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FRAUENFELD: «Es fliessen keine öffentlichen Gelder»

Im nächsten Juni rollen die weltbesten Radrennfahrer auf der Tour de Suisse durch die Stadt. Bisher sind Infos zum Anlass rar. OK-Präsident Anders Stokholm über den Streckenverlauf, noch fehlendes Geld und Lehren aus der Causa «Josef Mattle».
Samuel Koch

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Herr Stokholm, sind Sie infiziert mit dem Velofieber?

Ich besitze ein Mountainbike, bewege mich aber lieber zu Fuss als mit dem Velo. Für ein Rennvelo wäre ich motorisch zu wenig begabt, da würde ich eher stürzen.

Beim Olma-Umzug sind Sie neben dem Radrennprofi Stefan Küng stundenlang Rennvelo gefahren?

Ja, aber Muskelkater gab es nicht. Die Velos waren auf dem Wagen angemacht, womit sich die Sturzgefahr minimierte. Werbetechnisch war der Auftritt Gold wert.

Welche Erinnerungen knüpfen Sie an die Tour de Suisse?

Ich habe in Langnau am Albis an einem Hang gewohnt. Die Tour de Suisse passierte das Dorf in meiner Kindheit zweimal, und wir sammelten Werbeartikel wie die Wilden.

Stadt und Umgebung erwarten Tausende Zuschauer.

Die Zahlen sind ja immer Schätzungen, die je nach Wetter va­riieren. In Cham waren es heuer 100 000 Besucher.

Ist die Region bereit, solche Massen zu stemmen?

Im Start-Ziel-Gelände auf der Grossen Allmend rechnen wir mit täglich 5000 Zuschauern. Natürlich dürften es entlang der Strecken mehr werden. Aber Frauenfeld ist sich solche Massen mit dem Open Air Frauenfeld oder dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest gewohnt.

Der Streckenverlauf ist Ihnen bekannt, nur geben Sie diesen noch nicht preis.

Da sind uns vertraglich die Hände gebunden. Das OK der Tour de Suisse gibt den Streckenverlauf erst im März bekannt.

Zuerst findet das erste ­Mannschaftszeitfahren seit 15 Jahren statt. Am Tag danach fährt der Tour-Tross viermal durch die Stadt.

Die Anlässe sind hoch attraktiv, und die besten Mannschaften, wie diejenige des viermaligen Tour-de-France-Siegers Chris Froome, werden voraussichtlich dabei sein.

Verkehrstechnisch wird das aber eine Herausforderung.

Absolut. Gerade beim Rund­rennen bleiben einige Strassen mehrere Stunden gesperrt. Seit längerem treffen wir aber mit der Polizei und den umliegenden ­Gemeinden Abklärungen.

Gab es nebst der Allmend alternative Standorte für das Start-Ziel-Gelände?

Das Gelände der Zuckerfabrik. Im nächsten Juni steht dort aber eine Gesamtsanierung der Brücke Weststrasse an. Für 2020 oder 2022 bleibt die Zuckeri aber im Rennen, der Vertrag mit der Armasuisse in der Allmend beschränkt sich auf 2018. Die schriftliche Zusage steht, betreffend Preis werden wir uns noch finden müssen.

Wie finanziert sich der Verein Tour-de-Suisse-Hub Frauenfeld?

Lediglich aus Sponsoren. Wichtig scheint mir, dass wir nicht anderen Vereinen Gönner streitig machen wollen. Aber wir planen mit einem Budget von rund 300 000 Franken pro Austragung.

Der Anlass kostete den Hub-Standort Zug 2016 rund eine halbe Million mehr.

Unser Anlass wird niemals diese Schuhnummer haben. Der Finanzplatz Zug ist aber auch ein an­derer als hier. Unser Maximalbudget steht, und wir sind zuversichtlich, dass wir diese Summe erreichen werden.

Was passiert, wenn die Kosten nicht durch Sponsorengelder gedeckt werden können?

Dann müssen wir zwei, drei Gänge hochschalten. Zudem würde das Rahmenprogramm etwas abgespeckt. Die Kosten sind flexibel, und der Anlass wäre auch mit der Hälfte der Kosten möglich, dann halt einfach als Sparvariante. Sicher ist, dass keine öffentlichen Gelder fliessen.

Da drängt sich unweigerlich die Causa «Josef Mattle» in Bischofszell von 2012 auf.

Verständlich. Ich betone aber nochmals, dass garantiert keine öffentlichen Gelder aus Frauenfeld ins OK der privat geführten Tour-de-Suisse-Organisation fliessen. Solches Handeln könnten wir nicht verantworten, gerade wenn wir die aktuelle städtische Finanzlage betrachten.

Welche Lehren haben Sie aus dem Fall «Mattle» gezogen?

Erstens gebe ich dieses Interview als OK-Präsident des Vereins Tour-de-Suisse-Hub Frauenfeld und nicht als Stadtpräsident. Zweitens unterstützt die Stadt den Anlass wie ein Eidgenös­sisches oder das Open Air. Es fliessen auch für diese Anlässe keine öffentlichen Gelder.

Was gibt Ihnen die Sicherheit, 150 000 Franken zu schaffen?

Wir sind gut unterwegs und haben schon einige Zusagen, auch wenn es noch etwas besser laufen könnte. Das Sponsoring ist aber erst im Oktober richtig angelaufen.

Wie viel Geld überweisen Sie Infront Ringier, dass die Tour nach Frauenfeld kommt?

Ein mittlerer fünfstelliger Betrag, wovon aber die Region sicher etwas haben wird. Infront Ringier hat aber uns angefragt. Das hängt mit unserem Ruf zusammen, dass Frauenfeld fähig ist, grössere Anlässe zu stemmen.

Welcher Profit schaut für Frauenfeld heraus?

Das ist schwierig zu messen. Zwar überträgt das Fernsehen täglich 90 Minuten live in weltweit rund 130 Länder. Ob die Zuschauer dann Frauenfeld auf der Karte suchen und sich sagen, da fahren wir hin, bleibt fraglich.

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