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FRAUENFELD: Es fehlt das grüne Gold

Grüngut ist rar. Zu rar für die Sammelstelle der Axpo Kompogas AG, die schliesst. Industrie und Gewerbe müssen mit ihren Grünabfällen auswärts. Der Werkhof liefert nun auch direkt nach Oberwinterthur.
Mathias Frei
An der Grüngut-Sammelstelle der Axpo Kompogas AG ist ein Schaufellader im Einsatz. (Bild: Donato Caspari)

An der Grüngut-Sammelstelle der Axpo Kompogas AG ist ein Schaufellader im Einsatz. (Bild: Donato Caspari)

Die einzige Grüngut-Sammelstelle für Industrie und Gewerbe auf dem Stadtgebiet geht zu. Am Montagabend um 17 Uhr schliesst die Anlage auf dem Areal der Firma Ricoter bei der Zuckerfabrik endgültig. Betreiberin an der Mattstrasse 1 war die Axpo Kompogas AG. 1998 bei der Eröffnung wurde hier noch Biogas aus Grünabfall produziert, zuletzt war der Standort Frauenfeld aber nur noch Umschlagplatz. Denn die Axpo Kompogas betreibt seit Herbst 2014 in Oberwinterthur eine neue Vergärungsanlage – an der auch die Stadt Frauenfeld beteiligt ist.

Die Axpo Kompogas AG war bei der Firma Ricoter eingemietet. «Der Mietvertrag wurde in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst», sagt Ricoter-Geschäftsführer Ulrich Zimmer. Aktiv geworden sei die Axpo Kompogas. Die Ricoter könne den freiwerdenden Platz gut selber als Lager nutzen.

Für die bereits im August erstmals kommunizierte Standortschliessung gibt die Axpo zwei Gründe an. «Da wir nur suboptimale Dienstleistungen anbieten konnten», sagt Axpo-Mediensprecher Antonio Sommavilla. Die Anlieferer aus Industrie und Gewerbe werden an die nächsten Sammelstellen nach Oberwinterthur und Uzwil verwiesen. Dort herrschten dieselben Konditionen wie bisher in Frauenfeld, sagt Sommavilla. Das heisst: Eine Tonne Grüngut wird mit 125 Franken verrechnet. Und: «Wir können unseren Kunden bessere Dienstleistungen bieten.»

Massiv tiefere Auslastung seit 2015

Ein zweiter Grund sei der Rückgang von angeliefertem Grüngut. «Ohne die Stadt Frauenfeld gab es zu geringe Mengen.» Zwischen 2008 und 2014 wurden jährlich im Schnitt fast 8000 Tonnen angeliefert. 2015 waren es noch 2600 Tonnen, heuer sind es bis dato 1400 Tonnen. Rückgänge gab es bei den Industrie- und Gärtner-Anlieferungen. Am meisten haben die Anlieferungen von Gemeinden abgenommen, von 4000 Tonnen im 2014 auf 700 Tonnen im 2015.

In der Stadt kommen jährlich rund 4000 Tonnen Grüngut zusammen. Der grösste Teil macht dabei die von der Stadt organisierte wöchentliche Grüngutsammlung für Privathaushalte aus. Diese Abfälle wurden schon immer direkt in eine Vergärungsanlage gebracht. Die 150 bis 200 Tonnen des städtischen Werkhofs kamen bisher in die Sammelstelle der Axpo Kompogas. Ab nächstem Dienstag sammelt der Werkhof das Material in grossen Containern und bringt es direkt nach Oberwinterthur. Markus Graf, Amtsleiter des städtischen Werkhofs, bedauert den Wegfall dieser gewerblichen Grüngut-Sammelstelle. Aber: «Grüngut ist ein wertvolles Gut.» Vorrangiges Ziel der Stadt sei es, dass die neue Vergärungsanlage in Oberwinterthur gut ausgelastet ist. Denn 14 Prozent der Vier-Millionen-Franken-Kapitalisierung dieser Anlage stammen von der Stadt. Hauptaktionär ist aber die Axpo Kompogas. Graf vermutet, dass die neue Anlage in Oberwinterthur betriebsintern den Axpo-Kompogas-Standort Uzwil konkurrenziert. Wenn also die Stadt ihr Grüngut direkt nach Oberwinterthur bringt, ist gewährleistet, dass es dort vergärt wird – und nicht in Uzwil. Für den Werkhof sei das ein Nullsummenspiel. Denn in Oberwinterthur kostet eine Tonne 100 Franken, also 25 Franken weniger als bei der Sammelstelle in Frauenfeld. Dafür sei die Fahrt weiter. «Wichtig zu sagen ist: An der Grüngutsammlung für Privatpersonen ändert sich nichts.»

Nach Felben oder fallweise nach Oberwinterthur

Frauenfelds Gartenbauer haben sich auf die neue Situation eingestellt. Mehrere Firmen liefern ihr Grüngut schon heute nach Felben in die Kompostierung von Gerber Gemüsebau. Bei Müller Gartenbau heisst es, man werde bei Arbeiten im Raum Winterthur auch die Vergärungsanlage in Oberwinterthur anfahren. Andere wie Uebigau Gartenbau verarbeiten ihr Grüngut selber und geben nur Wurzelstöcke extern.

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