitäten geht, oder für ein Hip-Hop-Videoprojekt, das interkulturelle Kommunikation thematisiert. Oder wie wäre es mit Kinoabenden im Cinema Luna oder dem Besuch eines Hamams für Frauen?

Aber eben: Der Verein will kein Programm vorgeben. «Wir fragen die Leute, worauf sie Lust haben», sagt Roemer. Sie will mit Asylsuchenden und Schweizern auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten. Der Aufenthaltsstatus soll keine Entschuldigung sein. «Denn letztlich sind wir einfach Menschen.» Wer bei Kaja mitmachen will, wird gefordert und muss geben.

Vernetzung der bestehenden Angebote

Ein anderer wichtiger Aspekt ist für Roemer das Miteinander der verschiedenen Frauenfelder Vereine und Organisationen in der Asylarbeit. Dass man voneinander weiss und dass man den Asylsuchenden sagen kann, wo sie welche Hilfe finden und wo sie sich betätigen können. Sei es das Solinetz, das Begegnungscafé Salem, die Autonome Schule oder der interkulturelle Frauenstammtisch. Auch die Beziehung zur Peregrina-Stiftung, die das Durchgangsheim betreibt, und zu den städtischen Stellen will sie aktiv pflegen. «Es geht nur miteinander», sagt Roemer.

Wer aktiv werden will, für Geld- oder Materialspenden (Sportbekleidung, Fussballschuhe, Bälle, usw.): Verein «Kaja Frauenfeld – Kick + Kunst + Kultur», Dohlenweg 24, Frauenfeld Mail: info@kaja-frauenfeld.ch facebook.com/kaja.frauenfeld

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