FRAUENFELD: Forderung prallt am VBS ab

Hündeler wehren sich gegen die neue Benutzerordnung in der Grossen Allmend. Sie verlangen Auslauf für ihre Vierbeiner. Der Bund nimmt die Petition zur Kenntnis, geht aber nicht auf ihr Anliegen ein.

Samuel Koch
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Heute können Hunde in der Grossen Allmend nicht mehr frei herumrennen. (Bild: Reto Martin (Oktober 2013))

Heute können Hunde in der Grossen Allmend nicht mehr frei herumrennen. (Bild: Reto Martin (Oktober 2013))

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Post ist da. Nach einigen Wochen Funkstille haben die Hündeler um Tom Brechet eine Antwort vom eidgenössischen Departement für Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erhalten. Im März hatte das VBS in der Grossen Allmend die neue Benutzerordnung eingeführt. Tom Brechet sammelte auf Facebook über 1400 Unterschriften für seine Petition «Offene Allmend» und reichte diese im Sommer beim Kanton ein. Von «Behörden-Pingpong» sprach Brechet, nachdem seine Bittschrift weder vom Kanton noch von der Stadt Frauenfeld beantwortet und dem Bund als Eigentürmerin des Waffenplatzes weitergereicht worden war (unsere Zeitung berichtete).

Jetzt liegt das Schreiben vor, in dem das VBS die Hündeler-Petition zur Kenntnis nimmt. Wie es darin schreibt, behandelt es auch seinen Waffenplatz in Frauenfeld «nicht als militärisches Sperrgebiet, sondern stellt ihn für Freizeitnutzung zur Verfügung». Durch die vielfältige Nutzung bestehe ein Konfliktpotenzial, einerseits mit der militärischen Nutzung, andererseits mit den gesetzlichen Auflagen für die Naturschutzgebiete. Das VBS legitimiert damit die Erarbeitung der neuen Benutzerordnung, «auch um die Sicherheit zu garantieren und das geltende Recht zu respektieren», wie es schreibt.

Dadurch habe es Auflagen für die Freizeitnutzung definiert, wie etwa die Leinenpflicht für Hunde. «Diese sind die Konsequenz daraus, dass auf dem Waffenplatz sehr wertvolle Bereiche bestehen, insbesondere auch ein Auengebiet von nationaler Bedeutung», schreibt das VBS weiter. An diese Regeln müsse sich teilweise auch das Militär halten. Weiter appelliert das VBS daran, das neue Regelwerk zu respektieren. «Wenn nicht, kann das die heute zugelassene Freizeitnutzung gefährden, woran niemand ein Interesse haben kann.»

Reaktionen und Gespräche zeigen Bedürfnis

Für Tom Brechet sind die Antworten des VBS alles andere als zufriedenstellend. «Wir reden anscheinend aneinander vorbei», sagt er. In seiner Bittschrift habe er den Streifen zwischen Damm und Thur angesprochen, der wieder für die Nutzung, etwa die von Hündelern, freigegeben werden soll. «Darauf sind sie gar nicht eingegangen», sagt er enttäuscht. Das sei die letzte mögliche Fläche, welche die Hündeler nutzen können, um ihre Vierbeiner frei herumrennen zu lassen. «Das Bedürfnis ist weiterhin da», ergänzt Brechet. Das zeigten ihm auch die Reaktionen und Gespräche mit anderen Hundebesitzern.

Brechet meint aber auch, dass er vom VBS gar nichts anderes erwartet habe. «Es war klar, dass sie nicht in der ersten Runde einlenken», sagt er. Deshalb werde er sich jetzt mit seinen Mitstreitern zusammensetzen, sich beraten und weiterkämpfen. «Wir sind nicht gegen Naturschutz, aber wir wollen ein Stückchen Allmend, wo wir unsere Hunde frei laufen lassen können», sagt er. Und das will er mit einem weiteren Schreiben erreichen.