FRAUENFELD: Fristlos entlassen: Arbeitnehmer unterlässt Krankheitsmeldung

Ein Arbeitnehmer hat seiner Arbeitgeberin nicht sofort gemeldet, dass er krankgeschrieben war. Deshalb wurde er fristlos entlassen - zu Recht.

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Der Entscheid des Thurgauer Obergerichts wurde bestätigt: Die Entlassung des Arbeitnehmers ist zulässig. (Bild: Reto Martin)

Der Entscheid des Thurgauer Obergerichts wurde bestätigt: Die Entlassung des Arbeitnehmers ist zulässig. (Bild: Reto Martin)

Ein Arbeitnehmer blieb der Arbeit unentschuldigt fern. Alle Versuche, ihn zu kontaktieren, scheiterten. Deshalb wurde er am dritten Tag fristlos entlassen. Der Arbeitnehmer reichte gleichentags ein ärztliches Zeugnis ein, das ihm für die Fehlzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent attestierte - allerdings traf dieses erst einen Tag später bei der Arbeitgeberin ein.

Der Arbeitnehmer wehrte sich gegen die fristlose Kündigung erfolglos. Wie das Thurgauer Obergericht am Mittwoch mitteilt, wiesen die Einzelrichterin des Bezirkgerichts Frauenfeld, das Obergericht und schliesslich das Bundesgericht seine Klage ab. Der Arbeitnehmer konnte nicht beweisen, dass er seinen Vorgesetzten seine Absenz gemeldet hatte. Er machte laut Mitteilung auch nicht geltend, er habe wegen der Krankheit oder aus anderen Gründen die Arbeitgeberin nicht informieren können.

Zwar war der Mann unverschuldet arbeitsunfähig und damit entschuldigt der Arbeit ferngeblieben, was noch kein Grund für eine fristlose Entlassung ist. Aber laut Bundesgericht ergibt sich bereits aus der Treuepflicht des Arbeitnehmers , "dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber über nicht vorhersehbare Absenzen , wie etwa eine Krankheit, umgehend zu informieren hat." Wie es weiter heisst, stand diese Pflicht als klare Weisung im Mitarbeiterhandbuch. Der Arbeitnehmer beging mit der unterlassenen Krankheitsmeldung eine schwerwiegende Pflichtverletzung, weshalb das Bundesgericht die Entlassung auch ohne vorgängige Verwarnung als zulässig erachtet. (pd/maw)