FRAUENFELD: Es werde Licht

Die städtischen Werkbetriebe testen neue LED-Strassenlampen. Durch die intelligente Technik leuchten sie nur dann hell auf, wenn sie gebraucht werden. Dafür spart die Stadt rund vier Fünftel der Energie ein.

Samuel Koch
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Sobald sich jemand nähert, verstärkt sich das Licht. (Bilder: SKO)

Sobald sich jemand nähert, verstärkt sich das Licht. (Bilder: SKO)

Es ist fast dunkel auf dem Waldweg im Pfaffenholz hinter dem Kantonsspital. Ein Fussgänger nähert sich. Plötzlich wird es hell. So funktioniert die intelligente Beleuchtung der Werkbetriebe Frauenfeld, die sie in einem Pilotprojekt an zwei Standorten testen. Bis anhin haben sie die Lichtstärke in den späten Nachtstunden reduziert oder jede zweite Lampe ausgeschaltet.

Im Pfaffenholz stehen aktuell zehn LED-Lampen mit der neuen Technologie. «Die Lampen sind mit Bewegungsmeldern versehen», erklärt Andreas Ziegler von den Werkbetrieben. Sobald sich jemand nähert, könne durch das stufenlose Dimmen im Vergleich zu den bisherigen Strassenlampen bis zu 80 Prozent der Energie gespart werden, ergänzt sein Kollege David Müller bei der Medienorientierung am Mittwochabend.

Fernsteuern vom Büro aus

Im Gegensatz zur energetischen Ersparnis kostet die neue Technik nur unwesentlich mehr. «Eine solche Lampe kostet zwischen 600 und 700 Franken», sagt Ziegler. Der Aufpreis für die intelligente Variante liegt bei maximal fünf Prozent. «Der Aufwand für die Einstellungen ist aber etwas grösser», sagt Müller. Tatsächlich lassen sich sämtliche Strassenlampen mit der neuen Technik von einem Laptop aus fernsteuern. Je nach Schaltung würden sich die Lampen gar nach Geschwindigkeit einstellen lassen. «Wenn sich im Gegensatz zu einem Fussgänger ein Radfahrer nähert, werden die nächsten Leuchten zeitlich abgestimmt hochgefahren», sagt Ziegler. Das sei aber vorerst noch Zukunftsmusik. «Dann reden wir von einer anderen Preiskategorie.»

Nebst den beiden Pilotprojekten steht eine flächendeckende Ausrüstung auf den Frauenfelder Strassen und Feldwegen momentan nicht zur Diskussion. «Je nach Rückmeldung aus der Bevölkerung werden wir weitere Strassenlampen damit ausrüsten», sagt Ziegler. Sollte eine flächendeckende Installation eingeführt werden, würde das zu noch mehr Energiesparen beitragen, ist er sich sicher.

Statistiken dank der Bewegungsmelder

Nebst der Steuerung über den Laptop können damit auch Statistiken erfasst werden. «Wir wissen nicht, wer welche Stelle passiert, sondern nur wie oft und wann», meint Ziegler. Probleme seien bisher nur wenige aufgetreten. Demnach seien die Bewegungsmelder derart genau eingestellt, dass die Lampen wegen Wildtieren heller werden.

Im Osten der Stadt beim Regionalen Radweg hingegen musste die Software justiert werden, da die Beleuchtung bei jedem Vorbeirauschen eines Zuges stärker wurde. Andreas Ziegler spekuliert schmunzelnd in die Zukunft: «Irgendwann lässt sich ein Räbeliechtliumzug mit der richtigen Einstellung perfekt organisieren.»

Im Ruhezustand leuchtet die LED-Lampe beim Waldweg Pfaffenholz mit fünf Prozent Leistung.

Im Ruhezustand leuchtet die LED-Lampe beim Waldweg Pfaffenholz mit fünf Prozent Leistung.