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FRAUENFELD: Erstmals auch biodynamisch

Gestern lieferten Lastwagen aus Bayern die ersten Biorüben bei der Zuckerfabrik an. Die Kampagne beginnt voraussichtlich am Sonntag in einer Woche. Als Premiere gibt es heuer Demeter-Zucker.
Stefan Hilzinger
Werkleiter Joachim Pfauntsch steht in den ersten Rüben der aktuellen Kampagne. Die Qualität der Ware gefällt ihm. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Werkleiter Joachim Pfauntsch steht in den ersten Rüben der aktuellen Kampagne. Die Qualität der Ware gefällt ihm. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Bayrische Rüben haben in Frauenfeld ein Heimspiel. In der Kantine gibt’s an einem Tag der nächsten Woche Weisswürstel und Brezen. Und Werkleiter Joachim Pfauntsch hört man seine bajuwarische Herkunft auch nach zwanzig Jahren immer noch deutlich an. Gestern kippten Sattelschlepper die ersten von total 45000 Tonnen deutschen Biorüben auf die geteerte Platte vor der Zuckerfabrik. In zehn Tagen, voraussichtlich am Sonntag, 24. September, startet das Werk mit der Verarbeitung. Viele der Biorüben stammen aus dem Nördlinger Ries, einem bevorzugten Anbaugebiet in einer Region südlich von Würzburg. «Dort schlug vor 14 Millionen Jahren ein Meteorit ein, der die Landschaft zu einem Kessel formte», sagt Pfauntsch. Lastwagen um Lastwagen fahren vor und kippen ihre Last. «Schöne Rüben», sagt der Werkleiter. Zwischendurch habe die Anlieferung etwas gestockt. «Probleme am Zoll».

Rheintal-Blockade betrifft auch Rübenanlieferung

Die derzeitige Blockade der Bahnlinie im Deutschen Rheintal habe die Rübenlogistik besonders herausgefordert. «Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Linie Schaffhausen-Singen-Stuttgart betrifft uns», sagt Pfauntsch. So müssten einerseits mehr Rüben auf der Strasse angeliefert werden, andererseits werde ein Teil der Rüben per Bahn aus Bayern via Tirol und den Arlberg nach Frauenfeld gefahren. Betroffen ist auch ein Teil der rund 100000 Tonnen konventionellen Rüben, die aus Deutschland und Österreich ebenfalls nach Frauenfeld kommen und nun in der ersten Oktoberwoche nicht geliefert werden können.

Nach der erwarteten Öffnung der Rheintal-Linie am 7. Oktober sollte sich die Lage wieder entspannen. Das Frauenfelder Werk erwartet Anlieferungen per Bahn auch aus der Region Anklam in Mecklenburg-Vorpommern. «In einem Güterzug mit 40 Waggons sind das 1800 Tonnen aufs mal.»

Nach anthroposophischen Richtlinien

Erstmals werden in diesem Jahr in Frauenfeld 6000 Tonnen Rüben aus biodynamischem Anbau verarbeitet. Sie stammen ebenfalls aus dem Raum Würzburg / Nördlingen und werden nach den Richtlinien des Anthroposophen Rudolf Steiner produziert. Der Zucker wird unter dem Label Demeter vermarktet.

Total erwartet die Zuckerfabrik ein Verarbeitungsmenge von 825000 Tonnen. Der Anteil importierter Rüben beträgt mittlerweile gegen 15 Prozent. Die Kampagne dauert rund drei Monate. «Die Tonnagen sind wichtig, um unser Werk auszulasten», sagt Pfauntsch. Leider sei der Anbau von Zuckerrüben in der Schweiz weiterhin rückläufig, insbesondere in der Ostschweiz. Die Verarbeitung von EU-Rüben in der Schweiz, nehme gewissermassen den Import von Zucker vorweg und bringe zusätzliche Wertschöpfung in die Schweiz. Ein leiser Lichtblick gibt es bei den Schweizer Biorüben. Die erwarte Erntemenge an Rüben liegt dort bei etwa 600 Tonnen, im vergangenen Jahr waren es um die 300 Tonnen.

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