FRAUENFELD: Feuchtes Vergnügen mit Bonanza

Philipp Ammann und Lukas Baumgartner bauen die längste temporäre Wasserrutsche im Kanton. Auf dem ehemaligen Motocross-Hang in Oberwil wartet am Wochenende jede Menge Spass für die ganze Familie.

Désirée Wenger
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Frauenfeld TG - Aufbau der 100m langen Wasserrutsche in Frauenfeld. "Slip the Shit" nennt sich der Wasserrutsch-Event. Philipp Ammann (schwarzes Shirt) und Lukas Baumgartner sind die Organisatoren des Events. (Bild: Andrea Stalder)

Frauenfeld TG - Aufbau der 100m langen Wasserrutsche in Frauenfeld. "Slip the Shit" nennt sich der Wasserrutsch-Event. Philipp Ammann (schwarzes Shirt) und Lukas Baumgartner sind die Organisatoren des Events. (Bild: Andrea Stalder)

«Länger, schneller, actiongeladener» - nein, die Rede ist nicht von der Fortsetzung eines Hollywood-Blockbusters, sondern vom Projekt «Slip the Shit», das nun zum zweiten Mal durchgeführt wird. «Slip» heisst übersetzt «Rutschen», die Translation für «Shit» erübrigt sich. Dabei handelt es sich um eine Wasserrutsche, die für den kommenden Wochenende auf dem Hang der ehemaligen Motocross-Strecke in Oberwil bei Frauenfeld aufgebaut wird. Die Organisatoren des Projekts übernehmen auch heuer Philipp Ammann und Lukas Baumgartner vom Verein «Bonanza-Crew». Dieser setzt sich aus jungen Leuten zusammen, die sich eine Garage zum «Basteln und Werkeln» teilen.
100 Meter lang ist sie, die XXL-Megarutsche, die in einem 15 Meter langen Wasserbecken endet, das zwischen 10000 und 12000 Liter fasst. «Der Hang ist ganz schön steil, etwa 50 bis 60 Prozent ist der Anstieg. Ich glaube, man ist sehr schnell unterwegs», sagt Ammann. Auf die Idee kamen die beiden jungen Männer vor über zwei Jahren und führten das Projekt bereits am 1. August 2015 zum ersten Mal durch. «Das hat uns so viel Spass gemacht, dass wir die Rutsche dieses Jahr wiederaufbauen wollten». Zu einer zweijährigen Pause kam es laut Ammann aus diversen persönlichen Gründen, die nicht genug Zeit für den Rutschenbau im letzten Jahr gelassen hatten.
«Für uns ist das ja ein Hobby», sagen Amman und Baumgartner. Der Automatiker und der Projektleiter einer Firma starteten das Projekt aus Eigeninteresse, der Spass steht im Vordergrund. «Aber wenn wir schon so einen grossen Aufwand betreiben, können wir ja auch andere daran teilhaben lassen». Darum darf kommen und rutschen wer will. Der ganze Spass ist sogar gratis, ein Kässeli steht aber für eine Kollekte bereit. Schliesslich zahlen Ammann und Baumgartner das Material aus dem eigenen Sack. Unterstützung erhalten sie von der Romer AG Zürich. Sie werden auch heuer wieder vom Schützengarten gesponsert und zum Aufbauen helfen ihnen Kollegen. «Ausserdem stellte uns Albrecht Rupp, der das Land pachtet, den Platz erneut zur Verfügung. Nach Absprache mit dem Landbesitzer hatten wir grünes Licht.»

Strohballen, Silofolie und Sprudelquelle

Mit Rupp pressten sie letztes Wochenende ungefähr 200 Strohballen. Diese werden zur Stabilisierung der Rutsche benötigt. Deren Aufbau ist gar nicht so einfach. Humus von der Gärtnerei Stieger und eine Unterlagsmatte von der Baustelle dienen zum Dämpfen, darüber kommt ein Eventteppich, welcher mit Klebeband fixiert wird. Es folgt eine Blache und Silofolie. Links und rechts wird die Rutschbahn von den Strohballen flankiert und zusätzlich noch mit fünf Meter langen Holzdielen gestützt. Das ganze wird von stabilen Metallpflöcken, die neben den Dielen in die Erde gehauen werden, befestigt. Das Wasser wird von einem Wasserreservoir auf der Wiese angezapft, wofür Ammann und Baumgartner mit dem Besitzer einen Vertrag aushandelten. «Jeder rutscht auf eigene Gefahr, wir wollen aber auch unfallfrei bleiben. Darum ist der Sicherheitsstandart schon ziemlich hoch», erklärt Ammann.
Nebst dem Rutschspass bietet die «Bonanza-Crew» einen Barbetrieb und DJ Kamaki sorgt für musikalische Unterhaltung. «Wir erwarten, dass es noch schneller und lustiger als letztes Jahr wird», sagen Ammann und Baumgartner. «Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Wenn es regnet wird es sonst sicher matschig». Da würde dann auch der Name des Events eine neue Bedeutung bekommen.