FRAUENFELD: Frauenfeld soll Millionenschuld der Wärme Frauenfeld AG stunden

Der Stadtrat von Frauenfeld will der Wärme Frauenfeld AG Schulden in der Höhe von 1,78 Millionen Franken bis Ende Juni 2017 stunden. Das Wärmeversorgungs-Unternehmen, das die Abwärme der Abwasserreinigungsanlage Frauenfeld nutzt, soll so vor dem Konkurs gerettet werden.

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FRAUENFELD. Bei den Schulden handelt es sich um offene Forderungen der städtischen Werkbetriebe, wie die Stadtregierung am Samstag mitteilte. Ob deren Rückforderung wie vom Stadtrat beantragt bis nächsten Sommer aufgeschoben wird, entscheidet das Stadtparlament, der Gemeinderat.

Hintergrund der Schuldenstundung ist die Absicht der Stadt, die Energiezentrale und das Wärmenetz der Wärme Frauenfeld für fünf Millionen Franken zu übernehmen. Der Gemeinderat hat den entsprechenden Kredit im März bereits bewilligt. Ausstehend ist noch die notwendige Volksabstimmung.

Neue Kreditfinanzierung notwendig

Nun hat sich laut der Stadtregierung herausgestellt, dass der Kredit aus juristischen Gründen nicht wie vorgesehen aus den Erträgen der Werkbetriebe finanziert werden kann. Darum muss die Regierung dem Parlament nochmals eine Botschaft mit einer neuen Finanzierung vorlegen. Die Volksabstimmung zum Kredit wird darum frühestens im Frühling 2017 durchgeführt.

Die Krux an der Sache ist: Wenn die offenen Rechnungen vor dem Volksentscheid eingefordert würden, triebe das die Wärme Frauenfeld AG laut dem Stadtrat in den Konkurs. «In einem solchen Fall ist mit einem erheblichen finanziellen Schaden zu rechnen», schreibt die Stadtregierung.

Darüber hinaus würde auch die Chance vertan, die aus ökologischer Sicht sinnvolle Nutzung von Abwärme schrittweise auf eine wirtschaftlich solide Basis zu führen. Die tiefen Rohstoffpreise, die der Wärme Frauenfeld zu schaffen machten, dürften nicht dauerhaft auf dem gegenwärtig sehr tiefen Niveau verharren, meint die Regierung. (sda)