FRAUENFELD: Für ein sicheres Gefühl

Obwohl täglich über 15000 Personen den Bahnhofplatz nutzen, fühlt sich eine klare Mehrheit der Einwohner ungefährdet. Damit das aber auch beim restlichen Teil der Bevölkerung der Fall ist, arbeitet die Stadt eng mit mehreren Organisationen zusammen.

Samuel Koch
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Der Bahnhofplatz ist in der Stadt am meisten frequentiert. Jährlich nutzen ihn knapp 5,5 Millionen Personen. (Bild: Samuel Koch)

Der Bahnhofplatz ist in der Stadt am meisten frequentiert. Jährlich nutzen ihn knapp 5,5 Millionen Personen. (Bild: Samuel Koch)

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Sicherheit ist ein hohes Gut – und das nicht erst seit dem jüngsten Anstieg an terroristischen Anschlägen. So schreibt sich auch die Stadt Frauenfeld das Thema Sicherheit dick in das Pflichtenheft, wie am gestrigen Medienrundgang klar wurde. Nebst Stadtpräsident Anders Stokholm informierten auch Werner Spiri, Leiter des städtischen Amts für Sicherheit, Roger Scherrer von der Kantonspolizei Thurgau, Pascal Pahud und Raphael Rempfler von Securitrans sowie Urs Ambühl als Projektleiter Railfair und Leiter der Stadtbusverwaltung, was für die Sicherheit in der Stadt unternommen wird.

Alleine auf dem Bahnhofplatz tummeln sich an teils Tagen über 15000 Personen. «Um Sicherheit muss man sich kümmern, auch wenn es zurzeit sehr sicher ist», meint Stadtpräsident Stokholm. Wenn es nach der Einwohnerbefragung 2015 geht, wird viel richtig gemacht. Demnach fühlen sich nachts 82 Prozent der mehreren hundert befragten Einwohner alleine auf der Strasse sicher oder sehr sicher. Es brauche Anstrengungen, betont Stokholm, «um diesen Wert zu halten oder vielleicht gar noch zu verbessern». Die Stadt lässt sich Sicherheit rund um den Bahnhof auch etwas kosten: Jährlich fliessen 120000 Franken aus den Portemonnaies von Stadt, SBB und Liegenschaftsbesitzern rund um den Bahnhof zusammen.

Runder Tisch seit Littering und Reklamationen 2010

Ein wichtiger Partner für die Stadt ist die Kantonspolizei Thurgau, die seit 2005 die Aufgaben der Stadtpolizei übernommen hat. Mit dem Polizeikommandoposten am Schlossberg direkt neben dem Bahnhofplatz verfügt die Kapo über einen Standort «an strategisch wichtiger Stelle». So ist sie präsent, gerade für die restliche Bevölkerung, die sich gemäss Meinungsumfrage insbesondere nachts wegen einzelner Gruppierungen unwohl fühlt. Zudem wird sie durch regelmässige Patrouillen der privaten Sicherheitsfirma Securitrans unterstützt, die im Auftrag der SBB mit Securitas schweizweit an grossen Bahnhöfen und in der nahen Umgebung patrouilliert. «Securitrans entlastet die Polizei», sagt Werner Spiri, der die Zusammenarbeit wie alle Beteiligten unisono als erfreulich bezeichnet. Für einzelne Lagebeurteilungen ruft Spiri seit gröberen Vorkommnissen mit Littering, Alkoholmissbrauch sowie den darauffolgenden Reklamationen 2010 regelmässig alle an einen runden Tisch. «Oft hilft offene Kommunikation, und die Leute haben Verständnis», meint Raphael Rempfler von der Securitrans. Wenn gar nichts hilft, gebe es auch Verweise, «oder wir leiten den Fall an die Polizei weiter». Seit 2008 sind rund um den Bahnhof zudem Railfair-Mitarbeitende unterwegs. Sie haben zwar keinen Sicherheitsauftrag. «Sie leisten aber mit ihrem Auftreten und Auskünften für Pendler einen wichtigen Anteil an der Sicherheit», meint Werner Spiri. Und falls es einmal doch zu besonderen Ereignissen kommt, verständigen sie die Polizei.

Unabhängig von Patrouillen leistet auch die Technik ihren Beitrag zu einem hohen Sicherheitsgefühl. Über ein Dutzend Kameras zeichnen auf dem Stadtgebiet Vorkommnisse auf öffentlichem Grund auf. «Wir prüfen ständig, wo und ob Kameras Sinn machen», sagt Werner Spiri. Sind Aufnahmen strafrechtlich relevant, werden sie der Staatsanwaltschaft als Beweismittel übergeben. Das habe schon zu einigen Erfolgen geführt. Sicherheit brauche es überall, vor allem aber an neuralgischen Stellen, meint Stapi Stokholm. «Denn nur so ist gutes Zusammenleben möglich.»