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FRAUENFELD: Frauenfeld, das sind deine Frauen

25 Künstlerinnen aus der Region Frauenfeld zeigen Frauen und vieles mehr. In den Räumen des Kunstvereins im Bernerhaus finden sich etablierte Namen neben unbekannten, Skulpturales neben Zeichnungen. Heute ist Vernissage.
Mathias Frei
Zwischen Schwingern, einer Polyesterfrau und einer nackten Maskierten steht Gastkuratorin Ute Christiane Hoefert. (Bild: Reto Martin)

Zwischen Schwingern, einer Polyesterfrau und einer nackten Maskierten steht Gastkuratorin Ute Christiane Hoefert. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Eine Frau ist im Fallen begriffen. Als werde sie aus der Welt heraus geboren. Das einzige, was das lebensgrosse und trotzdem filigrane Objekt aus glasfaserverstärktem Polyester zu halten scheint, ist sein unförmig langer Kopf – eine Art Nabelschnur, die noch nicht gekappt ist. Veronika Dierauers Beitrag zu «Kunst – Frauen – Felder», der aktuellen Sommerausstellung im Bernerhaus, zieht Blicke auf sich. Neben Dierauers unwirklichen Frau fallen die massigen Körper zweier Schwinger im grossflächigen Acrylgemälde «Die Bösen» von Clara Andrés. Im nächsten Moment würde man das Sägemehl spritzen sehen.

Dialog zwischen den Werken

«Kunst – Frauen – Felder» ist eine Gruppenausstellung mit 25 Künstlerinnen. Mehr als doppelt so viele Künstlerinnen haben sich beworben. «Die Herausforderung war nicht die Auswahl der Teilnehmerinnen», sagt Gastkuratorin Ute Christiane Hoefert. Bedingung zur Teilnahme war: Frau mit Lebens- und/oder Arbeitsort in der Region Frauenfeld. Vielmehr sei es darum gegangen, dass die verschiedenen Exponate in einen Dialog treten, sie in die Räume des Kunstvereins einzupassen, sagt Hoefert.

Es ist die vierte Sommerausstellung im Bernerhaus nach Bildhauer Otto Schilt, Maler Ernest Huber und den Stadtansichten. Hinter der diesjährigen Schau stehen der Kunstverein, die Stadt Frauenfeld und der Regio-Kulturpool. «Wir wollten viele Künstlerinnen zeigen und nicht nur etablierte», sagt Gastkuratorin Hoefert. Und so gibt es denn auch Entdeckungen zu sehen neben bekannten Namen. Daniela Tanners skulpturale Objektkunst etwa gehört zu den unbekannten Trouvaillen. Sie kombiniert den Werkstoff Beton mit Naturmaterialien, im Falle ihres Exponats mit Schwemmholz, das den Beton durchsetzt. Tanner stellt erstmals öffentlich aus. Ganz im Gegensatz zur Mehrzahl der Ausstellerinnen.

Nackt und in Körperspannung

Frauen zeigen Frauen. Zum Beispiel die Akte aus dem Skizzenbuch von Lina Maria Sommer, die Platz haben neben Linien, die wie ein Fadenknäuel erscheinen. Daniela Siebrechts Nackte in Öl wirkt verstörend. Sie trägt eine Maske, kauert vor einem vollen Kleiderschrank. Riitta Engeli-Klemetti wiederum beschäftigt sich in ihren reduzierten Arbeiten auf Körper und ihre Spannungen. Von Cornelia Schedler ist ein Druckunikat einer ästhetisch leichten Palmfrau zu sehen. Der Ätz-Tiefdruck bekommt durch das angewendete Aquatinta-Verfahren ein beinahe malerisches Moment. Frauen collagiert hat Monika Mathis.

In Speckstein und Rakukeramik

Körper sind auch Skulpturen. Elisabeth Anderes hat in Speckstein die weichen rückseitigen Formen des weiblichen Körpers angedeutet. Anita Bollag Jauslin hebt mehr das Grazile der Frau hervor. Ihre Skulpturen aus Rakukeramik sind schlank und hoch. Mit derselben Keramik, jedoch nicht figurativ, arbeitet Ursula Bollack-Wüthrich. Bei den Platten, die sie mit Silberlasur und Flüssiggold veredelt, spielt der teilweise Kontrollverlust durch das Nachbrennen eine Rolle.

Menschen sind bei Rina Jost und Carole Isler Mittel zum Zweck. Josts Illustrationen sind im Grunde genommen ein Reisetagebuch mit Bildkommentaren. Die abgebildeten Menschen wirken auf sie und erzählen Geschichten, zum Beispiel dass an Konzerten in Taiwan viel geredet wird. Isler war in Buenos Aires. Auf ihrem Acrylgemälde machen Menschen den Schauplatz aus, in diesem Fall das Teatro Colón bei einer Nussknacker-Aufführung.

Unterwegs sind Barbara Sterkmann in einer bunt-naiven Welt und Isabel Eberle auf täglicher Erinnerungsreise, woraus Postkarten in feinen Filzstiftlinien entstehen.

«Frauen – Felder – Kunst». Vernissage: heute ab 16.30 Uhr, Einführung um 17.30 Uhr. Ausstellung bis 21. August. Sa, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, So, 14 bis 17 Uhr. Kunstverein Frauenfeld, Bernerhaus.

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