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FRAUENFELD: Galgevogel fliegt solo

Andreas Rüber gründete vor über 40 Jahren gemeinsam mit Hansjörg Enz die Dialektband Galgevögel. Am 31. März spielt Rüber sein letztes Konzert als aktives Mitglied im «Dreiegg». Für die Zeit danach baut er sich daheim ein Tonstudio.
Christian Ruh
Andreas Rüber steht vor seinem letzten Galgevögel-Konzert. (Bild: Reto Martin)

Andreas Rüber steht vor seinem letzten Galgevögel-Konzert. (Bild: Reto Martin)

Christian Ruh

christian.ruh@thurgauerzeitung.ch

«Ich habe dank der Musik unglaublich viele wunderschöne Erlebnisse gehabt und Bekanntschaften gemacht.» Andreas Rüber, Gründungsmitglieder der Galgevögel, hält Rückschau über die rund 45 Jahre, in denen er bereits gemeinsam mit Hansjörg Enz musiziert (siehe Kastentext). «Ich habe eigentlich nur ein Hobby, vor meiner Pensionierung 2016 ging alle Zeit, die ich nicht mit Arbeiten oder der Familie verbrachte, für die Musik drauf», meint Rüber weiter. Als ehemaliger Lehrer hatte er zwischendurch manchmal zwei, zweieinhalb Wochen Zeit, um anderen Interessen nachzugehen. «So gehe ich sehr gerne Kanufahren. Ich war dafür schon öfters in Kanada und beschäftige mich mit den dortigen Ureinwohnern. Das finde ich sehr spannend.»

«Wir wollen keine Guggenmusik»

In knapp zwei Wochen, am 31. März, spielt Andreas Rüber nun sein letztes Konzert als aktiver Galgevogel im «Dreiegg» in Frauenfeld. Die Frage, die sich da stellt, ist: Warum? «Es gibt mehrere Punkte, die zu diesem Entschluss führten», sagt Rüber. «Der erste ist der administrative Aufwand, der durch die Band entsteht.» So übernahm er bei den meisten Auftritten jegliche Organisationsaufwände, sprach mit den Organisatoren und regelte alles, was Equipment und Gage betraf. «Dazu haben sich die Veranstaltungen in den über vierzig Jahren stark verändert», hängt Andreas Rüber als zweiten Punkt an. «Die Leute gehen heute einfach nicht mehr an Konzerte, wenn sie den Namen der Band nicht kennen.» Das liege auch nicht an den Unterstützern oder den Organisatoren. «Wir haben es über eine Firma versucht, die für uns Auftritte vermitteln wollte. Aber wenn man bei einem Club von Galgevögel redet, meinen sie ‹Wir wollen keine Guggenmusik›.»Vielleicht sei der Name ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nicht mehr der beste gewesen, meint Rüber. Der dritte Punkt ist für Andreas Rüber das Problem mit der Soundqualität bei den Liveauftritten. «Wir machen Musik auf Schweizerdeutsch. Wenn man in der Schweiz auf Schweizerdeutsch singt, wollen die Leute auch verstehen, um was es geht.» Bei den Liveauftritten müsse deswegen die Soundqualität stark umgestellt werden. Bei Bands, die Texte auf Englisch haben, sei das kein grosses Problem, da gehe es dann einfach um das Klangbild. Unter den speziellen Einstellungen, damit man die schweizerdeutschen Texte der Galgevögel versteht, würde aber die musikalische Qualität leiden.

Der letzte Punkt hat vor allem mit Andreas Rüber selbst zu tun. «Ich will noch herausfinden, was ich selber erreichen kann.» Die Lieder der Galgevögel werden im Plenum geschrieben. Jemand kommt mit einer ersten Idee, die anderen schrauben daran herum, bis die albumfertigen Stücke entstehen. «Mich interessiert, was passiert, wenn niemand mehr an meinen Werken herumwerkelt.» Er will jetzt etwas entwickeln, über das nur er entscheidet. «Ich will selber spielen, aufnehmen klingen.» Er arbeitet schon seit seiner Pensionierung daran, sein Studio ist aber noch nicht ganz fertig. Eines ist ihm aber besonders wichtig: «Wenn es keine kreativen Leute gäbe, wäre das Leben nicht so schön. Jeder der sich kreativ ausleben kann, sollte das auch machen.»

Galgevögel live in concert: Samstag, 31. März, 21 Uhr, Restaurant Dreiegg, Frauenfeld; Türöffnung: 19.30 Uhr; Billettreservation: info@dreiegg.ch

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